TTBL: Bad Homburg besiegt Saarbrücken, Düsseldorf behauptet Tabellenführung

    Zum Abschluss des 19. Spieltags der Tischtennis-Bundesliga TTBL haben Bad Homburg und Düsseldorf wichtige Siege im Saison-Endspurt eingefahren. Bad Homburg steht nun kurz vor dem Klassenerhalt. Saarbrücken hat trotz der 2:3-Niederlage nun auch mathematisch die Teilnahme am TTBL-Final-Four gesichert. Düsseldorf gewann mit 3:1 gegen Bad Königshofen und geht mit der besseren Ausgangslage als Tabellenführer ins Spitzenspiel beim SV Werder Bremen am Freitag.

    Düsseldorfs Kanak Jha gewann seine beiden Einzel gegen Bad Königshofen. (© Borussia Düsseldorf)

    Dass die aufgrund der Tabellensituation eigentlich so unausgeglichene Partie zwischen Bad Homburg und Saarbrücken eine knappe werden könnte, verriet bereits früh ein Blick auf den Spielberichtsbogen. Dort fehlten nämlich drei Leistungsträger des Pokalsiegers: Fan Zhendong, Darko Jorgic und Eduard Ionescu standen allesamt den Gästen nicht zur Verfügung. Lediglich Nationalspieler Patrick Franziska stand aus dem Stammaufgebot des FCS am Mittwoch am Tisch.

    „Wir haben vor der Saison Absprachen mit den Spielern“, erklärte Teammanager Nicolas Barrois die Aufstellung bei Dyn: „Es war ganz klar, dass ab Montag Weltcup in China ist. Da war von Darko, Eddy und Franz direkt die Ansage, dass sie da gerne frühzeitig anreisen würden.“ Auch mit Fan sei abgesprochen gewesen, dass er beim TTC nicht zum Einsatz kommt. Ärgerlich: Der Japaner Yuto Muramatsu verletzte sich am Vortag beim Abschlusstraining. So kam der slowakische Nachwuchsspieler Samuel Arpas aus der zweiten Mannschaft zum Einsatz.

    Fünfsatz-Schlacht zu Beginn, TTC-Doppel klar überlegen

    Mit der neuen Ausgangslage startete die Partie in der Bad Homburger Wingert-Sporthalle spannend: Die ersten drei Einzel gingen über die volle Distanz und wurden erst im fünften Satz entschieden. Cedric Meissner legte für Saarbrücken vor, gegen Bad Homburgs Csaba Andras drehte der Saarbrücker Linkshänder einen 1:2-Rückstand. Das Comeback vollendete Meissner mit einem knappen 11:9 im Entscheidungssatz.

    Noch knapper lief der Entscheidungssatz zwischen Ivor Ban und Patrick Franziska. Nachdem Franziska den vierten Durchgang souverän gewonnen hatte (11:3), enteilte er im fünften Satz schnell mit einer 4:0-Führung. Der Kroate kämpfte sich aber prompt zurück und sah beim Stand von 10:7 bereits wie der sichere Sieger aus. Franziska wehrte aber drei Matchbälle in Serie ab und schickte das Spiel in die Verlängerung. Dort schenkten die beiden sich nichts, Franziska selbst vergab ebenfalls zwei Matchbälle, bevor Bans fünfter Matchball schließlich saß.

    Nach der Pause stieg Samuel Arpas gegen Jo Yokotani in die Box. Der 18-Jährige Arpas wehrte sich eindrucksvoll gegen Bad Homburgs Topspieler, direkt der erste Satz war hart umkämpft und ging mit 16:14 an den Saarbrücker. Der Japaner übernahm danach die Kontrolle und die 2:1-Führung, musste jedoch den langen Weg über den fünften Satz gehen – nach dem 11:7 im Decider brachte er Bad Homburg die Führung.

