Europameister! DTTB-Damen alleinige Rekordhalter

Die DTTB-Damen haben ihren Titel verteidigt, sind zum zehnten Mal Team-Europameister und damit alleinige Rekordhalter. Im Finale besiegten sie Rumänien mit ihrem zwölften 3:0-Sieg in Folge.

Deutschlands Damen sind das Maß aller Dinge in Europa. Wie bei der Team-EM 2021 in Cluj-Napoca und 2023 in Malmö holte die Mannschaft von Tamara Boros auch in Zadar den Titel - und verlor dabei wie schon in Schweden nicht ein einziges Einzel. Somit bauten die DTTB-Damen ihre Serie in diesem Jahr auf zwölf 3:0-Siege in Folge aus. Eine Machtdemonstration, die auch bei den Herren ihresgleichen sucht. Für Deutschlands Damen ist dies der zehnte Mannschaftstitel in der EM-Geschichte. Vor Zadar teilten sich die Deutschen diesen Rekord mit den Ungarinnen, die ihre letzte Team-EM im Jahr 2007 gewannen. Jetzt ist das DTTB-Team alleiniger Rekordhalter.
Kaufmann siegt zum ersten Mal gegen Szöcs
Im Finale warteten ein weiteres Mal die Rumäninnen - ein EM-Klassiker, den es in bisherigen Endspielen schon sechs Mal gegeben hatte. Auch 2023 in Malmö hatten sich die beiden besten Teams Europas im Finale gegenübergestanden - und für die 0:3-Niederlage wollte man sich auf rumänischer Seite gerne revanchieren. Doch den deutschen Damen gelang gleich zu Beginn das wichtige Break: Annett Kaufmann trat in ihrem ersten EM-Finale gegen Rumäniens unangefochtene Nummer eins Bernadette Szöcs an, die aktuell auf Platz 16 der Weltrangliste geführt wird und bislang noch keine Niederlage gegen die Deutsche einstecken musste. Zuletzt waren sich die beiden in der Runde der besten 32 bei der EM in Linz begegnet - und Kaufmann war mit 0:4 chancenlos. Diesmal baute die 19-Jährige direkt im ersten Satz großen Druck auf und überraschte die elf Jahre ältere Rumänin mit einem 11:4. Nichtsdestotrotz erholte sich Szöcs schnell und spielte in der Folge ihre Erfahrung aus. Das Spiel endete im fünften Satz, wo Kaufmann mit 5:0 wechselte. Ihren ersten Matchball bei 10:5 verwandelte sie sogleich und feierte sowohl ihren ersten Sieg gegen Europas Nummer zwei als auch die 1:0-Führung für ihr Team. „Ich höre oft, dass ich für diese ‚Big Matches‘ gemacht bin - und ich glaube, da ist was dran“, erzählte Kaufmann. „Es war mein erstes EM-Finale als Spielerin in der Box, aber ich bin nicht voller Angst da reingegangen. Und das ist, denke ich, eine meiner Qualitäten.“
Im zweiten Einzel trafen zwei Spielerinnen aufeinander, die sich im Laufe der Jahre schon häufiger begegnet sind: Sabine Winter und Elizabeta Samara. Auch sie hatten das letzte Mal in Linz gegeneinander gespielt - Winter damals noch mit zwei Offensivbelägen - und die Deutsche hatte mit 4:3 gewonnen. Samara brauchte ein, zwei Sätze, bis sie besser mit Winters neuem Spielsystem klarkam. Der gewonnene Durchgang zum 1:2 blieb jedoch ihr letzter. Die deutsche Nummer eins holte Deutschland den zweiten Punkt. „Sie war immer schon eine schwierige Gegnerin für mich und da sie auch noch sehr gut gegen Material spielt, dachte ich nicht gerade, dass sie jetzt meine Lieblingsgegnerin wird“, berichtete Winter. „Alle Spielzüge, die mir sonst gegen sie geholfen haben, sind mit dem Anti plötzlich weg. Und so wurden die Karten hier noch mal komplett neu gemischt, auch wenn wir schon häufig gegeneinander gespielt haben.“
„Stolz auf meine Mädels“
Den Deckel auf den dritten Europameistertitel in Folge machte Nina Mittelham. Die 28-Jährige trat souverän gegen Andreea Dragoman auf und sicherte sich eine 2:0-Führung, auch wenn sie den einen oder anderen Satzball unterwegs liegen ließ. Im dritten Durchgang verlor sie dann kurz den Faden, so dass ihre Gegnerin auf 1:2 herankam. Einen weiteren Satz ließ sich Mittelham aber nicht mehr nehmen: Mit 3:1 holte sie ihrem Team den dritten Punkt und besiegelte den wettbewerbsübergreifend zwölften 3:0-Sieg in Folge. „Vor dem Turnier habe ich noch gewitzelt, dass wir die 3:0-Serie aufrechterhalten müssen, aber dass wir es jetzt tatsächlich geschafft haben, überrascht mich wirklich“, erzählte Mittelham. „Ich habe vorher etwas mit mir gehadert, weil ich nicht so gut gespielt habe wie erhofft. Aber heute hat sich noch einmal gezeigt, dass, wenn es wirklich drauf ankommt, ich auch besser spiele. Und da bin ich sehr froh drüber.“
Bundestrainerin Tamara Boros war voll des Lobes für ihre Mannschaft - inklusive Yuan Wan und Mia Griesel, die im Finale zwar auf der Bank saßen, aber ihren Teil zum Titel beitrugen. „Ich hatte hier ein sehr hartes Match erwartet“, gab Boros zu, die vorher eher skeptisch war, dass man die 3:0-Serie aus Malmö würde wiederholen können, zumal man auf Ying Han verzichten musste. „Es war zwar ein 3:0, aber jedes Einzel war sehr eng. Ich bin stolz auf meine Mädels - auf alle fünf.“ An die Team-WM in London will die Bundestrainerin dagegen noch nicht denken. „Heute wollen wir erst mal ein bisschen feiern - und dann kommen schon wieder die nächsten Turniere.“ Ihrem Ziel, die nächste Generation an die Spitze zu führen, ist Tamara Boros mit diesem Titel auf jeden Fall ein gutes Stück nähergekommen.
Das Spiel im Überblick
Finale
Rumänien - Deutschland 0:3
Bernadette Szöcs - Annett Kaufmann 2:3 (-4,10,-8,6,-5)
Elizabeta Samara - Sabine Winter 1:3 (-5,-8,8,-7)
Andreea Dragoman - Nina Mittelham 1:3 (-12,-8,8,-5)
Alle Spiele werden live und kostenlos auf ETTU.tv übertragen.
Alle Ergebnisse findet ihr hier.
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