Zweimal Silber: Deutsche U15-Teams verpassen EM-Gold denkbar knapp

Es hat nicht sollen sein: Beide U15-Teams mussten sich im Finale der Jugend-Europameisterschaften im portugiesischen Gondomar geschlagen geben. Damit beenden die Mannschaften den Teamwettbewerb jeweils mit der Silbermedaille.

Bei den 68. Jugend-Europameisterschaften in Gondomar kam es am Dienstagabend zu echten Final-Krimis. Die deutschen U15-Jungen trafen im Finale auf Polen, das – genau wie Deutschland – auf dem Weg ins Finale eine makellose Bilanz vorzuweisen hatte. Das Team von Bundestrainer Frank Schönemeier setzte sich nach einer fehlerfreien Gruppenrunde in den K.-o.-Runden zunächst gegen die Slowakei durch, besiegte anschließend den bessergesetzten Kontrahenten aus Spanien und sicherte sich dann gegen Schweden mit einem souveränen 3:0-Erfolg den Einzug ins Finale.
Nichts für schwache Nerven – Finale über die volle Distanz
Das Spiel begann aus deutscher Sicht zunächst vielversprechend. Tien Phong bezwang im Eröffnungsspiel Jakub Turecki mit einem klaren 3:0 (9,6,7) und unterstrich den Siegeswillen des deutschen Teams. Schwerer tat sich Lukas Wang gegen Polens Punktegarant Hubert Kwiecinski, dem er mit 0:3 unterlag (-7,-4,-7). In Führung brachte das DTTB-Team das eingespielte Doppel aus Wang/Phong mit einem 3:1 (4,-6,6,7), ehe Kwiecinski mit einem weiteren Sieg über Phong für den Ausgleich sorgte (-9,-4,-11).
Im alles entscheidenden Spiel traf Wang auf Turecki – und die Partie endete in einem echten Nervenkrimi. So spielte sich der junge Pole mit 2:0 in Führung, entfachte damit aber den unbändigen Kampfgeist von Lukas Wang. Dieser kämpfte sich eindrucksvoll zu einem 2:2-Ausgleich zurück. Im Entscheidungssatz verlief das Spiel anfangs noch ausgeglichen, ehe sich Turecki erstmals auf 8:4 absetzen konnte. Der junge Saarbrücker zeigte seinen Kampfgeist, wehrte mehrere Matchbälle ab und kämpfte sich bis auf ein 9:10 heran. Die Niederlage konnte er aber letztlich durch einen stark gespielten Ball von Turecki nicht mehr abwehren.
Auch wenn das Team zunächst sichtlich enttäuscht vom Tisch trat, hat sich die Mannschaft mit der Silbermedaille das selbstgesteckte Ziel erfüllt. Und im Vergleich zum vergangenen Jahr – dort gab es in Ostrava die Bronzemedaille – sogar noch eine Schippe draufgesetzt.
U15-Mädchen unterliegen hauchdünn gegen Frankreich

Ein Spiel mit unbändigem Kampfgeist zeigten parallel zu den Jungen auch die Mädchen 15 in ihrem Finalspiel gegen Frankreich. Die Qualität des neu formierten Teams von Trainerin Jie Schöpp hatte sich bereits auf dem Weg ins Finale angedeutet: Lediglich das Vorrundenspiel gegen den späteren Finalgegner Frankreich ging mit 0:3 verloren.
Zum Auftakt traf Amelie Jia auf Frankreichs Ausnahmetalent Eva Lam. Sie konnte zwar den ersten Satz gewinnen, unterlag dann aber mit 1:3 (10,-9,-7,-6). Den Ausgleich holte Anna Walter im Spiel gegen Albane Rochut. Sie geriet zwar zweimal in Rückstand, kämpfte sich aber beide Male zurück und gewann den Entscheidungssatz (-7,12,-6,5,9). Das Doppel brachte Deutschland anschließend erneut in Führung (6,-6,9,5), ehe der 3:1-Sieg von Lam gegen Walter (-5,-13,7,-8) den erneuten Ausgleich herstellte und ein Finale über die volle Distanz erzwang.
Jie Schöpp zufrieden: „Erwartungen übertroffen“
Im Entscheidungsspiel hieß es dann: Jia gegen Rochut. Zunächst ging der erste Satz nach großem Kampf mit 13:11 auf das Konto der jungen Französin, die im Anschluss ihre Führung direkt auf 2:0 ausbauen konnte. Jia hielt jedoch dagegen und verkürzte mit einem 11:8 auf 2:1. Mehr war dann an diesem Abend aber nicht möglich: Rochut siegte im vierten Satz mit 11:8 und beendete damit die dreijährige Siegesserie der deutschen U15-Mädchen.
Trainerin Jie Schöpp zeigte sich äußerst zufrieden mit der Leistung ihrer jungen Mannschaft: „Die Mädels haben bis zum letzten Punkt gekämpft. Das Ergebnis zeigt, dass wir näher dran waren als in der Gruppenphase. Auch wenn wir verloren haben, sehe ich die Fortschritte, die sie gemacht haben. Ich bin zufrieden, weil sie die Erwartung übertroffen haben.“
U19-Mädchen holen Bronze, Jungen 19 erreichen Ziel
Auf dem Treppchen stehen auch die U19-Mädchen nach ihrem 3:0-Sieg im Viertelfinale gegen Bulgarien. Im Halbfinale unterlag das Team dem späteren Europameister aus Frankreich zwar mit 0:3, hat aber ihr ursprüngliches Ziel vom Viertelfinale erfüllen können. „Die Mädels können stolz auf sich sein, es war eine sehr gute Mannschaftsleistung", so Trainerin Lara Broich. Ebenfalls ihr Ziel erreicht haben die U19-Jungen. Nach einem starken Kampf im Spiel um Platz 17 gegen Kroatien erreichte das Team mit dem 3:2-Sieg den Wiederaufstieg in die Top-Riege der besten 16 für das nächste Jahr.
Die Spiele der Deutschen im Überblick
U15-Jungen
Finale
Deutschland - Polen 2:3
Tien Phong – Jakub Turecki 3:0 (9,6,7)
Lukas Wang – Hubert Kwiecinski 0:3 (-7,-4,-7)
Phong/Wang – Kwiecinski/Turecki 3:1 (4,-6,6,7)
Phong – Kwiecinski 0:3 (-9,-4,-11)
Wang – Turecki 2:3 (-8,-7,5,8,-9)
U15-Mädchen
Finale
Deutschland - Frankreich 2:3
Amelie Jia – Eva Lam 1:3 (10,-9,-7,-6)
Anna Walter – Albane Rochut 3:2 (-7,12,-6,5,9)
Jia/Walter – Lam/Rochut 3:1 (6,-6,9,5)
Walter – Lam 1:3 (-5,-13,7,-8)
Jia – Rochut 1:3 (-11,-5,8,-8)
Informationen und Ergebnisse zum Turnier gibt es auf der Seite der ETTU
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