ITTF hebt Sanktionen gegen Russland auf

    Der Tischtennis-Weltverband ITTF folgt der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees und lässt russische Spieler ab dem 28. Juli 2026 bei ITTF-Turnieren wieder unter eigener Flagge antreten.

    Vladimir Sidorenko darf bald wieder unter russischer Flagge spielen (©ITTF)

    Die Zeit der Sanktionen für russische und belarussische Tischtennisspielerinnen und -spieler ist vorbei. Wie die ITTF am Montag mitteilte, folgt sie den Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees, so dass Athleten dieser Nationen ab dem 28. Juli 2026 unter den üblichen Bedingungen an ITTF-Events teilnehmen dürfen. Dies bedeutet unter anderem, dass sie nicht weiter unter neutraler Flagge antreten müssen und auch für Teamwettbewerbe startberechtigt sind. An die geltenden Regeln und Bestimmungen, zum Beispiel in Sachen Anti-Doping, müsse sich natürlich gehalten werden. Visabeschränkungen, Sanktionsregelungen oder Anweisungen der Behörden von Gastgeberländern blieben von dem Beschluss unberührt. Zuerst hatte der Weltverband am Freitag die Aufhebung der Sanktionen für belarussische Spieler erklärt, am Montag folgte die Mitteilung bezüglich russischer Athleten.

    Im März 2022 waren russische und belarussische Athleten kurz nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs von allen ITTF-Wettbewerben ausgeschlossen worden. Anfang 2024 erteilte der Weltverband ihnen die Erlaubnis, wieder an internationalen Turnieren teilnehmen zu dürfen, allerdings mussten dafür strenge Auflagen eingehalten werden. Unter anderem mussten die Athleten unter neutraler Flagge antreten, sie durften keinerlei nationale Symbole präsentieren und Funktionäre oder Trainer, die offiziell dem russischen oder belarussischen Verband angehörten, durften nicht als akkreditierte Delegierte auftreten. Zudem war es den beiden Nationen nicht gestattet, an Teamwettbewerben teilzunehmen. Es dauerte bis April 2025, bis mit Maksim Grebnev und Elizabet Abraamian zwei Russen unter diesen Bedingungen wieder auf die WTT-Bühne zurückkehrten. Inzwischen sind die neutralen Athleten regelmäßige Besucher der internationalen Turniere. Vladimir Sidorenko gelang Anfang Juli sogar ein großer Wurf, als er beim United States Smash das Finale erreichte. Der Russe, der schon für Bergneustadt, Ochsenhausen und Neu-Ulm in der Bundesliga aktiv war, steht nun auf Platz 15 der Weltrangliste.

    Die ITTF kündigte an, nun die erforderlichen operativen Schritte einzuleiten, um die Entscheidung in ihren Wettbewerbs-, Ranglisten- und Ergebnissystemen umzusetzen. Gleichzeitig betonte der Weltverband seine andauernde Solidarität mit der ukrainischen Tischtennis-Community. Diese Entscheidung schmälere weder die Unterstützung der ITTF für die Ukraine noch ihr Mitgefühl für diejenigen, die weiterhin von dem Konflikt betroffen seien. Weitere Entwicklungen wolle der Verband beobachten und auf Auswirkungen auf den Tischtennissport hin prüfen.

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