TTBL: Düsseldorf dreht Topspiel in Bergneustadt
Düsseldorf hat das Topspiel des 12. TTBL-Spieltags in Bergneustadt mit 3:2 gewonnen, Mühlhausen setzte sich im Kellerduell in Grünwettersbach durch und Bad Homburg nahm in Fulda Revanche.

Das Jahresauftakt-Duell bot Hochspannung – und war zugleich von den WTT-Konstellationen sowie dem Fehlen Rassenfosses geprägt, wie Benedikt Duda bei Dyn einordnete. „Düsseldorf hatte echt viel Glück. Wenn Adrian fit ist, gewinnen wir das Schlussdoppel“, sagte Duda, der mit Leo de Nodrest gegen das Düsseldorfer Duo Dang Qiu und Li Yongyin in vier hart umkämpften Sätzen verlor. Das siegreiche Schlussdoppel krönte Düsseldorfs Aufholjagd, nachdem Bergneustadt 2:0 vorne gelegen hatte – auch, weil Duda und Qiu nach den Reisestrapazen des WTT-Turniers in Katar nicht an Position eins aufgestellt wurden. „Es war so geplant, weil ich gestern erst spät aus Katar zurückgekommen bin. Es ist eigentlich gut aufgegangen, wir haben 2:0 geführt. Dann müssen wir eins der nächsten zwei Einzel gewinnen“, monierte Duda, der Anton Källberg zuvor in drei Sätzen bezwungen hatte. Zum Auftakt hatte Romain Ruiz gegen Li 3:2 gewonnen.
Nach der Pause punkteten Qiu gegen de Nodrest (3:0) sowie Källberg gegen Ruiz in vier Sätzen. Auch Qiu sprach die Reise aus Doha offen an: „Die Reisestrapazen sind für uns alle gleich. Das ist der Alltag, aber es ist schade, wenn man einen Tag vor einem Bundesligaspiel gefühlt eine halbe Weltreise macht.“ Qiu und Duda waren erst am Samstagabend zurückgekehrt; Qiu absolvierte noch am Abend eine kurze Trainingseinheit, wie er bei Dyn verriet. Mit dem Erfolg rückt der Rekordmeister vorerst auf Rang zwei hinter Tabellenführer SV Werder Bremen und festigt seine Play-off-Position. Bergneustadt hingegen braucht in der Rückrunde eine Aufholjagd: Gewinnt Konkurrent TTF Liebherr Ochsenhausen sein Spiel, könnte der Abstand auf die Play-off-Plätze auf vier Punkte anwachsen.
Bad Homburg gelingt Revanche
Die positiven Erinnerungen der Gastgeber an das Pokal-Halbfinale in Ulm/Neu-Ulm sorgten vor der Partie in Fulda für Euphorie, doch am Sonntag schrieben die Gäste das Skript von Beginn an um. „Letzte Woche haben wir es geschafft, die ganzen engen Spiele rumzureißen. Heute haben wir zu viel liegen gelassen“, analysierte Ruwen Filus selbstkritisch nach dem Spiel. Während Filus im Pokal noch in drei Sätzen gegen Csaba Andras gewonnen hatte, behielt diesmal der Ungar in der Liga die Oberhand – und drehte im Dreisatzsieg zwei Sätze jeweils noch von 8:10. Zudem gewann Juan Perez, der im Pokal nicht zum Einsatz gekommen war, 3:1 gegen Fanbo Meng. Jo Yokotani setzte sich gegen Filus durch und verhinderte nach 1:2-Rückstand mit einer Aufholjagd das Schlussdoppel.
Nur Spitzenspieler Dimitrij Ovtcharov konnte seine Pokalform ins erste Bundesligaspiel des Jahres übertragen. Zwar gab er gegen Yokotani im zweiten Duell innerhalb von acht Tagen diesmal einen Satz ab, bestätigte aber dennoch seine Rolle als Punktegarant für Fulda. In der Tabelle überholt Bad Homburg Fulda und führt als Siebter nun die untere Hälfte an. In Fulda, wo man zuletzt noch auf die Play-offs schielte, richtet sich der Blick dagegen wieder nach unten: Der Vorsprung auf den Abstiegsrang beträgt nur zwei Punkte. „Für uns ist es eine sehr bittere Niederlage“, sagte Filus.
