Wahnsinns-Comeback: Gold für Verdonschot/Bertelsmeier!

    Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier lagen im DM-Doppel-Finale zwar schon mit 0:2 und 0:8 hinten, sicherten sich aber trotzdem noch Gold. So wie Annett Kaufmann und Xiaona Shan bei den Damen.

    Ein unfassbares Comeback zum Titelgewinn legten Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier aufs Parkett (©Gohlke)

    Andre Bertelsmeier und Wim Verdonschot waren als Titelverteidiger in die Doppelkonkurrenz der Herren bei den TT-Finals 2026 gegangen. Zudem hatten beide im Laufe des Turniers bewiesen, dass sie die älteren Spieler ziemlich ärgern können. Diese Erfahrung hatte unter anderem Patrick Franziska mit beiden Spielern im Einzel gemacht, die ihn jeweils in den siebten Satz zwangen. Das Comeback, das die Youngsters im Finale des Herren-Doppels gegen Franziska und Ricardo Walther zeigten, übertraf das bisher Gezeigte aber noch mal um Längen. Die ersten beiden Sätze waren deutlich weggegangen, im dritten lagen Verdonschot/Bertelsmeier schon mit 0:8 hinten und hatten schließlich drei Matchbälle gegen sich. Das Spiel schien gelaufen - doch ganz so einfach wollten sie es den beiden Kollegen dann offenbar nicht machen. Mit 13:11 verschoben sie die Entscheidung in einen der nächsten Sätze. Ähnliche Konstellation im vierten Durchgang: Auch hier hatten sich Walther/Franziska schon Matchbälle erspielt, landeten aber in der Verlängerung - und verloren den Durchgang noch mit 12:14. Somit wurde es am Ende dieser deutlich begonnenen Partie doch noch einmal ganz spannend. Nachdem der fünfte Satz ausgeglichen begonnen hatte, erspielten sich Verdonschot/Bertelsmeier drei Matchbälle. Die ersten beiden wurden abgewehrt, der dritte und letzte saß.

    „Keine Ahnung, wie wir das gewonnen haben, ganz ehrlich“, sagte Bertelsmeier nach dem Match. „Wir haben dann einfach gespielt und irgendwas versucht“, probierte sich Verdonschot an einer Erklärung. „Es bedeutet uns sehr viel, diesen Titel verteidigt zu haben - deutscher Meister zu werden, ist immer eine große Ehre", findet Bertelsmeier. "Wir haben im Finale zwar oft hoch zurückgelegen, aber wir haben immer gekämpft." Eine Qualität, die die alten und neuen deutschen Doppelmeister in Erfurt nicht nur einmal an den Tag legten.

    Annett Kaufmann und Xiaona Shan fielen sich nach dem Titelgewinn in die Arme (©Gohlke)

    Shan/Kaufmann mit Spaß zum ersten gemeinsamen Titel

    Im Einzel war Xiaona Shans Weg bei den TT-Finals 2026 schnell beendet. Dafür ging es im Doppel an der Seite von Annett Kaufmann bis ganz nach oben. Das Duo, das in Erfurt topgesetzt war, traf im Endspiel auf Sabine Winter und Yuan Wan, die bereits bei der WM 2025 in Doha bewiesen hatten, dass sie gut zueinander passen, und das Viertelfinale erreichten. Zudem ging Winter als Titelverteidigerin - 2025 war sie mit Kathrin Mühlbach erfolgreich gewesen - an den Start. Das Finale zwischen den vier Nationalspielerinnen begann sodann auch sehr ausgeglichen. Mit 17:15 sicherten sich Kaufmann/Shan den ersten Satz. Die Antwort von Winter/Wan folgte zwar auf dem Fuße, jedoch schafften es die 43- und die 19-Jährige, mehr und mehr den Ton anzugeben. Mit 11:8 und 11:7 steuerten sie souverän zu ihrem ersten gemeinsamen Doppeltitel.

    „Ich habe noch eine Doppelpartnerin gesucht - und als ich hörte, dass Nana die DM spielt, habe ich gesagt: Das müssen wir versuchen“, erzählte Kaufmann. „Sabine und Yuan sind ein sehr gutes Doppel, das hat man bei der WM 2025 gesehen. Es war nicht einfach, ein Match auf Augenhöhe.“ Xiaona Shan hatte das Einzel-Aus gegen Josephina Neumann im Achtelfinale schnell abgehakt: „Doppel macht eh mehr Spaß“, sagte die Penholderspielerin. „Ich habe lange nicht mehr Doppel bei deutschen Meisterschaften gespielt. Außerdem trainieren Annett und ich nur selten miteinander. Aber es macht Spaß mit Annett, wir passen gut zusammen.“ So gut, dass die beiden nun mit einer Goldmedaille von Erfurt die Heimreise antreten werden.

    Die Spiele im Überblick

    Erwachsenen-Doppel

    Halbfinale
    Patrick Franziska/Ricardo Walther - Timo Freund/Michael Fuchs 3:0 (7,4,3)
    Matthias Danzer/Cedric Meissner - Andre Bertelsmeier/Wim Verdonschot 2:3 (-2,2,-9,8,-7)

    Finale
    Patrick Franziska/Ricardo Walther - Andre Bertelsmeier/Wim Verdonschot 2:3 (4,6,-11,-12,-9)

    Damen-Doppel

    Halbfinale
    Annett Kaufmann/Xiaona Shan - Franziska Schreiner/Sophia Klee 3:1 (-9,4,7,4)
    Josephina Neumann/Nina Mittelham - Sabine Winter/Yuan Wan 1:3 (-4,-5,4,-9)

    Finale
    Annett Kaufmann/Xiaona Shan - Sabine Winter/Yuan Wan 3:1 (15,-7,8,7)

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