WM: China holt sich die Revanche gegen Südkorea

    In der Vorrunde am Wochenende hatte China in London noch die erste WM-Niederlage seit 26 Jahren gegen Südkorea einstecken müssen. Im Viertelfinale drehte die Tischtennisnation den Spieß nun um.

    Lin Shidong ließ sich von den zahlreich erschienenen chinesischen Fans feiern (©ITTF)

    China hatte noch eine Rechnung mit Südkorea offen. In der Vorrunde der Team-WM in London hatten die Schützlinge von Nationaltrainer Wang Hao ihre erste Niederlage bei einer Mannschafts-Weltmeisterschaft seit 26 Jahren verkraften müssen. Drum war das Re-Match zwischen diesen beiden Teams im Viertelfinale mit Spannung erwartet worden. Doch wer die Tischtennisnation schon hatte wackeln sehen, wurde eines Besseren belehrt: Als es drauf ankam, waren die Chinesen zur Stelle und setzten mit einem 3:0-Sieg ein deutliches Ausrufezeichen in Richtung der anderen Mannschaften, die ihnen in diesem Jahr den Titel streitig machen wollen.

    Wang Chuqin holt wichtigen Sieg

    Anders als in der Vorrunde stand im Viertelfinale natürlich Chinas Spitzenspieler Wang Chuqin in der Aufstellung, der im Zweifel den Unterschied machen sollte. Doch auch die Nummer eins der Welt musste kämpfen, um Oh Junsung, der in der Gruppenphase zwei Spiele gewonnen hatte, zu bezwingen. Die ersten zwei Sätze des Auftakteinzels gingen zwar an den Chinesen, dann saugte sich Oh jedoch heran und erzwang den Entscheidungssatz. Mit 11:7 behielt hier Wang die Oberhand und sorgte für große Erleichterung auf der chinesischen Bank. Die erste Attacke war abgewehrt.

    Als nächstes kam mit Jang Woojin die südkoreanische Nummer eins an den Tisch, der in der Vorrunde ebenfalls noch geschont worden war und der gegen Lin Shidong eine positive Head-To-Head-Bilanz aufweisen kann. Doch der Chinese setzte Jang von Beginn an stark unter Druck und dominierte ihn eineinhalb Sätze fast nach Belieben. Dann aber kam der Koreaner in Fahrt und holte einen hohen 1:7-Rückstand peu à peu wieder auf. Vier Satzbälle wehrte Jang ab, dann holte sich Lin die 2:0-Führung. Jang wirkte nun besser im Spiel, Lin ließ sich aber trotzdem auf keine Aufholjagd ein. Mit 3:0 holte er China den zweiten Punkt und ließ die Fans etwas entspannter ins nächste Match blicken, für das erneut Chinas wackeligster Spieler, Liang Jingkun, vorgesehen war.

    Liang diesmal mit weißer Weste

    Sein Gegner, An Jaehyun, hatte in der Vorrunde Zhou Qihao geschlagen. Liang selbst musste Oh Junsung gratulieren. Danach steckte er noch zwei weitere Niederlagen gegen Truls Moregard und Eduard Ionescu ein, was Wang Hao aber nicht davon abhielt, auch im Spiel um die Medaille wieder auf Liang zu setzen. Und dieser zahlte das in ihn gesteckte Vertrauen zurück. Die ersten beiden Sätze gewann er deutlich, im letzten bewies er in der Verlängerung noch einmal gute Nerven und machte mit 15:13 den Sack zu.

    Doch für die Chinesen ist nun jedes Spiel finalwürdig. Die Konkurrenz ist heiß wie nie zuvor, dem Seriensieger die erneute Titelverteidigung zu vermiesen und vorzeitig aus dem Turnier zu werfen. Die nächste Hürde wartet im Halbfinale mit Frankreich oder Brasilien.

    Die Spiele im Überblick

    Viertelfinale

    China - Südkorea 3:0
    Wang Chuqin - Oh Junsung 3:2 (9,1,-8,-7,7)
    Lin Shidong - Jang Woojin 3:0 (3,11,8)
    Liang Jingkun - An Jaehyun 3:0 (7,5,13)

    Schweden - Taiwan 2:3
    Truls Moregard - Lin Yun-Ju 0:3 (-8,-9,-11)
    Anton Källberg - Kuo Guan-Hong 2:3 (4,-8,8,-9,-7)
    Elias Ranefur - Feng Yi-Hsin 3:1 (-7,5,4,5)
    Truls Moregard - Kuo Guan-Hong 3:0 (6,8,10)
    Anton Källberg - Lin Yun-Ju 0:3 (-8,-9,-5)

    Japan - Deutschland 3:1
    Tomokazu Harimoto - Benedikt Duda 3:0 (4,4,6)
    Sora Matsushima - Dang Qiu 3:1 (-5,2,10,5)
    Shunsuke Togami - Patrick Franziska 1:3 (-6,-9,8,-7)
    Tomokazu Harimoto - Dang Qiu 3:0 (10,13,9)

    Brasilien - Frankreich, Freitag 20:30 Uhr

    Halbfinale

    Taiwan - Japan, Samstag 18 Uhr
    China - Brasilien/Frankreich, Samstag 20:30 Uhr

    Damen

    Viertelfinale

    Südkorea - China 0:3
    Shin Yubin - Wang Manyu 0:3 (-1,-4,-4)
    Kim Nayeong - Sun Yingsha 2:3 (-7,7,7,-4,-9)
    Park Gahyeon - Wang Yidi 1:3 (-5,-3,10,-2)

    Deutschland - Hongkong 3:1
    Sabine Winter - Doo Hoi Kem 3:2 (-10,-8,8,9,4)
    Ying Han - Ng Wing Lam 3:2 (9,-7,-15,11,13)
    Annett Kaufmann - Su Tsz Tung 1:3 (-10,8,-8,-4)
    Sabine Winter - Ng Wing Lam 3:0 (1,5,6)

    Ukraine - Japan 0:3
    Anastasiya Dymytrenko - Honoka Hashimoto 0:3 (-9,-7,-4)
    Veronika Matiunina - Miwa Harimoto 0:3 (-9,-5,-6)
    Tetyana Bilenko - Hina Hayata 0:3 (-5,-6,-5)

    Frankreich - Rumänien, Freitag 18 Uhr

    Halbfinale

    China - Frankreich/Rumänien, Samstag 13:30 Uhr
    Deutschland - Japan, Samstag 11 Uhr

    Alle Ergebnisse kann man auf der Turnierseite abrufen.

    Alle Spiele sind live und auf Abruf bei Dyn zu sehen.

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