Transfercoup! Bad Königshofen verpflichtet chinesischen Nationalspieler

    Der TSV Bad Königshofen hat auf die sportlich angespannten Wochen reagiert und seinen Kader kurz vor dem Ende der Vorrunde noch einmal hochkarätig verstärkt: Chinas Nationalspieler Xue Fei schließt sich dem Bundesligisten an.

    Xue Fei, hier bei einem WTT-Turnier im Mixed an der Seite von Qian Tianyi, verstärkt den TSV Bad Königshofen. (© WTT)

    Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten mit jeweils dem Einzug ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft in der TTBL steckt der TSV Bad Königshofen aktuell mitten im Tabellenkeller. Zwei Spieltage vor Ende der Vorrunde steht das Team auf Rang zwölf – vor allem, so begründet es der Verein, weil man als einziger Klub nur mit vier Spielern in die Saison starten konnte und zudem den Verlust des Spitzenspielers Jin Ueda verkraften musste. Seit dem Karriereende des Japaners fehle im Team eine klare Nummer eins – und damit auch die Chance, regelmäßig Punkte gegen die Topspieler der Liga einzufahren. Die Folge: Viele Partien begannen für die Unterfranken praktisch mit einem 0:2-Rückstand.

    Bereits im Oktober leitete Sport-Geschäftsführer Andy Albert deshalb die Suche nach Verstärkung ein. Der internationale Hype rund um Fan Zhendong beim Duell gegen Saarbrücken und der explosionsartige Anstieg der Social-Media-Reichweite in China – auf Weibo wuchs die Follower-Zahl in vier Wochen auf über 100.000 – ließen einen Spieler aus dem Reich der Mitte in den Fokus rücken. Die noch unbesetzte Nicht-EU-Position sollte optimal genutzt werden.

    Als entscheidender Türöffner diente Fu Yong, ehemaliger Weltklassespieler und früherer Bundesliga-Trainer, der gemeinsam mit seiner Frau beim Belaghersteller ESN in Hofheim arbeitet – nur wenige Kilometer vom TSV-Standort entfernt. Dank ihrer direkten Kontakte in den chinesischen Verband wurde die Freigabe für Xue Fei möglich – eine Konstellation, die vor Kurzem noch utopisch erschien.

    Xue gilt als einer der erfolgreichsten chinesischen Jugendspieler seiner Generation: Unter anderem gewann er vier Goldmedaillen bei der Jugend-WM 2017. Auch im Herrenbereich hat der 26-Jährige in diesem Jahr international für Schlagzeilen gesorgt – mit Siegen gegen Topstars wie Tomokazu Harimoto, Lee Sang Su und Dang Qiu. Seine aktuelle Weltranglistenposition spiegelt nur bedingt sein tatsächliches Leistungsniveau wider, da er aufgrund der enormen Konkurrenz in China weniger Startmöglichkeiten auf höchstem Niveau (WTT etc.) erhält. Aktuell belegt Chinas Nummer elf Rang 69, seine beste Platzierung war dabei Rang 36.

    Mit dem Penholder-Spieler erhält der TSV nicht nur mehr Klasse, sondern auch zusätzliche taktische Möglichkeiten. Das klare Ziel: Der Klassenerhalt aus eigener Kraft, ohne auf die Lizenzfrage möglicher Zweitliga-Aufsteiger angewiesen zu sein.

    Stimmen zur Verpflichtung:

    Andy Albert (Geschäftsführer Sport): „Die Tischtennis-Bundesliga ist stark und attraktiv wie nie. Der Klassenerhalt wäre mit unserer jetzigen Mannschaft noch vor zwei oder drei Jahren gar kein Thema gewesen. Das hat sich entscheidend verändert. Wir sind daher froh, dass wir mit Hilfe unserer Partner den Transfer von Xue Fei realisieren konnten. Wir hoffen, dass wir so den Klassenerhalt sportlich erreichen können. Ein Selbstläufer ist es dennoch nicht.“

    Matthias Braun (Geschäftsführer Finanzen): „Ich kann als Tischtennisbegeisteter sehr gut verstehen, dass Andy, der die sportliche Führung innehat, alles versucht, um einen drohenden Abstieg zu entgehen. Bei einem Meeting im Vorfeld mit unseren großen Sponsoren zu diesem Thema hatte eine deutliche Mehrheit das Signal gegeben, sich um diese Verpflichtung zu bemühen. Ich wünsche uns mit diesem ehrgeizigen Plan viel Erfolg. Mögen unsere Zuschauer wieder erfolgreiche Spiele sehen.“

    Koji Itagaki (Headcoach): „Ich bin begeistert, dass Xue Fei kommt. Es ist das erste Mal, dass ich einen chinesischen Nationalspieler coachen kann. Wir sind aktuell nicht gut platziert. Ich bin überzeugt, dass die Verpflichtung von Xue Fei uns in der Rückrunde wesentlich helfen wird.“

    Fu Yong: „Ihr habt so eine tolle Sache geschaffen, dass seit vielen Jahren der erste chinesische Nationalspieler wieder in der Bundesliga gelandet ist. Fan Zhendong zählt nicht. Das ist alles sehr schwierig bei der Koordinierung der ganzen Sachen für die Nationalspieler, Turniere und Reisen mit privaten und geschäftlichen Pässen, Visa und so weiter.“

    3 Kommentare

    Um einen Kommentar abzugeben, musst du mit deinem myTischtennis.de-Account eingeloggt sein.