Mühlhausen spielt künftig nicht mehr international

    Der Post SV Mühlhausen ist in diesem Jahr zum letzten Mal in der Champions League zu sehen. Der Verein zieht sich nach dieser Saison endgültig aus internationalen Wettkämpfen zurück.

    Steffen Mengel und seine Mühlhäuser werden künftig nicht mehr in der Champions League aufschlagen (©Brüning)

    „Adieu Champions League, adieu Europe Cup“, heißt es für den Post SV Mühlhausen nach dieser Saison. Seit 2018 ist der Thüringer Verein - mit Unterbrechung - in der europäischen Königsklasse dabei, erreichte 2023 gar das Halbfinale, möchte seine Spieler aber künftig von dieser zusätzlichen Belastung befreien. „Der Hauptgrund ist Stress“, erklärt Trainer Erik Schreyer. „Die Spieler wollen immer weniger spielen. Für sie sind Verträge, die sowohl die TTBL als auch die Champions League beinhalten, unattraktiv. Schließlich werden auch die internationalen Wettkämpfe nicht weniger. Unser Kerngeschäft, die TTBL, leidet darunter zu sehr, als dass wir das so fortführen wollen.“ In der nationalen Liga hatte man sich für diese Saison viel vorgenommen, steht aktuell aber auf dem neunten Tabellenplatz und musste schon ein paar Mal auf Schreyer selbst und Nachwuchstalent Ivo Quett zurückgreifen, weil die Topspieler nicht zur Verfügung standen.

    Vom europäischen Verband ETTU hätte sich Schreyer dabei vor allem, was die Terminfindung angeht, ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl erhofft. „Die TTBL-Spiele finden jetzt immer öfter unter der Woche statt, die Champions-League-Spiele werden da aber auch einfach noch mit reingequetscht. Das bringt uns logistisch und organisatorisch an unsere Grenzen“, beschreibt der Trainer. „Und wir wollen keine extra TTBL- und Champions-League-Mannschaft mit einem Kader von zehn Leuten haben.“ Zudem lohne sich die Teilnahme an der Königsklasse finanziell nicht: „Wirtschaftliche Anreize gab es nie. Das war und ist ein Geschäft, bei dem man was drauflegen muss.“

    Endgültige Entscheidung

    2023/24 hatte man sich trotz sportlicher Qualifikation schon einmal für den Teilnahmeverzicht entschieden. Diesmal soll die Entscheidung jedoch endgültig sein. Eine kleine Chance sähe Schreyer darin, wenn Mühlhausen die 0:3-Niederlage aus der Achtelfinalpartie gegen Borussia Düsseldorf noch einmal wettmachen würde und am Ende den Titel gewänne. Schließlich dürfte man sich dann die strapaziöse Qualifikationsrunde mit drei Spielen innerhalb von drei Tagen sparen. Ob der chinesische Topspieler Lin Gaoyuan jedoch auch beim Rückspiel gegen Düsseldorf zur Verfügung steht und damit die Chancen auf die Wende erhöht, ist noch nicht sicher.

    „Es war eine tolle Zeit, wir sind dadurch auf jeden Fall gewachsen und haben noch mal einen anderen Stellenwert als Mannschaft bekommen“, betont Schreyer die positiven Seiten der Mühlhäuser Zeit in der Champions League. „Aber die TTBL wird immer stärker und wir brauchen unseren vollen Fokus darauf.“

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