Keine Medaille: DTTB-Herren verlieren gegen Japan

    In der Vorrunde der Team-WM in London hatten die deutschen Herren noch gegen Japan gewonnen. Als es im Viertelfinale um die Medaille ging, mussten sie Tomokazu Harimoto und Co. jedoch den Vortritt lassen.

    Patrick Franziska versuchte, die Wende einzuleiten (©ITTF)

    Lange saß das deutsche Herren-Team nach dem verlorenen Viertelfinalmatch gegen Japan noch an der Box zusammen und besprach das gerade beendete Spiel. Der Traum von der Medaille war geplatzt - schon wieder, nachdem man bereits bei der Team-WM 2024 in Busan leer ausgegangen war. Doch auch wenn die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf in der Vorrunde am Samstag Japan noch mit 3:1 geschlagen hatte, verlor sie, als es um die Medaille ging, mit 1:3. „Wir haben ein paar Gedanken geteilt, über das Spiel gesprochen“, verriet Patrick Franziska. „Die Enttäuschung ist natürlich groß, aber wir sind alle füreinander da, haben uns gegenseitig aufgebaut. Das macht uns als Team auch aus.“

    Schneller 0:2-Rückstand

    Im Vorrundenmatch hatte Dang Qiu das Spiel mit einem Sieg gegen Sora Matsushima eröffnet. Im Viertelfinale setzte Bundestrainer Jörg Roßkopf zum Start jedoch auf Benedikt Duda, der bislang all seine vier Auftakteinzel in London hatte gewinnen können. Gegen Harimoto hat es der Bergneustädter hingegen schwer - nur ein Match vor acht Jahren hatte er bislang gegen ihn gewinnen können und auch das Duell in der Vorrunde war mit 2:3 verloren gegangen. Doch während es am Samstag noch knapp zugegangen war, bekam Duda diesmal keinen Fuß auf den Boden. Harimoto bestimmte das Match nach Belieben, agierte förmlich fehlerlos und ließ den Deutschen nicht in seinen Rhythmus finden. Der erste Punkt ging damit verdient an Japan. „Man muss anerkennen, dass Harimoto einfach in einer super Form war“, sagte Duda. „Spielerisch wie mental.“

    Dang Qiu war als Nächstes an der Reihe. Der Penholderspieler war der Matchwinner in der Vorrunde gewesen, hatte sowohl Harimoto als auch Matsushima mit 3:0 geschlagen. Nun ruhten die Hoffnungen umso mehr auf ihm, dieses Kunststück zu wiederholen. Und diese schienen sich zunächst zu bestätigen, als er den ersten Satz mit 11:5 gewann. Dann übernahm jedoch mehr und mehr Matsushima die Kontrolle. Eine große Chance, das Ruder wieder zu übernehmen, bot sich im dritten Satz, als Qiu erst lange hinterhergelaufen war, bei 8:8 aber ausglich. Einen Satzball wehrte er noch ab, die Verwandlung des zweiten konnte er nicht mehr verhindern. Wenig später war das 2:0 für Japan besiegelt.

    Franziska holt den Anschlusspunkt

    Doch Patrick Franziska brachte Deutschland die Hoffnung zurück. In der Vorrunde war sein Match gegen Shunsuke Togami noch mit 3:2 an den Japaner gegangen, diesmal baute der Saarbrücker von Beginn an viel Druck auf und ließ nicht locker. Das Spiel war trotzdem eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach klar gewonnenem ersten Satz führte er schon mit 10:5 im zweiten, wurde dann bei 10:9 aber fast wieder eingeholt. Doch Franziska hielt dem Druck Stand, auch als Satz drei an Togami ging. Mit 3:1 sicherte er Deutschland den ersten Punkt und hielt sein Team im Spiel.

    Doch auch wenn sich Qiu im Spitzenduell gegen Harimoto wacker schlug, konnte er den Ausgleich nicht herstellen. Im ersten Durchgang nutzte er zwei Satzbälle nicht, im zweiten hatte er fast durchweg geführt, verlor aber auch diesen Satz in der Verlängerung, den dritten verlor er ebenso mit nur zwei Punkten Rückstand. Die Niederlage der deutschen Herren war besiegelt und damit das erneute Aus kurz vor den Medaillenrängen. „Ich war top vorbereitet, habe gefühlt auch nicht schlechter als am Samstag gespielt“, meinte Qiu. „Aber die Japaner waren einfach wahnsinnig stark heute. Mit solch einer Leistung kommt man an anderen Tagen weiter - heute hat es nicht sollen sein.“ Qiu kritisierte dabei noch einmal die neu eingeführte Vorrunde, in der die besten Teams vorab ihre Setzung ausspielen: „Ich frage mich schon, warum wir diese Gruppenphase gespielt haben, wenn wir am Ende dann wieder mit Japan und Taiwan in dieselbe Hälfte gelost werden und die gleichen Spiele noch mal machen.“

    „Tolle WM gespielt“

    Bundestrainer Jörg Roßkopf gratulierte den Japanern zum verdienten Sieg. „Jetzt ist die Zeit, sich zu ärgern, enttäuscht zu sein. Die detaillierte Analyse folgt später. Wichtig ist, dass das Team weiß, eine tolle WM gespielt zu haben. Wir waren auf einem extrem hohen Level unterwegs und können stolz auf unser Turnier sein. In Zukunft müssen wir wieder die Ergebnisse spielen, die uns eine bessere Setzung bringen.“ Damit der Traum von einer Medaille dann in zwei Jahren wieder erfüllt werden kann.

    Das Spiel im Überblick

    Viertelfinale

    Japan - Deutschland, Donnerstag 13:30 Uhr
    Tomokazu Harimoto - Benedikt Duda 3:0 (4,4,6)
    Sora Matsushima - Dang Qiu 3:1 (-5,2,10,5)
    Shunsuke Togami - Patrick Franziska 1:3 (-6,-9,8,-7)
    Tomokazu Harimoto - Dang Qiu 3:0 (10,13,9)

    Alle Ergebnisse kann man auf der Turnierseite abrufen.

    Alle Spiele der deutschen Mannschaften sowie die Begegnungen an Tisch 1 sind live und auf Abruf bei Dyn zu sehen.

    8 Kommentare

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