    Im vierten und letzten Einzel konnte Franziska etwas Wiedergutmachung betreiben, indem er das Duell gegen Andras in vier Sätzen gewann. Somit kam es zum Schlussdoppel Ban/Yokotani gegen Meissner/Arpas. Gerade der doppelstarke Ban entpuppte sich hier zum Matchwinner, wie auch Franziska neidlos anerkennen musste. „Ivor Ban war überragend, wie man ihn hier in Bad Homburg auch kennt“, sagte Franziska lobend: „Das Doppel war wirklich beeindruckend gespielt.“

    Bad Homburgs Klassenerhalt nah, Saarbrücken sicher in den Play-offs

    Auch, wenn der FCS sich einen Sieg erhofft hatte, waren beide Klubs ihrem sportlichen Ziel am Ende des Abends einen Schritt näher. Da Saarbrücken nicht mit 0:3 verlor, ist der Vorsprung auf die Nicht-Play-off-Plätze nun auch mathematisch groß genug, um beim Liebherr TTBL Final Four dabei zu sein. Bad Homburgs Vorsprung auf den letzten Tabellenplatz – der einzige mögliche Abstiegsplatz – beträgt nun, drei Spiele vor Saisonende, sechs Punkte. Es braucht also einen Sieg des TTC oder eine Niederlage des ASC Grünwettersbach für die sportliche Rettung.

    Bad Homburgs Trainerlegende Helmut Hampl wollte sich nach der Partie aber noch nicht freuen. „Theoretisch ist alles möglich“, sagte Hampl: „Mal sehen, wie es läuft“. Offener sprach der Coach über seine Zukunft sowie die des Klubs: „Es wird ein neuer Trainer kommen“, verkündete Hampl. Er selbst werde dann Sportvorstand. In der neuen Rolle soll er „die Leute taktisch gut einstellen.“ Auch die Zukunft von Ban soll bald geklärt sein. „Ich gehe davon aus, dass er morgen den Vertrag unterschreibt“, sagte Hampl über seinen Spieler.

    Kanak Jha Düsseldorfs Matchwinner

    In Abwesenheit von Spitzenspieler Dang Qiu war Kanak Jha die Bürde des Leistungsträgers für Borussia Düsseldorf auferlegt. An Nummer eins gesetzt erhoffte sich Trainer Danny Heister zwei Punkte von dem gebürtigen US-Amerikaner – und wurde nicht enttäuscht. Gegen Andre Bertelsmeier zum Auftakt und im letzten Einzel des Tages gegen Bastian Steger setzte sich Jha jeweils in vier Sätzen durch und verbesserte somit seine TTBL-Bilanz auf 16 Siege bei 7 Niederlagen.

    „Ich habe beides Mal 2:0 geführt“, analysierte Jha seine beiden Siegen nach der Partie am Dyn-Mikro: „Fast haben sie nochmal den fünften Satz erzwungen. Besonders gegen Basti Steger war es schwer. Er hat so viel Erfahrung, er ist wirklich eine Legende in diesem Sport.“ Steger hatte es im letzten Durchgang in die Verlängerung geschafft, allerdings behielt Jha die besseren Nerven und entschied den finalen Durchgang mit 12:10 zum Spielgewinn für die Borussen.

    Jha punktet zum Auftakt, Steger stark

    Nach Jhas Auftaktsieg gegen Bertelsmeier trat Steger für Bad Königshofen bereits unter Zugzwang gegen Düsseldorfs Li Yongyin an. In einem hochklassigen Match holte Steger im ersten Satz einen deutlichen Rückstand auf und gewann den Eröffnungssatz noch mit 15:13, hatte in den beiden Sätzen danach aber gegen Lis gute Aufschläge und hohes Tempo Probleme. Beim Stand von 1:2 aus Stegers Sicht wechselte der Routinier seinen Ansatz, wählte einen etwas sicheren Stil und gewann so am Ende die Partie in fünf Sätzen – 1:1 Ausgleich für Bad Königshofen.

    Nach der Pause traf Düsseldorfs Anton Källberg auf Filip Zeljko. Der Kroate fand gegen Källberg kaum in seinen Rhythmus und verlor schlussendlich deutlich mit 0:3. Anschließend setzte Kanak Jha mit dem 3:1 gegen Routinier Bastian Steger den Deckel auf die Abendpartie.

    Düsseldorf und Bad Königshofen vor Endspielen

    Somit änderte sich an der Tabellensituation nichts. Düsseldorf verwaltete auch am 19. Spieltag die Führung in der TTBL und kann am Freitag bei Werder Bremen im direkten Duell der Spitzenteams eine Vorentscheidung im Kampf um die Hauptrundenmeisterschaft erzielen. Damit wird sich der Rekordmeister aber nicht zufriedengeben, wie auch Jha unterstrich: „Es ist sicherlich das Ziel, Titel zu gewinnen. Daher habe ich in Düsseldorf unterschrieben. In der Champions League ist es etwas schwerer, aber wir haben eine gute Chance, wenn wir alle in Form sind“, sagte Jha.

