TTBL: Grenzau feiert Klassenerhalt, Druck wächst für ASC
Der ASC Grünwettersbach wartet weiterhin auf ein Erfolgserlebnis in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL). Im Baden-Württemberg-Derby unterlag das Schlusslicht den TTF Liebherr Ochsenhausen deutlich mit 0:3. Grenzau bleibt weiter erstklassig.

Während die Gäste einen wichtigen Auswärtssieg feierten, wächst bei den Hausherren der Druck im Abstiegskampf. Der TTC Zugbrücke Grenzau konnte hingegen beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell einen knappen 3:2-Auswärtssieg einfahren und sich damit den Klassenerhalt vorzeitig sichern.
Den Auftakt in Grünwettersbach machte ein hochdramatisches Duell zwischen Tom Jarvis und Leonardo Iizuka. In einer umkämpften Partie über die volle Distanz bewies Ochsenhausens Iizuka im Entscheidungssatz Nervenstärke, wehrte gleich drei Matchbälle ab und sicherte sich mit 13:11 im fünften Satz seinen zweiten Saisonsieg. Damit brachte er seine Mannschaft früh auf Kurs.
Walther unterliegt nach starkem Beginn
Ricardo Walther erwischte gegen Andreas Levenko einen Start nach Maß und gewann den ersten Satz souverän. In der Folge kippte die Partie jedoch zugunsten des Ochsenhauseners. Levenko fand immer besser ins Spiel, erhöhte den Druck und ließ Walthers kreativer Spielweise kaum noch zur Entfaltung kommen. Mit drei gewonnenen Sätzen in Serie sicherte sich der Österreicher schließlich den 3:1-Erfolg.
Auch im dritten Einzel entwickelte sich ein spannendes Duell: Tiago Apolonia gewann den ersten Durchgang, musste danach jedoch abreißen lassen. Iulian Chirita fand immer besser ins Spiel und entschied die folgenden drei Sätze für sich. Der 20-Jährige hatte eine Woche zuvor bereits seine Vertragsverlängerung bei Ochsenhausen verkündet und machte mit seinem 3:1-Erfolg den Auswärtssieg perfekt.
Die Enttäuschung bei den Gastgebern war im Anschluss deutlich spürbar. „Wir sind jetzt alle erstmal schockiert und haben uns das heutige Spiel anders ausgerechnet“, erklärte Walther. Besonders die personelle Situation bereite dem Team weiterhin Probleme: „Wir konnten in der Rückrunde nur zweimal mit voller Mannschaft spielen, jede Woche fehlt jemand, und der Druck wächst für die Spieler am Tisch.“
Kampf um den Klassenerhalt spitzt sich zu
Auch mit Blick auf die Tabellensituation fand Walther klare Worte: „Mittlerweile wird bei uns mehr über die zweite Liga gesprochen als über die Tischtennis-Bundesliga. Wir wollen die Klasse unbedingt halten, aber dazu brauchen wir die komplette Breite im Kader.“
Durch den Erfolg stabilisieren die TTF Liebherr Ochsenhausen ihre Position im Tabellenmittelfeld und zeigen erneut, dass die junge Truppe auch ohne Spitzenspieler Togami konkurrenzfähig ist. Für den ASC Grünwettersbach verschärft sich die Situation weiter: Im nächsten Spiel gegen den direkten Tabellennachbarn TSV Bad Königshofen müssen Punkte her, um den Anschluss im Abstiegskampf nicht zu verlieren.
Fulda-Maberzell und Grenzau liefern 3,5 Stunden Spitzentischtennis
Ruwen Filus eröffnete die Begegnung gegen Grenzaus Luka Mladenovic mit einem hochkomplexen Duell der Spielsysteme. Filus setzte auf seine charakteristischen langen Noppen auf der Rückhand, Mladenovic auf den Anti-Belag. Nach fünf hart umkämpften Sätzen behielt Mladenovic knapp die Oberhand. Das Match war ein Lehrstück des Materialspiels, bei dem Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entschieden.
Fanbo Meng sorgte im zweiten Einzel für den Ausgleich. Gegen Feng Yi-Hsin gewann der 25-Jährige souverän in drei Sätzen und drehte damit das Ergebnis des Hinspiels, das er noch hauchdünn im fünften Satz gegen Feng verloren hatte.
Groth siegt dramatisch
Jonathan Groth und Martin Allegro lieferten im Anschluss ein hochklassiges Linkshänderduell. Groth wehrte im fünften Satz sechs Matchbälle ab und setzte sich mit 18:16 durch. Die Zuschauer erlebten ein emotional hochaufgeladenes Einzel, das die Spannung des Spiels eindrucksvoll widerspiegelte.
Anschließend konnte Ruwen Filus gegen Feng nicht an seine Leistung aus dem Hinspiel anknüpfen. Der Fuldaer Abwehrspieler war diesmal chancenlos und unterlag glatt mit 0:3. Feng dominierte von Beginn an und brachte sein Team ins abschließende Doppel.
Mladenovic & Allegro lassen Grenzau jubeln - Klassenerhalt sicher
Im abschließenden Doppel trafen Meng/Groth auf Mladenovic/Allegro. Die Linkshänder-Kombination der Fuldaer stand einer Links-Rechts-Formation der Westerwälder gegenüber. Trotz starker Leistung mussten Meng und Groth die knappe 2:3-Niederlage hinnehmen. Mladenovic bereitete taktisch clever vor und Allegro agierte druckvoll.
Mladenovic äußerte sich nach dem Spiel: „Wir sind gerade frisch von den Landesmeisterschaften angereist und hatten am Wochenende bereits viele Spiele. Alles, was ich heute zu geben hatte, habe ich auf dem Court gelassen. Ich bin überglücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“ Mit dem knappen 3:2-Erfolg und dem vierten Punktgewinn in Folge sichert sich der TTC Zugbrücke Grenzau vorzeitig den Klassenerhalt. Für den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell steht der Verbleib in der TTBL ebenfalls fest.
Der 19. Spieltag in der Übersicht:
ASC Grünwettersbach – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3
Tom Jarvis – Leonardo Iizuka 2:3 (9:11, 7:11, 11:5, 11:8, 11:13)
Ricardo Walther – Andreas Levenko 1:3 (11:5, 8:11, 7:11, 6:11)
Tiago Apolonia – Iulian Chirita 1:3 (16:14, 9:11, 4:11, 7:11)
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC Zugbrücke Grenzau 2:3
Ruwen Filus – Luka Mladenovic 2:3 (11:8, 11:8, 8:11, 8:11, 7:11)
Fanbo Meng – Feng Yi-Hsin 3:0 (11:6, 11:9, 11:5)
Jonathan Groth – Martin Allegro 3:2 (13:15, 11:4, 11:9, 6:11, 18:16)
Ruwen Filus – Feng Yi-Hsin 0:3 (6:11, 7:11, 8:11)
Fanbo Meng/Jonathan Groth – Luka Mladenovic/Martin Allegro 2:3 (11:3, 5:11, 9:11, 11:9, 6:11)
Post SV Mühlhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt, Dienstag 18.30 Uhr
Borussia Dortmund – SV Werder Bremen, Dienstag 19 Uhr
Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen, Mittwoch 18.30 Uhr
TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg – 1. FC Saarbrücken TT, Mittwoch 19 Uhr
Alle Partien werden live bei Dyn übertragen.
Die aktuelle Tabelle der Tischtennis Bundesliga (TTBL) finden Sie hier.
(TTBL)
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