„Unprofessionell“ – Überraschendes Itagaki-Aus in Bad Königshofen

Der TSV Bad Königshofen wird nach der laufenden Saison 2025/2026 einen personellen Schnitt auf der Trainerposition vollziehen. Der auslaufende Vertrag von Chefcoach Koji Itagaki wird nicht verlängert. Das sind die Hintergründe.

Paukenschlag beim TSV Bad Königshofen! Zwischen den Unterfranken und dem Vater von Jugend-Nationalspielerin Koharu Itagaki geht schon bald eine zehnjährige Zusammenarbeit zu Ende. Die Entscheidung fiel nach Angaben des Vereins bewusst und wurde dem Japaner bereits frühzeitig mitgeteilt.
Aus sportlicher Sicht hinterlässt der langjährige Coach durchaus Spuren – unter anderem mit zwei Playoff-Teilnahmen in der Tischtennis-Bundesliga. Dennoch entwickelte sich in den vergangenen Jahren eine zunehmende Entfremdung zwischen beiden Parteien. Vor allem in grundlegenden Fragen der Identität und Werteausrichtung sah die Vereinsführung keine gemeinsame Basis mehr.
Geschäftsführer Sport Andy Albert betont: „Als familiärer Verein sind uns Werte wie Zusammenhalt und Verbundenheit mit Stadt und Region wichtig. Dieses Gefühl hatten wir bei Koji Itagaki nicht mehr. Wenn das gegenseitige Verständnis für die Werte des Clubs fehlt, wiegt das beim TSV schwerer als rein sportliche Ergebnisse.“
Unterschiedliche Vorstellungen – Vereinsführung sieht Zeitpunkt kritisch
Neben inhaltlichen Differenzen spielte auch die Integration innerhalb des Vereins eine Rolle. Sprachliche Barrieren erschwerten über die Jahre hinweg eine tiefere Einbindung in das Vereinsleben. „Die Nicht-Verlängerung des Vertrages erfolgt nicht aufgrund der sportlichen Expertise, sondern ist das Ergebnis eines entfremdeten Verhältnisses zur Vereinsbasis und Geschäftsführung. In der Außendarstellung dieser Personalie hätten wir uns eine bessere Kommunikation mit Koji Itagaki gewünscht“, schreibt der TSV in seiner Pressemitteilung.
Kritisch sieht der TTBL-Klub hingegen den Zeitpunkt, zu dem die Personalie öffentlich wurde. „Wir haben ihm ausreichend Zeit gegeben, sich nach einem Job umzusehen. Dass diese Information nun im Saisonendspurt – kurz vor dem wichtigen Heimspiel gegen den ASC Grünwettersbach – nach außen dringt, empfinden wir als höchst unprofessionell. Wir hätten uns hier mehr Fingerspitzengefühl von Koji Itagaki und seinem zukünftigen Verein gewünscht.“
Abstiegskampf, sportliche Neuausrichtung, Wechsel in die USA
Eigentlich wollte der Klub die Trennung erst zu einem späteren Zeitpunkt offiziell machen, sah sich durch aufkommende Gerüchte jedoch schnell zum Handeln gezwungen. Mit Blick auf die Zukunft sucht Bad Königshofen nun einen Trainer, der nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch menschlich zum Verein passt. Neben der Bundesliga-Mannschaft, die weiter verjüngt werden soll und noch tief im Abstiegskampf der TTBL steckt, sollen auch Nachwuchsarbeit und Breitensport stärker in den Fokus rücken. Die Gespräche mit einem möglichen Nachfolger sind bereits fortgeschritten.
Zum Abschied richtet der Verein versöhnliche Worte an den scheidenden Coach. „Wir danken Koji Itagaki für seine Zeit beim TSV Bad Königshofen und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.“ Viele Spieler hätten sich unter seiner Leitung weiterentwickelt, zudem zeige seine Arbeit auch im Nachwuchsbereich Wirkung – etwa durch die Erfolge seiner Tochter Koharu, die U15-Weltmeisterin wurde. Der neue Klub des Headcoaches steht inzwischen fest. Er wird künftig in der Major League Table Tennis tätig sein und sich den Atlanta Blazers anschließen.
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