    Für Bad Königshofen steht hingegen am Sonntag ein absolut richtungsweisendes Duell im Abstiegskampf auf dem Programm. Der Tabellenletzte ASC Grünwettersbach reist zu den Unterfranken. Gewinnt der TSV, ist der sportliche Klassenerhalt so gut wie sicher. Eine Niederlage hingegen würde zwei Spieltage vor Schluss den Fall ans Tabellenende bedeuten. Aufgrund der Bewerbung des TSV Windsbach auf eine TTBL-Lizenz könnte somit der Abstieg drohen.

    „Wir haben ein Restprogramm, was natürlich schwer ist, aber es ist keins von den Top-Vier-Teams dabei“, sagte Bertelsmeier. „Daher können wir mit einer breiten Brust in die nächsten Spiele gehen. Wir können und wollen jedes Spiel gewinnen. Am Sonntag ist es ein kleines Endspiel. Wer da gewinnt, hat eine bessere Ausgangslage.“

    Der 19. Spieltag in der Übersicht:

    ASC Grünwettersbach – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3 (zum Bericht)
    Tom Jarvis – Leonardo Iizuka 2:3 (9:11, 7:11, 11:5, 11:8, 11:13)
    Ricardo Walther – Andreas Levenko 1:3 (11:5, 8:11, 7:11, 6:11)
    Tiago Apolonia – Iulian Chirita 1:3 (16:14, 9:11, 4:11, 7:11)

    TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC Zugbrücke Grenzau 2:3 (zum Bericht)
    Ruwen Filus – Luka Mladenovic 2:3 (11:8, 11:8, 8:11, 8:11, 7:11)
    Fanbo Meng – Feng Yi-Hsin 3:0 (11:6, 11:9, 11:5)
    Jonathan Groth – Martin Allegro 3:2 (13:15, 11:4, 11:9, 6:11, 18:16)
    Ruwen Filus – Feng Yi-Hsin 0:3 (6:11, 7:11, 8:11)
    Meng/Groth – Mladenovic/Allegro 2:3 (11:3, 5:11, 9:11, 11:9, 6:11)

    Post SV Mühlhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt 1:3 (zum Bericht)
    Marcos Freitas – Romain Ruiz 2:3 (11:5, 11:8, 8:11, 9:11, 7:11)
    Liao Cheng-Ting – Benedikt Duda 1:3 (4:11, 6:11, 11:7, 4:11)
    Ovidiu Ionescu – Leo de Nodrest 3:0 (12:10, 11:9, 11:6)
    Marcos Freitas – Benedikt Duda 1:3 (6:11, 11:9, 4:11, 9:11)

    Borussia Dortmund – SV Werder Bremen 0:3 (zum Bericht)
    Kristian Karlsson – Irvin Bertrand 2:3 (11:6, 10:12, 11:3, 7:11, 5:11)
    Adam Szudi – Kirill Gerassimenko 2:3 (11:6, 11:8, 5:11, 9:11, 5:11)
    Alberto Mino – Mattias Falck 1:3 (11:8, 7:11, 7:11, 8:11)

    Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:1
    Kanak Jha – Andre Bertelsmeier 3:1 (11:5, 11:7, 6:11, 11:7)
    Li Yongyin – Bastian Steger 2:3 (13:15, 11:3, 11:9, 7:11, 8:11)
    Anton Källberg – Filip Zeljko 3:0 (11:9, 11:4, 11:6)
    Kanak Jha – Bastian Steger 3:1 (11:5, 11:8, 6:11, 12:10)

    TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg – 1. FC Saarbrücken-TT 3:2
    Csaba Andras – Cedric Meissner 2:3 (9:11, 11:8, 11:8, 6:11, 9:11)
    Ivor Ban – Patrick Franziska 3:2 (6:11, 11:8, 11:9, 3:11, 16:14)
    Jo Yokotani – Samuel Arpas 3:2 (14:16, 11:8, 11:3, 11:13, 11:7)
    Csaba Andras – Patrick Franziska 1:3 (8:11, 11:5, 8:11, 2:11)
    Ban/Yokotani – Meissner/Arpas 3:0 (12:10, 11:7, 11:6)

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    (Text: TTBL)