Medaille sicher! DTTB-Damen tanzen ins Halbfinale

    Die deutschen Damen stehen nach 2022 wieder auf dem WM-Treppchen. Im Viertelfinale der Team-WM in London besiegten sie Hongkong mit 3:1 und feierten ihre Medaille mit dem traditionellen EM-Tänzchen.

    Deutschlands Damen jubeln über ihren Medaillengewinn (©ITTF)

    Als Sabine Winter den letzten Punkt verwandelt hatte, brachen alle Dämme und ihre Teamkameradinnen stürmten die Box. Nach einer Nervenschlacht gegen Hongkong war es ihnen wie schon bei der Team-WM 2022 in Chengdu gelungen, ins Halbfinale einzuziehen und sich damit die Medaille zu sichern. Gefeiert wurde dies direkt nach dem Spiel mit einem „Gute-Laune“-Tanz, den sie beim EM-Titel von Zadar voriges Jahr erstmals gezeigt hatten. „Der Tanz ist inzwischen zum Ritual geworden, ich hoffe, dass wir den noch einige Male zusammen tanzen können“, erzählte Annett Kaufmann nach dem Match. „Ich bin so stolz auf die Mädels, auch auf unsere Bank, die wieder super war. Ich bin einfach überglücklich, Teil dieser Mannschaft zu sein.“

    Zwei enge Krimis zum Start

    Die Freude über die schon sichere Medaille war das eine, der Stein, der nach dem bestandenen Krimi gegen Hongkong vom Herzen fiel, das andere. Denn diese beiden Mannschaften schenkten sich keinen Punkt. Zum Spitzenduell kam es direkt zum Start, weil Hongkong seine beste Spielerin, Doo Hoi Kem, an Position zwei aufbot. Sabine Winter hatte die beiden Vergleiche mit ihr nach dem Umstieg auf den Antibelag gewonnen, jedoch gelang Doo der bessere Start ins Spiel. Auch wenn die Sätze jeweils umkämpft waren, stand so nach zwei Durchgängen ein 0:2-Rückstand auf der Anzeigetafel - und im dritten lag Winter schon zurück. Doch die deutsche Nummer eins bewies ein weiteres Mal ihre mentale Stärke und drehte nicht nur diesen Satz, sondern das ganze Spiel noch. Nach dem 2:2-Ausgleich holte sie sich den fünften Durchgang sogar deutlich mit 11:4 und bescherte ihrem Team damit den ersten wichtigen Punkt gegen die stärkste Spielerin der gegnerischen Mannschaft.

    Und das zweite Match stand dem Spitzenduell in nichts nach. Ying Han und Ng Wing Lam lieferten sich von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das es in sich hatte. Han holte den ersten Satz, Ng den zweiten, der dritte ging mit 17:15 für die Spielerin aus Hongkong schon in die Verlängerung. Im vierten hatte die deutsche Abwehrspezialistin dann mit 9:3 eigentlich den Ausgleich schon in der Tasche, als Ng bei 10:10 ausglich und sich einen Matchball sicherte. Doch Han bewies starke Nerven und ließ sich den Satz nicht ‚klauen‘. Der fünfte war dann von Beginn an ausgeglichen, bis Han sich bei 10:7 drei Matchbälle erkämpfte. Danach folgte eine Nervenschlacht in der Verlängerung, die die Deutsche schließlich mit 15:13 für sich entschied.

    Winter macht Sack zu

    Es folgte das Duell der beiden Youngsters Annett Kaufmann und Su Tsz Tung, die noch nie gegeneinander gespielt hatten. Doch Kaufmann schaffte es nicht, den Sack für Deutschland zuzumachen. Den ersten in der Verlängerung verlorenen Satz glich sie noch aus, dann musste sie Su zum 3:1-Sieg ziehen lassen. Auf die bärenstarke Sabine Winter war aber auch diesmal Verlass. Gegen Ng, die noch das lange Abwehrmatch gegen Han in den Knochen hatte, legte sie einen schnellen 3:0-Erfolg aufs Parkett und ließ sich von ihren Teamkameradinnen feiern. „Es war ein unglaublich knapper 3:1-Sieg, der leicht auch 0:3 hätte ausgehen können“, ordnete Winter den Team-Erfolg ein. „Aber wir haben um jeden Ball gekämpft und die engen Situationen auch mental gut gemeistert.“

    Bundestrainerin Tamera Boros hat während dieses Spiels auf der Bank wahrscheinlich auch ein paar graue Haare bekommen: „Gott sei Dank hat Sabine das letzte Spiel mit 3:0 gewonnen, nach den ersten beiden Spielen war ich schon am Ende, die waren unglaublich.“ Im Halbfinale wird die Mannschaft wahrscheinlich auf die Japanerinnen treffen, die erst noch ihr Viertelfinalspiel gegen die Ukraine gewinnen müssen, hier aber klar favorisiert sind. „Gegen Japan haben wir jetzt überhaupt keinen Druck mehr“, findet Han. „Wir werden so kämpfen wie heute, um die Chance zu nutzen, noch einen Schritt weiterzugehen. In Rio haben wir das geschafft, warum nicht auch hier?“ Damit spielte die Abwehrspezialistin auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro an, als sie gemeinsam mit Petrissa Solja und Xiaona Shan Japan besiegte und ins Finale einzog. Das passende Tänzchen zum Finaleinzug hat das Team ja jetzt auf jeden Fall schon mal geübt.


    Das Spiel im Überblick

    Viertelfinale

    Deutschland - Hongkong 3:1
    Sabine Winter - Doo Hoi Kem 3:2 (-10,-8,8,9,4)
    Ying Han - Ng Wing Lam 3:2 (9,-7,-15,11,13)
    Annett Kaufmann - Su Tsz Tung 1:3 (-10,8,-8,-4)
    Sabine Winter - Ng Wing Lam 3:0 (1,5,6)

    Halbfinale

    Deutschland - Japan, Samstag 11 Uhr

    Alle Ergebnisse kann man auf der Turnierseite abrufen.

    Alle Spiele der deutschen Mannschaften sowie die Begegnungen an Tisch 1 sind live und auf Abruf bei Dyn zu sehen.

    4 Kommentare

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