WM: Liang verliert erneut - Wie sehr wackelt China?
Nach den zwei Niederlagen in der Vorrunde 1A der Team-WM in London und dem Sieg gegen Australien in der ersten Hauptrunde gewannen die chinesischen Herren auch gegen Rumänien. Allerdings gingen sie erneut nicht mit weißer Weste aus dem Spiel.

Die chinesischen Fans auf der Tribüne der OVO Wembley Arena feierten ihre Stars frenetisch für den Einzug ins Viertelfinale der Team-WM in London. Die Unterstützung der Zuschauer hatten die drei Asse in der Box auch durchaus nötig, denn das Achtelfinale gegen Rumänien begann wieder alles andere als erfreulich aus chinesischer Sicht. Liang Jingkun hatte in der Vorrunde bereits gegen Truls Moregard und Oh Junsung verloren, gegen Eduard Ionescu hagelte es zu Beginn des Achtelfinalmatches gleich die nächste Niederlage. Mit 11:5, 11:7 und 11:6 ließ der Rumäne den an Position 21 der Weltrangliste notierten Chinesen dabei alt aussehen. „Zu Beginn war ich ein bisschen nervös. Ich glaube, ich habe auf einem normalen Level gespielt, aber mein Gegner war noch besser“, sagte Liang nach dem Match. „Nachdem ihm ein paar spektakuläre Schläge gelungen sind, hat mich das mental etwas beeinflusst und ich war nicht in der Lage, noch nah dran zu bleiben.“
Eduard Ionescu gewann, nachdem die nächsten beiden Einzel an Wang Chuqin und Lin Shidong gegangen waren, auch in seinem Match gegen die Nummer eins der Welt einen Satz, konnte aber nicht für die zweite Überraschung an diesem Tag sorgen. Zufrieden war er trotzdem: „Ich bin sehr glücklich über meinen Sieg, der den Zuschauern in meinem Land Hoffnung gibt. Und ich bin auch sehr glücklich über den Satz, den ich gegen Wang gewonnen habe. Das habe ich beim letzten Spiel gegen ihn nicht geschafft.“ Nichtsdestotrotz war auch in diesem Match Verlass auf Wang Chuqin, der zuvor schon Iulian Chirita mit 3:0 geschlagen hatte. Lin Shidong erfüllte diesmal ebenfalls seine Aufgabe und feierte gegen Ovidiu Ionescu einen 3:0-Sieg. „Es war ein sehr wichtiges Spiel für das Team. Ich habe an nicht viel mehr gedacht, mich nur darauf konzentriert, jeden Punkt gut zu spielen“, erklärte Lin. „Während der Gruppenphase war ich noch nicht komplett in diesem intensiven Wettkampfrhythmus. Wenn das Turnier weiter fortschreitet, hoffe ich, sogar noch mehr Begeisterung und Engagement in der Box zu zeigen.“
Schwierige Entscheidung für Wang Hao
Auch Liang Jingkun hat seine Lehren aus diesem Spiel gezogen: „Nach einem schwierigen Match wie diesem ist das Wichtigste, mental stabil zu bleiben. Um ehrlich zu sein, ist mein taktischer Vorteil nicht mehr so groß wie zuvor, also muss ich gegen jeden Gegner alles geben, Risiken eingehen und mich darauf fokussieren, um jeden Punkt zu kämpfen.“ Die Frage ist, ob Couch Wang Hao auch im Viertelfinale auf ihn setzen wird. Denn dann könnte mit Südkorea eben jene Mannschaft warten, die China in der Vorrunde nach 26 Jahren die erste WM-Niederlage zugefügt hatte. Die Alternativen heißen Xiang Peng und Zhou Qihao. Letzterer wurde gegen Südkorea zumindest schon einmal eingesetzt, verlor aber gegen An Jaehyun. Für Xiang wäre es hingegen sein WM-Debüt. So oder so ist die Entscheidung keine einfache für den chinesischen Nationaltrainer. Denn die Folgen könnten fatal sein: Anders als in der Vorrunde führt eine Niederlage diesmal nämlich zum direkten WM-Aus.
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