TTBL: FCS wieder in Erfolgsspur, auch Schwalben und Fulda siegen
Saarbrücken meldet sich mit einem 3:0 in Grenzau zurück, Fulda gewinnt Krimi gegen Mühlhausen – und Bergneustadt setzt sich gegen Grünwettersbach durch. Spannung pur am 9. TTBL-Spieltag!

Ohne Fan Zhendong und Darko Jorgic, dafür mit Patrick Franziska hat der 1. FC Saarbrücken-TT die bittere Pleite gegen Bad Homburg beantwortet und am 9. Spieltag der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) beim TTC Zugbrücke Grenzau in Eiltempo 3:0 gewonnen. Der Fokus des FCS gilt nun dem Pokal-Viertelfinale am Montag.
„Eine Aufgabe, die schwerer kaum sein kann, wenn Saarbrücken mit seinem besten Team aufläuft“, hatte Grenzau-Manager Markus Ströher vor der Partie gewarnt. Das befürchtete beste Team brachte der FCS zwar nicht mit, doch angeführt von Spitzenspieler Patrick Franziska war für die Gastgeber nichts zu holen. Im Duell Titelmitfavorit gegen Abstiegsnot hielten die Saarländer mit dem Führungsduo Düsseldorf/Bremen Schritt, nachdem sie am 8. Spieltag durch die Niederlage gegen Bad Homburg den Sprung an die Tabellenspitze verpasst hatten.
„Wir waren nach dem letzten Spiel schon gefordert“, gab Franziska bei Dyn zu. Durch den Sieg sei der FCS nun „oben gut dabei“. Die Liga sei extrem ausgeglichen, jedes Spiel eng, daher sei man froh, „dass wir oben dabei sind und uns hoffentlich festsetzen“. Im Pokal wartet am Montag im Viertelfinale Zweitligist Velbert.
Muramatsu mit wichtiger Führung
Das umkämpfteste Spiel kam direkt zum Auftakt: Yuto Muramatsu traf auf Grenzaus Topspieler Feng Yi-Hsin und holte mit starkem Abwehrspiel einen 3:1-Erfolg. „Yuto ist reingekommen, hat gegen Feng direkt super gespielt“, lobte Patrick Franziska: „Dann läuft es für uns einfacher.“ Im Anschluss erhöhte Franziska selbst souverän mit 3:0 gegen Martin Allegro, ehe Cedric Meissner mit einem klaren 3:0 über Samuel Walker den Auswärtssieg perfekt machte.
Grenzau bleibt nach neun Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Das TTBL-Urgestein hat bislang zwei Siege verbucht und peilt nun im Pokal den Befreiungsschlag an: Am Montag geht es im Viertelfinale beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell um den Einzug ins Liebherr Pokal-Final Four am 4. Januar 2026 in Ulm/Neu-Ulm.
Fulda verhindert Post-Comeback
Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat am 9. TTBL-Spieltag ein spätes Comeback des Post SV Mühlhausen abgewehrt. Nach 2:0-Führung mussten die Hessen am Sonntagnachmittag ins Schlussdoppel, setzten sich dort aber dank der starken Doppelkombination und zweier Zähler von Dimitrij Ovtcharov durch. Für Mühlhausen punktete der angeschlagene Kay Stumper.
Das Ergebnis reiht sich für den Post SV in eine unglückliche Serie ein. „Für uns ist es nicht so einfach: Wir haben in den letzten vier Spielen dreimal 2:3 verloren“, sagte ein frustrierter Stumper am Dyn-Mikrofon. Der 22-Jährige stand wenige Minuten zuvor noch im Schlussdoppel an der Platte, obwohl er sich in seinem Einzelsieg gegen Fanbo Meng am Knöchel verletzt hatte. „Wir hatten leider keinen vierten Spieler, das ist problematisch“, erklärte er, zeigte sich aber zuversichtlich, dass nichts gerissen sei.
Fulda legte früh die Basis. Jonathan Groth eröffnete mit einem Fünfsatzsieg über Ovidiu Ionescu, Ovtcharov erhöhte mit einem glatten Dreisatzerfolg gegen Steffen Mengel auf 2:0. Nach der Pause verkürzte Mühlhausen: Stumper biss sich trotz Blessur gegen Meng durch, und Mengel bezwang Groth im Duell der Einser. Im Schlussdoppel setzte sich schließlich die eingespielte Kombination Ovtcharov/Meng mit 3:1 gegen Stumper/Ionescu durch – Fulda brachte den Heimsieg über die Linie.
Play-offs rücken für Mühlhausen in weite Ferne
Für den Post SV bleibt der Befreiungsschlag aus. Mit 8:10 Punkten wächst der Abstand auf die Play-off-Ränge, Stumper betonte dennoch den langen Atem der Saison: „Play-offs werden schwer, aber die Saison ist noch lang. Wir haben noch nicht mal die Hinrunde fertig.“ Die nächste Aufgabe hat es in sich: Am 16. Dezember geht es zum Tabellenführer Borussia Düsseldorf.
Fulda richtet den Blick sofort auf den Pokal. Bereits am Montag kommt der TTC Zugbrücke Grenzau zum Viertelfinale, mit einem Sieg wäre das Ticket für das Liebherr Pokal-Final Four am 4. Januar 2026 in Ulm/Neu-Ulm gelöst. In der Liga steht nach dem 3:2 eine 10:8-Bilanz – die Play-offs bleiben in Reichweite.
