Fan Zhendong in Düsseldorf: Zeit für neuen Ruhm

Am Donnerstag durfte sich Fan Zhendong in das Goldene Buch der Stadt Düsseldorf eintragen. In der anschließenden Pressekonferenz berichtete Borussia Düsseldorf von den Auswirkungen und Zielen nach dem Transfer.

Eine neue Tür hat sich geöffnet - für Olympiasieger Fan Zhendong, der den Wechsel zu Borussia Düsseldorf als neues Kapitel in seiner Karriere ansieht, und für seinen Verein, der sich auf vielfältigen Ebenen neuen Chancen gegenübersieht. Die am nächsten liegende Ebene ist dabei natürlich der sportliche Erfolg, der sich mit Fans Verpflichtung wieder einstellen soll. „Wir haben uns immer ‚das Bayern München des Tischtennis‘ genannt“, erinnerte zum Beispiel Timo Boll in einer Pressekonferenz am Donnerstag im Düsseldorfer Rathaus. „Nun wird es Zeit, wieder ein bisschen Ruhm und Titel in die Stadt zurückzubringen. Mit Fan haben wir die besten Chancen, das zu schaffen.“
Inspiration auf vielen Ebenen
Kurz zuvor war der Olympiasieger und Weltmeister von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller willkommen geheißen worden und hatte sich ins Goldene Buch der Stadt Düsseldorf eintragen dürfen. Auch Fan sind die Erwartungen, die in ihn gesteckt werden, bewusst. „Ich weiß, dass Borussia Düsseldorf eine lange Geschichte hat und schon viel erreicht hat. Jetzt, da ich mich dem Team angeschlossen habe, möchte ich der Mannschaft helfen können, mich selbst verbessern, und hoffe, dass wir gemeinsam noch mehr Ziele erreichen“, erklärte der chinesische Tischtennis-Star im Rahmen der Pressekonferenz. Nach 34 TTBL-, 28 Pokal- und 16 ETTU-Titeln hatte sein neues Team in den vergangenen beiden Jahren eine sportliche Durststrecke durchmachen müssen. Mit Fan Zhendong in ihren Reihen ist Borussia Düsseldorf in dieser Saison in allen Wettbewerben wieder der Topfavorit.
„Ich weiß, dass die Bundesliga viele starke Teams hat. Wir pushen uns gegenseitig, um auf das nächste Level zu kommen“, beschrieb Fan seine Eindrücke nach einem Jahr in der TTBL. „Ich bin sehr glücklich, mich der Bundesliga angeschlossen zu haben und mit den Topspielern in den Wettbewerb zu treten.“ Zum Beispiel mit jenen seines Ex-Vereins 1. FC Saarbrücken-TT, der neben Fan Zhendong auch noch Darko Jorgic, Yuto Muramatsu und Cedric Meissner ziehen ließ, sich aber unter anderem mit Hugo Calderano, der Nummer acht der Welt, verstärkte. „Auf sportlicher Seite macht er unser Team besser. Aber das ist nur eine Dimension“, betonte Borussia-Manager Andreas Preuß die Bedeutung seines neuen Spielers. „Ich denke, er ist auch eine Inspiration - für Kinder, für Partner, für den Austausch zwischen den Leuten. Er öffnet Türen zwischen zwei Ländern, zwei Märkten und auch zwischen zwei Kulturen.“ Borussia Düsseldorf merke schon jetzt einen Aufschwung in vielen Bereichen: von den Social-Media-Reichweiten, die stark angestiegen seien, bis zu den Sponsoreneinnahmen, die um etwa 50 Prozent zugelegt hätten.

Erster Auftritt am Samstag
Neben Fan stehen den Düsseldorfern mit Dang Qiu, Anton Källberg, Kanak Jha und Li Yongyin vier weitere starke Spieler zur Verfügung, die mit der Neuverpflichtung des Olympiasiegers gegebenenfalls eine neue Rolle im Team einnehmen werden. Der stärkste Düsseldorfer in der Weltrangliste ist weiterhin Dang Qiu, der während der Pressekonferenz aber gleich klarstellte: „Ich sehe mich nicht als den am höchsten eingestuften Spieler im Team an, auch wenn ich das offiziell bin. Denn Fan ist nicht mehr in der Weltrangliste.“ Qiu denkt, dass Fan eine große Unterstützung für die Mannschaft sein wird, gerade in den wichtigen Spielen. „Aber wir betreiben einen Teamsport. Ich denke, jeder ist wichtig und muss da sein, um den anderen zu helfen, sich zu unterstützen und die besten Ergebnisse hervorzubringen.“
Das erste Match der Düsseldorfer Mannschaft, am Dienstag gegen Bad Homburg, wurde ohne Fan Zhendongs Zutun gewonnen. Am Samstag steht nun das erste Heimspiel des Chinesen gegen Bad Königshofen auf dem Programm, für das sein Verein in die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf zieht. Der 29-Jährige freut sich auf das Match, von ein bisschen Nervosität kann aber auch er sich trotz seiner vielen Erfolge nicht ganz freisprechen.
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