Japan gewinnt Halbfinale, DTTB-Damen holen Bronze

    Die deutsche Damenmannschaft wird bei der Siegerehrung der Team-WM in London auf die dritte Treppchenstufe klettern. Im Halbfinale gegen Japan zog sie mit 0:3 den Kürzeren.

    Sabine Winter hatte sich ihre Chancen erspielt, am Ende war ihre Gegnerin stärker (©ITTF)

    Wie 2022 in Chengdu werden die deutschen Damen auch aus London mit einer Bronzemedaille von der Team-WM zurückkehren. Die Chance, dieser noch eine andere Farbe zu verpassen, flackerte im Halbfinale gegen Japan zwar durchaus auf, wurde aber im entscheidenden Augenblick nicht genutzt. So ging das Duell mit den Vizeweltmeisterinnen, denen man in der Gruppenphase schon zum 3:1-Sieg hatte gratulieren müssen, mit 0:3 verloren. „Natürlich ist man erst mal enttäuscht, aber die Freude überwiegt ganz klar. Es muss schon einiges zusammenkommen, dass wir diese Mannschaft schlagen können“, sagte Sabine Winter. „Die Medaille war unser Ziel. Dass wir die geholt haben, ist sensationell. Drum können wir mit unserer Performance hier sehr zufrieden sein.“

    Han und Winter erspielen sich Chancen

    Doch der Wille gegen Japan war da. „In Rio haben wir das geschafft, warum nicht auch hier?“, hatte Ying Han nach dem Halbfinaleinzug ihrer Mannschaft gesagt. Und mit diesem Mindset, den Olympia-Coup im Halbfinale von Rio de Janeiro 2016 gegen Japan zu wiederholen, startete die Abwehrspezialistin in das Generationenduell gegen die 17-jährige Miwa Harimoto. Zwischen undurchlässiger Abwehrmauer und schnellem Umschalten in die Offensive erwischte sie die Japanerin auf dem falschen Fuß und holte sich den ersten Satz mit 11:5. Als sie Harimoto mit ihren Paraden auch im zweiten Durchgang frustrierte, rieb sich so mancher Deutschlandfan bereits die Hände. Doch Han nutzte ihren Satzball nicht - und diese Chance kam nicht wieder. Harimoto holte den Satz und übernahm danach die Kontrolle. Mit 3:1 ging das erste Einzel, das so gut aus deutscher Sicht begonnen hatte, an Japan. „Ich hätte bei dem Satzball im zweiten Satz mutiger sein sollen, aggressiver spielen“, ärgerte sich Han später. „Aber man trifft eine Entscheidung und damit muss man leben.“

    Sabine Winter war in der Vorrunde die einzige Deutsche gewesen, die gegen Japan hatte punkten können. Im Halbfinale hieß ihre Gegnerin jedoch nicht Honoka Hashimoto, sondern Hina Hayata. Gegen die Nummer elf der Welt hatte Winter nach ihrer Materialumstellung voriges Jahr schon einmal gespielt - diese hatte sich davon aber nicht beeindrucken lassen. In London sah das zunächst anders aus: Winter ging mit viel Schwung in das Spiel, holte sich den ersten Satz in der Verlängerung und den zweiten deutlich auf ihre Seite. Doch dass man Hayata noch nicht abschreiben durfte, zeigte sich im dritten Durchgang, den sie klar dominierte. „Hayata hatte ihren Aufschlag geändert, danach bin ich nicht mehr so gut ins Spiel gekommen“, erklärte Winter. Im engen vierten Satz hatte sich die Deutsche trotzdem schon in eine gute Position gebracht, um den Sack zuzumachen, musste im Showdown aber der Japanerin den Vortritt lassen, die sich den Ausgleich sicherte. Danach brachte Hayata den Sieg ohne Probleme nach Hause.

    „Mehr als verdient“

    Das deutsche Team lag somit 0:2 zurück und musste auf ihre Nummer drei, Nina Mittelham, hoffen, die sich mit Honoka Hashimoto maß. Doch auch wenn die Weltranglisten-15. sich in der Vorrunde noch von Winter hatte bezwingen lassen, behielt sie diesmal ihre weiße Weste. In drei deutlichen Sätzen vollendete Hashimoto den 3:0-Sieg der Japanerinnen und untermauerte damit noch mal die Ambitionen ihres Teams, in ihrem sechsten WM-Finale in Folge endlich den Titel gewinnen zu wollen. „Ich habe versucht, alles zu geben und habe auch okay angefangen“, berichtete Mittelham. „Ich hatte aber große Probleme mit ihrem Aufschlag, darum bin ich nicht gut in die Ballwechsel reingekommen.“

    Für die deutschen Damen geht ein sehr erfolgreiches Turnier zu Ende, in dem unter anderem Nordkorea und Hongkong geschlagen werden konnten und die ersehnte Medaille gewonnen wurde. „Ich ziehe den Hut davor, wie unser Damenteam hier aufgetreten ist, begonnen mit der Vorbereitung“, lobte DTTB-Vorstand Sport Richard Prause. „Das Team ist immer mehr gewachsen und auch gegen Japan war der Siegeswille da. Die Bronzemedaille ist mehr als verdient.“


    Die Spiele im Überblick

    Damen

    Halbfinale

    Japan - Deutschland 3:0
    Miwa Harimoto - Ying Han 3:1 (-5,10,3,8)
    Hina Hayata - Sabine Winter 3:2 (-10,-6,5,9,6)
    Honoka Hashimoto - Nina Mittelham 3:0 (8,5,5)

    China - Rumänien, Samstag 13:30 Uhr

    Finale

    Japan - China/Rumänien, Sonntag 12 Uhr

    Herren

    Halbfinale

    Taiwan - Japan, Samstag 18 Uhr
    China - Frankreich, Samstag 20:30 Uhr

    Alle Ergebnisse kann man auf der Turnierseite abrufen.

    Alle Spiele sind live und auf Abruf bei Dyn zu sehen.

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