Nächster Gegner: Das "Dark Horse" Nordkorea

    Die deutschen Damen haben ihre Auftakthürde Malaysia erfolgreich genommen. Ihr nächster Gegner ist jedoch ein besonderer: Denn die Nordkoreanerinnen tauchen nur selten auf der internationalen Bühne auf.

    Pyon Song Gyong ist den deutschen Damen noch am besten bekannt (©ITTF)

    Nordkorea ist ein „Dark Horse“ im Tischtennis. Die Nation taucht nur zu ausgewählten Turnieren auf - aber wenn sie mitspielt, ist sie häufig sehr erfolgreich. So konnten die nordkoreanischen Damen bei Olympischen Spielen bereits eine Silber- und drei Bronzemedaillen gewinnen, 2024 in Paris holten Ri Jong Sik und Kim Kum Yong den zweiten Platz im Mixed-Doppel. Bei Weltmeisterschaften standen nordkoreanische Athleten schon des Öfteren sogar ganz oben auf dem Treppchen, zuletzt 2013 im Mixed. Da sie sich jedoch auf der normalen WTT-Tour nur selten blicken lassen und zum Beispiel auch die Team-WM seit 2018 ausgelassen haben, ist ihre Setzung meist schlechter, als sie es, gemessen an der Spielstärke, eigentlich sein müsste. Bei der Auslosung kann es dann passieren, dass einer hoch eingestuften Mannschaft mit Nordkorea früh ein vermeintlich schlechteres Team zugelost wird, bei der aber womöglich bloß die Setzung nicht ganz repräsentativ ist. Zudem ist dieser Gegner schon alleine deshalb nicht beliebt, weil man ihn - anders als die anderen Spielerinnen und Spieler, die man das ganze Jahr über auf WTT-Turnieren antrifft - viel schlechter einschätzen kann, was etwa Stärken und Schwächen betrifft.

    Hongkong wirft Nordkoreas Herren raus

    Bei der Team-WM in London hatten beide deutschen Mannschaften das potenzielle Los Nordkorea für das Achtelfinale gezogen - natürlich immer unter der Voraussetzung, dass das jeweilige Auftaktmatch gewonnen wird. An dieser Hürde ist die nordkoreanische Herrenmannschaft jedoch bereits gescheitert. Hongkong stellte sich den schwer einzuschätzenden Gegnern und löste die Aufgabe mit Bravour. Einzig Wong Chun Ting verlor gegen Ham Yu Song im Auftakteinzel einen Satz, seine Kollegen Chan Baldwin und Lam Siu Hang gewannen ihre Matches sogar mit 3:0. Falls die DTTB-Herren am Dienstagabend also gegen Slowenien gewinnen sollten, wird ihnen Hongkong gegenüberstehen, das bei dieser WM bislang eine Bilanz von 4:0 hat.

    Bei den Damen wird in der Runde der besten 16 jedoch tatsächlich Nordkorea auf Bundestrainerin Tamara Boros’ Schützlinge warten. Kim Kum Yong, Pyon Song Gyong und Cha Su Yong fertigten Österreich in der ersten Runde ohne Probleme ab, so wie sie auch bisher jedes andere Match bei der WM in London glatt mit 3:0 gewinnen konnten. Weder Spitzenspielerin Sofia Polcanova noch ihre Kolleginnen Karoline Mischek und Nina Skerbinz kamen auf einen grünen Zweig, so dass das Spiel rasch mit 0:3 verloren ging. Das deutsche Team wird sich das Spiel mit Interesse angeschaut haben, denn die Nordkoreanerinnen haben keine Variationsmöglichkeiten: Kim, Pyon und Cha sind als Drei-Frauen-Team angereist. Pyon ist dabei die Einzige, mit der zwei der fünf deutschen Spielerinnen schon Erfahrungen gesammelt haben. Yuan Wans Match gegen die Abwehrspielerin ist jedoch schon elf Jahre her und fand bei der Jugend-WM 2015 statt. Drum hat Nina Mittelham noch die frischesten Eindrücke, die gegen Pyon bei den Olympischen Spielen in Paris antrat, als ihr der Rücken einen Strich durch die Rechnung machte. Die Deutsche hatte schon mit 2:0 geführt, verlor das Match dann aber gehandicapt noch mit 3:4. In London könnte es zur Revanche kommen.

    Alle Ergebnisse kann man auf der Turnierseite abrufen.

    Alle Spiele der deutschen Mannschaften sowie die Begegnungen an Tisch 1 sind live und auf Abruf bei Dyn zu sehen.

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