US Smash: Matsushima gewinnt Überraschungs-Finale
Beim United States Smash in Los Angeles haben Sora Matsushima und Sun Yingsha jeweils Einzel-Gold gewonnen. Für eine Überraschung sorgte Vladimir Sidorenko, der es als Wildcard-Starter bis ins Finale schaffte. Das sind die Turniersieger.

Es war der traumhafte Verlauf des Turniers in Los Angeles: Vladimir Sidorenko aus Russland, per Wildcard noch ins Start-Aufgebot des United States Smash gerückt, bezwang unter anderem zwei Top-Ten-Spieler bei seinem furiosen Lauf ins Finale.
Er hatte bereits Flugtickets für den nächsten Tag nach der ersten Runde gebucht, verriet Sidorenko in einem Interview bei WTT – seine Urlaubspläne hatte er aber nach jedem Sieg weiter nach hinten verschieben müssen. Der unter neutraler Flagge startende Sidorenko bezwang in der zweiten Hauptrunde den Deutschen Benedikt Duda klar mit 3:0, im Achtelfinale darauf ebenfalls deutlich mit 3:0 den Japaner Tomokazu Harimoto.
Am letzten Tag des Turniers schaffte der 24-Jährige dann gegen Truls Moregard aus Schweden mit einem hauchdünnen Sieg – 12:10 im entscheidenden siebten Satz – den Finaleinzug. Erst dort war dann gegen den japanischen Shootingstar Sora Matsushima Schluss.
Wie schon in den Runden zuvor dominierte der 19-jährige Linkshänder aus Japan die Partie mit seinem druckvollen Spiel. Sidorenko hingegen schien leicht angeschlagen, fasste sich über den Verlauf der Partie mehrmals an den Oberschenkel – und holte sich dennoch nach einem verlorenen ersten Satz den zweiten Durchgang. Dem anschließenden Druck Matsushimas hatte Sidorenko dann aber nicht mehr viel entgegenzusetzen. Zwar verkürzte er zwischenzeitlich auf 2:3, konnte aber die 2:4-Niederlage nicht mehr abwenden. Mit Silber krönte Sidorenko seinen traumhaften Lauf bei dem erst zweiten Grand Smash, an dem er teilnahm.

Matsushima katapultierte sich mit dem Sieg als der bisher jüngste Gewinner eines WTT Grand Smashs auf den Thron. Mit 19 Jahren und 67 Tagen ist er etwas jünger als der Chinese Lin Shidong, der im Alter von 19 Jahren und 171 Tagen den China Smash 2024 gewann.
Auf dem Weg zum Finale spielte der auf Weltranglistenplatz sechs gestartete Matsushima dominant wie sonst keiner im Turnier. Erst im Halbfinale gegen den jungen Franzosen Felix Lebrun leistete er sich den ersten Satzverlust (4:1), davor hatte er dem Wang-Chuqin-Bezwinger Anders Lind aus Dänemark (4:0) und auch dem Deutschen Dang Qiu (3:0) keine Chance gelassen.
Keine Überraschung, Bronze für DTTB-Doppel
Im Damen-Wettbewerb hieß die Turniersiegern am Ende wieder mal Sun Yingsha. Die chinesische Weltranglistenerste setzte sich im Endspiel knapp mit 4:3 gegen ihre Landsfrau Kuai Man durch. Bereits ab dem Viertelfinale waren nur noch Asiatinnen im US Smash vertreten. Im Halbfinale hatte Sun Yingsha gegen die Chinesin Wang Yidi gewonnen, Kuai Man hatte mit 4:3 Miwa Harimoto niedergerungen.
Für die deutschen Starterinnen und Starter sprang beim zweiten von insgesamt vier Smash-Turnieren des Jahres am Ende nur wenig Zählbares heraus. Am Tag zuvor waren mit Dang Qiu und Benedikt Duda im Doppel die letzten deutschen Teilnehmer aus dem Turnier ausgeschieden.
Das deutsche Duo hatte es bis ins Halbfinale des Doppel-Wettbewerbs geschafft und sicherte sich nach der Niederlage gegen die Chinesen Lin Shidong und Huang Youzheng die Bronzemedaille. Turniersieger wurden dann aber zwei andere Spieler aus China: Wen Ruibo und Yuan Licen, die Lin/Huang mit 3:2 bezwangen.
Auch die Endspiele beim Damen-Doppel und im Mixed fanden mit chinesischer Beteiligung statt. Bei den Damen sicherten sich Wang Manyu und Kuai Man mit einem 3:1-Sieg gegen Miwa Harimoto und Hina Hayata aus Japan die Goldmedaille, im Finale der gemischten Doppel unterlagen aber die Chinesen Wang Chuqin und Sun Yingsha dem südkoreanischen Duo Lim Jonghoon und Shin Yubin mit 2:3.
Die Ergebnisse der Finalspiele im Überblick:
Herren-Einzel
Halbfinale
Sora Matsushima JPN – Felix Lebrun FRA 4:1 (10,7,-10,10,10)
Truls Moregard SWE – Vladimir Sidorenko AIN 3:4 (4,-8,5,3,-9,-4,-10)
Finale
Sora Matsushima JPN – Vladimir Sidorenko AIN 4:2 (5,-11,7,4,-5,7)
Damen-Einzel
Halbfinale
Sun Yingsha CHN – Wang Yidi CHN 4:1 (6,9,9,-9,3)
Miwa Harimoto JPN – Kuai Man CHN 3:4 (-9,10,12,-8,4,-9,-8)
Finale
Sun Yingsha CHN – Kuai Man CHN 4:3 (9,6,-9,5,-7,-10,4)
Herren-Doppel
Halbfinale
Benedikt Duda/Dang Qiu – Lin Shidong/Huang Youzheng CHN 0:3 (-7,-8,-6)
Lin Yun-Ju/Feng-Yi Hsin TPE – Wen Ruibo/Yuan Licen CHN 0:3 (-10,-8,-7)
Finale
Lin Shidong/Huang Youzheng CHN – Wen Ruibo/Yuan Licen CHN 2:3 (-9,8,6,-7,-9)
Damen-Doppel
Halbfinale
Wang Manyu/Kuai Man CHN – Wang Yidi/Chen Yi CHN 3:0 (7,6,14)
Shin Yubin/Joo Cheonhui KOR – Miwa Harimoto/Hina Hayata JPN 1:3 (-7,-8,12,-8)
Finale
Wang Manyu/Kuai Man CHN – Miwa Harimoto/Hina Hayata JPN 3:1 (11,-4,12,8)
Mixed-Doppel
Halbfinale
Wang Chuqin/Sun Yingsha CHN – Hugo Calderano/Bruna Takahashi BRA 3:0 (9,4,6)
Lim Jonghoon/Shin Yubin KOR – Wen Ruibo/Kuai Man CHN 3:1 (11,6,-5,9)
Finale
Lim Jonghoon/Shin Yubin KOR – Wang Chuqin/Sun Yingsha CHN 3:2 (9,-6,-7,7,8)
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