Mit Kampfgeist ins Hauptfeld: DTTB-Quartett meistert EM-Quali

    Das deutsche Quartett aus Franziska Schreiner, Wim Verdonschot, Kay Stumper und Ricardo Walther hat bei den Tischtennis-Europameisterschaften in Ljubljana seine Tickets für das Hauptfeld gelöst. Besonders spannend machten es Verdonschot und Stumper, die ihre entscheidenden Qualifikationsspiele erst im fünften Satz für sich entscheiden konnten.

    Nichts für schwache Nerven: Kay Stumper sicherte sich nach einem Fünf-Satz-Krimi den Einzug in das Hauptfeld. (©ETTU)
    Nichts für schwache Nerven: Kay Stumper sicherte sich nach einem Fünf-Satz-Krimi den Einzug in das Hauptfeld. (©ETTU)

    Als erste Deutsche löste Franziska Schreiner am Dienstagvormittag ihr Ticket für die Hauptrunde. Die 24-Jährige knüpfte nahtlos an ihre Leistung vom Vortag an, als sie die Lettin Aleksandra Jesova deutlich mit 3:0 bezwungen hatte. Auch gegen ihre finnische Gegnerin ließ Schreiner nur wenig anbrennen: Nach einem knappen Auftaktsatz (11:9) gab sie in den beiden folgenden Durchgängen insgesamt nur sieben Punkte ab und zog damit ohne Satzverlust in der Qualifikation ins Hauptfeld ein.

    Bei den Herren sicherte sich Wim Verdonschot als Erster das Hauptrundenticket. Nach seinem souveränen 3:0-Auftaktsieg am Montag wartete mit dem Dänen Martin Andersen, der ebenfalls mit einem 3:0 ins Turnier gestartet war, allerdings eine deutlich größere Herausforderung.

    Gleich zweimal geriet der 21-Jährige nach Sätzen in Rückstand, kämpfte sich aber jeweils zurück. Besonders im vierten Durchgang wurde es für den Deutschen eng, der über weite Teile des Satzes hinter dem Dänen herlief, am Ende sich aber mit 11:9 in den entscheidenden Durchgang rettete – und auch dieser entwickelte sich zu einem echten Nervenkrimi. Gleich mehrfach geriet Verdonschot mit zwei Punkten ins Hintertreffen, schaffte es aber dann den Spielstand zwischenzeitlich auf 8:6 und 9:7 zu drehen. Die Entscheidung fiel dennoch erst in der Verlängerung, in der Verdonschot mit 12:10 die Oberhand behielt und sich den Gruppensieg sicherte.

    „Ich bin auf jeden Fall erleichtert […]. Ich hätte, gerade mit meiner Form, nicht gedacht, dass es so ein enges Match wird. Aber ich habe dann doch gemerkt, dass es ein ziemlich großer Unterschied ist, viel Spin in den Bällen ist, alles kommt schneller auf mich zu“, resümiert der Dortmunder nach dem Fünf-Satz-Krimi. „Die Abläufe sind einfach noch gar nicht da. Aber ich denke, je länger das Turnier dauert, desto besser werde ich reinfinden.“

    Auch Stumper zeigte Nerven im Fünf-Satz-Krimi

    Nicht weniger spannend machte es direkt im Anschluss Kay Stumper. Nach seinen souveränen 3:0-Erfolgen gegen den Italiener Francesco Trevisan und Kreshnik Mahmuti aus dem Kosovo wartete mit dem Polen Mateusz Zalewski im abschließenden Qualifikationsspiel die bislang größte Herausforderung auf den Deutschen.

    Obwohl Stumper im Auftaktsatz lange knapp die Nase vorn hatte, spielte Zalewski in der Schlussphase mutiger auf und drehte den Durchgang noch zu seinen Gunsten. Im zweiten Satz fand der Deutsche jedoch die passende Antwort: Mit viel Spin und einem variantenreichen Spiel setzte er den Polen unter Druck und sicherte sich mit 11:8 den Satzausgleich. Anschließend übernahm Zalewski wieder die Kontrolle und erspielte sich im dritten Durchgang eine 9:5-Führung. Zwar kämpfte sich Stumper noch einmal auf 7:9 heran, jedoch holte sich Zalewski mit 11:7 die erneute Satzführung. Stumper ließ sich davon allerdings nicht beirren, agierte im vierten Durchgang wieder mutiger und variantenreicher und erzwang mit einem 11:8 den Entscheidungssatz. Dort entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch, ehe Stumper in der Schlussphase zunehmend mutiger agierte und sich immer wieder selbst pushte. Mit vier Matchbällen sicherte sich der Deutsche eine komfortable Führung und nutzte gleich seine zweite Chance zum 3:2-Erfolg und dem Einzug ins Hauptfeld.

    Als vierter im Bunde schaffte auch EM-Nachzügler Ricardo Walther den Sprung ins Hauptfeld. Gegen den Bulgaren Yoan Velichkov hatte der Deutsche im ersten Durchgang bereits zwei Satzbälle gegen sich, wehrte diese beide ab und drehte den Satz noch in ein 12:10. Von dort an ließ der Deutsche nichts mehr anbrennen. Mit ruhigem und kontrolliertem Spiel sicherte er sich auch die beiden folgenden Durchgänge deutlich mit 11:4 und 11:5.

    „Die Spiele waren teilweise schon satzweise echt auf der Kippe. Aber ich bin froh, dass ich die knappen Momente, gestern und heute, umgebogen habe. Ich habe jetzt drei Spiele in den Knochen, habe mich schon etwas an die Bedingungen gewöhnt. Das ist auch immer ganz gut, wenn man ins Hauptfeld einzieht, die anderen sind ja meist dann etwas Kaltstarter […]. Jetzt geht es mir darum, jeden Gegner hier zu ärgern und auf gutem Niveau zu spielen“, so der Grünwettersbacher nach seinem Einzug ins Hauptfeld.

    Nachdem bereits am Mittag die ersten Partien im Mixed-Wettbewerb ausgetragen wurden, starten am Dienstagabend auch die Doppel in die Hauptrunde. In den Einzeln dürfen sich nun auch die gesetzten Spieler auf ihren ersten Einsatz am morgigen Mittwoch vorbereiten. Alle Spiele inklusive der Ergebnisse der Deutschen vom Dienstag findet ihr in unserem separaten Artikel.

    Alle Spiele der Deutschen in der Qualifikation:

    Herren:

    Gruppe 6:
    Wim Verdonschot GER – Ervinas Uzialo LTU 3:0 (2,5,5)
    Wim Verdonschot GER – Martin Andersen DEN 3:2 (-10,3,-11,9,10)

    Gruppe 26:
    Kay Stumper GER – Francesco Trevisan ITA 3:0 (8,4,8)
    Kay Stumper GER – Kreshnik Mahmuti KOS 3:0 (10,4,6)
    Kay Stumper GER – Mateusz Zalewski POL 3:2 (-9,8,-7,8,7)

    Gruppe 29:
    Ricardo Walther GER – Miha Podobnik SLO 3:0 (9,2,5)
    Ricardo Walther GER – Nemanja Dilas SRB 3:1 (10,-11,7,5)
    Ricardo Walther GER – Yoan Velichkov BUL 3:0 (10,4,5)

    Damen:

    Gruppe 7:
    Franziska Schreiner GER – Aleksandra Jersova LAT 3:0 (5,2,1)
    Franziska Schreiner GER – Maria Girlea FIN 3:0 (9,4,3)

    Zur Seite der ETTU mit Ergebnissen, Zeitplan und Auslosungen.

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