Mengel für Mühlhausen zu Big Points
Für den Grünwettersbacher Tom Jarvis blieb das Debüt vor heimischer Kulisse ohne Sieg, Eindruck hinterließ der 26-Jährige aber allemal. „Es war unglaublich, vor den Fans zu spielen“, sagte der Engländer bei Dyn: „Ich habe Geschichten darüber gehört und es in Livestreams gesehen, aber es war sogar besser, als ich erwartet hatte. Ich freue mich auf viele weitere Spiele hier.“ Jarvis war im Winter vom 1. FC Köln aus der zweiten Liga nach Karlsruhe gewechselt. Auch die ASC-Anhänger dürfen sich auf Jarvis freuen. Gegen Mengel unterlag er zwar 1:3, zwang den erfahrenen Post-Akteur aber zu maximaler Konzentration. „Gutes Spiel gegen einen sehr erfahrenen Bundesligaspieler“, bilanzierte Jarvis: „Ich werde weiter hart arbeiten und bis zum nächsten Spiel alles reinlegen.“
Nach Apolonias Fünfsatzsieg zum 1:0 gegen Ovidiu Ionescu schlug Mühlhausen zurück: Mengel glich gegen Jarvis aus und legte später im vierten Einzel den Deckel drauf. Dazwischen verpasste Hiroto Shinozuka trotz zweier starker Aufholjagden den Ausgleich gegen Marcos Freitas knapp in vier Sätzen. Zum Abschluss spielte der eingewechselte Tobias Hippler mutig, holte gegen Mengel aber nur einen Satz. Tabellarisch ist es ein kleiner Befreiungsschlag für den Post SV: Mit nun zehn Punkten löst sich Mühlhausen vom Quartett mit acht Zählern vor Schlusslicht Bad Königshofen. „Ein sehr wichtiger Sieg“, ordnete Freitas ein. „Wir hatten einen guten Start, dann ein paar knappe Niederlagen – es tut gut, das Jahr mit einem Erfolg zu beginnen.“ Grünwettersbach rutscht vorerst auf den vorletzten Platz.
Der 12. Spieltag in der Übersicht
ASC Grünwettersbach – Post SV Mühlhausen 1:3
Tiago Apolonia – Ovidiu Ionescu 3:2 (12:10, 8:11, 13:11, 6:11, 11:7)
Tom Jarvis – Steffen Mengel 1:3 (11:13, 11:6, 10:12, 8:11)
Hiroto Shinozuka – Marcos Freitas (9:11, 11:9, 10:12, 8:11)
Tobias Hippler – Steffen Mengel 1:3 (8:11, 11:9, 3:11, 6:11)
TTC Schwalbe Bergneustadt – Borussia Düsseldorf 2:3
Romain Ruiz – Li Yongyin 3:2 (5:11, 11:6, 7:11, 12:10, 11:4)
Benedikt Duda – Anton Källberg 3:0 (11:7, 14:12, 12:10)
Leo de Nodrest – Dang Qiu 0:3 (9:11, 9:11, 4:11)
Romain Ruiz – Anton Källberg 1:3 (11:6, 0:11, 5:11, 1:11)
Duda/de Nodrest – Qiu/Li 1:3 (11:5, 6:11, 9:11, 12:14)
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg 1:3
Ruwen Filus – Csaba Andras 0:3 (8:11, 10:12, 11:13)
Dimitrij Ovtcharov – Jo Yokotani 3:1 (11:8, 12:10, 8:11, 11:6)
Fanbo Meng – Juan Perez 1:3 (4:11, 11:7, 7:11, 11:13)
Ruwen Filus – Jo Yokotani 2:3 (13:11, 11:5, 4:11, 9:11, 5:11)
Borussia Dortmund – 1. FC Saarbrücken TT, Montag 19 Uhr
SV Werder Bremen – TSV Bad Königshofen, Dienstag 19 Uhr
TTC Zugbrücke Grenzau – TTF Liebherr Ochsenhausen, Mittwoch 19 Uhr
(TTBL)
0 Kommentare
Um einen Kommentar abzugeben, musst du mit deinem myTischtennis.de-Account eingeloggt sein.