Bergneustadt erobert Platz vier zurück
Zum Abschluss des 9. Spieltags der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) hat der TTC Schwalbe Bergneustadt wieder einen Play-off-Platz eingenommen. Mit dem souveränen 3:1 gegen den ASC Grünwettersbach bleiben die Westfalen auch im vierten Heimspiel ungeschlagen und ziehen an Ochsenhausen vorbei. Für den ASC punktete allein Topspieler Hiroto Shinozuka.
In Bergneustadt war man vor den Qualitäten der Gäste aus Karlsruhe gewarnt, schließlich hatte der ASC am vergangenen Spieltag den damaligen Tabellenführer SV Werder Bremen von der Spitze gestoßen. „Eine große Erleichterung“, freute sich TTC-Coach Frederik Duda nach der Partie bei Dyn. Es war der vierte Heimsieg im vierten Spiel: „Wenn es in den Auswärtsspielen auch so weitergeht, bin ich sehr zufrieden.“ Damit rangiert Bergneustadt kurz vor Ende der Hinserie auf Rang vier – und damit auf einem Play-off-Platz.
Grünwettersbach führt derweil die untere Tabellenhälfte an. Mit 8:10 Punkten und einem ausgeglichenen Spielverhältnis muss das Team von Trainer Killian Ort den Blick nicht nach unten richten, doch an die Play-offs ist derzeit nicht zu denken. Weiterhin fehlt Routinier Ricardo Walther, dessen Rückkehr sportlich helfen wird. „Da haben wir noch jemanden für die Rückrunde in der Hinterhand“, kündigte Ort an.
Duda im Spitzenspiel überlegen
Es war ein klassisches TTBL-Spiel, wie Coach Duda es beschrieb: Sowohl Benedikt Duda (3:1 gegen Tobias Hippler) als auch Hiroto Shinozuka (3:0 gegen Adrien Rassenfosse) legten zum Auftakt souverän vor. „Du weißt, dass das Dreierspiel kommen muss“, analysierte Frederik Duda das 3:0 von Romain Ruiz gegen Tiago Apolonia nach der Pause: „Ruiz hat sehr gut gegen Apolonia geliefert. Dann muss Bene im Einserspiel performen.“
Dem Auftrag seines Bruders kam Benedikt Duda nach. Gegen Grünwettersbachs stärksten Spieler Shinozuka (9:4) ließ der Nationalspieler wenig zu und brachte sein eigenes Spiel konstant durch. Am Ende stand ein ungefährdeter 3:0-Erfolg, der Duda (12:4) in der TTBL-Rangliste auf Platz zwei bringt. Nur Saarbrückens Darko Jorgic (9:0) steht aktuell besser da.
Der 9. Spieltag in der Übersicht:
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Post SV Mühlhausen 3:2
Jonathan Groth – Ovidiu Ionescu 3:2 (11:4, 11:9, 13:15, 8:11, 11:9)
Dimitrij Ovtcharov – Steffen Mengel 3:0 (11:9, 11:8, 11:7)
Fanbo Meng – Kay Stumper 2:3 (11:8, 14:16, 7:11, 11:5, 7:11)
Jonathan Groth – Steffen Mengel 1:3 (9:11, 11:9, 9:11, 6:11)
Ovtcharov/Meng – Ionescu/Stumper 3:1 (11:6, 11:7, 9:11, 11:8)
TTC Zugbrücke Grenzau – 1. FC Saarbrücken-TT 0:3
Feng Yi-Hsin – Yuto Muramatsu 1:3 (9:11, 11:7, 6:11, 9:11)
Martin Allegro – Patrick Franziska 0:3 (4:11, 3:11, 6:11)
Samuel Walker – Cedric Meissner 0:3 (7:11, 6:11, 4:11)
TTC Schwalbe Bergneustadt – ASC Grünwettersbach 3:1
Benedikt Duda – Tobias Hippler 3:1 (5,6,-12,4)
Adrien Rassenfosse – Hiroto Shinozuka 0:3 (-5,-12,-3)
Romain Ruiz – Tiago Apolonia 3:0 (8,3,5)
Benedikt Duda – Hiroto Shinozuka 3:0 (7,11,8)
SV Werder Bremen – Borussia Dortmund 3:0 (zum Bericht)
Kirill Gerassimenko – Alberto Mino 3:2 (11:9, 11:8, 9:11, 6:11, 11:9)
Irvin Bertrand – Adam Szudi 3:0 (11:8, 11:9, 11:7)
Mattias Falck – Cedric Nuytinck 3:2 (8:11, 13:11, 9:11, 11:6, 11:7)
TTF Liebherr Ochsenhausen – TSV Bad Königshofen 3:1
Shunsuke Togami – Filip Zeljko 3:0 (11:7, 11:6, 12:10)
Andreas Levenko – Daniel Habesohn 3:1 (11:3, 7:11, 11:5, 11:8)
Tiago Abiodun – Bastian Steger 1:3 (11:9, 7:11, 5:11, 7:11)
Shunsuke Togami – Daniel Habesohn 3:2 (11:5, 11:13, 11:8, 8:11, 11:5)
TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg – Borussia Düsseldorf 1:3 (zum Bericht)
Jo Yokotani – Yongyin Li 3:0 (11:9, 11:5, 11:5)
Benno Oehme – Kanak Jha 2:3 (11:4, 11:9, 8:11, 3:11, 4:11)
Juan Perez – Anton Källberg 1:3 (11:8, 6:11, 4:11, 9:11) Jo Yokotani – Kanak Jha 1:3 (7:11, 5:11, 11:5, 5:11)
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