Schweden stolpert: Titelverteidiger ist ausgeschieden

    Titelverteidiger Schweden ist ohne Medaille aus der Team-Europameisterschaft in Zadar ausgeschieden. Nach einem nächtlichen Viertelfinal-Thriller mussten Anton Källberg & Co. den Rumänen zum 3:2-Sieg gratulieren.

    Das schwedische Team wird seinen Titel in diesem Jahr nicht verteidigen können (©ETTU)

    Vor zwei Jahren war Schweden vor heimischem Publikum noch der gefeierte Europameister, bei der Team-EM in Zadar müssen sich die Titelverteidiger ohne Medaille aus dem Wettbewerb verabschieden. Gegen Rumänien lieferten sich die Skandinavier einen harten Fight im Viertelfinale und verloren am Ende mit 2:3. Anton Källberg erfüllte dabei die Erwartungen an ihn als Führungsspieler vollauf und gewann sowohl das erste Einzel gegen Eduard Ionescu als auch das vierte gegen Iulian Chirita. Zwischen diesen beiden Spielen hatte sich Rumänien durch Chiritas Sieg gegen Kristian Karlsson und Ovidiu Ionescus Triumph über Elias Ranefur jedoch eine 2:1-Führung erarbeitet. Nachdem Källberg sein Team gegen Chirita im Spiel gehalten hatte, fiel die Entscheidung also im Match zwischen Karlsson und Eduard Ionescu, die sich ein enges Duell bis in den fünften Satz lieferten. Um 22:23 Uhr war der Showdown beendet und die Rumänen fielen sich in die Arme.

    „Ich habe keine Worte und bin ehrlich gesagt noch etwas geschockt“, sagte Ionescu nach dem Match. „Beide Teams haben großartiges Tischtennis gespielt, es war, denke ich, für die Zuschauer ein tolles Spiel. Beim Stand von 2:2 ist es letztlich nur noch Kopfsache, es war sehr hart für mich und Kristian. Jetzt haben wir die Medaille, für die wir lange gekämpft haben.“ Die Schweden hatten in Zadar auf den verletzten Truls Moregardh verzichten müssten, sich aber trotzdem die Titelverteidigung vorgenommen. „Auch ohne Truls sind wir eine der drei besten Mannschaften Europas. Eine Medaille war unser erstes Ziel, aber wir wollten noch mehr erreichen“, berichtete Schwedens Coach Marcus Sjöberg. „Die Rumänen haben ein junges Team und haben das sehr gut gemacht. Wir waren heute vor allem in den engen Sätzen einfach nicht gut genug.“

    Erste Medaille für Slowenien seit 2017

    Im Halbfinale wird Rumänien auf die Slowenen treffen, für die der Halbfinaleinzug ebenfalls schon ein großer Erfolg ist. Darko Jorgic sorgte im Match gegen Portugal für zwei Punkte (zum Interview), außerdem gewann Deni Kozul das erste Einzel gegen Joao Geraldo. Bojan Tokic, der für die EM sein Karriereende kurz unterbrochen hatte, verlor sein Einzel zwar gegen Joao Monteiro, ließ sich die Freude über den Medaillengewinn aber nicht vermiesen. „Vielleicht habe ich die Medaille kommen gesehen und wollte deshalb zurückkommen“, witzelte er gegenüber der ETTU. „Der Verband gab mir die Gelegenheit und unser Coach, Darko und Denis baten mich darum, dieses Turnier zu spielen. Also bin ich hier und ich denke, dass dies eine unglaubliche Leistung von uns nach acht Jahren ist.“

    Das zweite Halbfinale werden Deutschland und Frankreich bestreiten. Die Franzosen hatten sich gegen Belgien nicht einen Satzverlust erlaubt und steuerten in Windeseile ins Halbfinale. Nun freut man sich auf beiden Seiten auf das Duell der beiden Hochkaräter. „Auf dem Papier treffen hier wahrscheinlich die beiden besten Mannschaften des Turniers aufeinander“, sagte Alexis Lebrun. „Es wird ein großer Kampf, was ein EM-Halbfinale aber immer ist. Wir sind bereit, da rauszugehen und zu kämpfen.“

    Portugal zum vierten Mal in Folge auf dem Podium

    Im Damenwettbewerb machten die favorisierten Rumäninnen ihren gestrigen Beinahe-Patzer gegen Serbien wieder gut und gewannen souverän mit 3:0 gegen die Slowakei. „Heute haben wir sehr viel besser als gestern gespielt“, analysierte Bernadette Szöcs. „Ich bin sehr stolz auf meine Teamkameradinnen und wir freuen uns nun auf den nächsten Schritt - das Halbfinale.“ Hier werden sie von den Niederlanden herausgefordert, die es erstmals seit 2017 wieder auf das Podium geschafft haben - damals wie heute mit Britt Eerland und Jie Li im Team. Letztere war nach fünfjähriger Pause zurückgekehrt und punktete gegen Polen im Viertelfinale zweimal. Für den dritten Zähler sorgte Shuohan Men an Position drei.

    Den Halbfinaltag beginnen werden jedoch die deutschen Damen, die um 10 Uhr auf Portugal treffen. Die Portugiesinnen hatten gegen die Ukrainerinnen, die bereits mit 2:1 geführt hatten, große Mühe. Nach zwei Punkten von Jieni Shao war es Fu Yu, die den Sack im fünften Satz des fünften Einzels gegen Veronika Matiunina zumachte. „Wir mussten fokussiert bleiben - trotz des großen Drucks“, erklärte die 46-Jährige. „Speziell das letzte Match war sehr schwer für mich. Jieni hat ihren Teil des Jobs perfekt erfüllt, indem sie uns zwei Punkte gebracht hat, also lastete der Druck auf mir, den dritten zu liefern. Und ich bin sehr glücklich, dass ich das geschafft habe.“ Portugal kann bereits auf eine kleine Serie auf dem EM-Siegertreppchen zurückblicken. Bei den letzten drei EM-Ausgaben standen Fu Yu und Co. auf dem Podium - in Zadar wird es das vierte Mal sein, fragt sich nur auf welchem Platz.

    Die Partien im Überblick

    Herren

    Viertelfinale
    Schweden - Rumänien 2:3
    Slowenien - Portugal 3:1
    Deutschland - Kroatien 3:1
    Belgien - Frankreich 0:3

    Halbfinale
    Rumänien - Slowenien, Samstag 19 Uhr
    Deutschland - Frankreich, Samstag 13 Uhr

    Damen

    Viertelfinale
    Rumänien - Slowakei 3:0
    Polen - Niederlande 1:3
    Portugal - Ukraine 3:2
    Schweden - Deutschland 0:3

    Halbfinale
    Rumänien - Niederlande, Samstag 16 Uhr
    Portugal - Deutschland, Samstag 10 Uhr

    Alle Spiele werden live und kostenlos auf ETTU.tv übertragen.
    Alle Ergebnisse findet ihr hier.

    0 Kommentare

    Um einen Kommentar abzugeben, musst du mit deinem myTischtennis.de-Account eingeloggt sein.