EM ohne verletzten Ovtcharov, Walther rückt nach

    Kurz vor dem Start der Tischtennis-EM in Ljubljana sorgt die offizielle ETTU-Setzliste für Überraschungen: Dimitrij Ovtcharov fehlt verletzungsbedingt im deutschen Aufgebot, Ricardo Walther rückt nach und geht in der Qualifikation an den Start. Auch im Doppel gibt es Veränderungen.

    Dimitrij Ovtcharov muss EM-Start verletzungsbedingt absagen, Ricardo Walther rückt nach (© WTT)
    Dimitrij Ovtcharov muss die EM verletzungsbedingt absagen, Ricardo Walther rückt nach (© WTT)

    Nur noch zwei Tage bis zu den Tischtennis-Europameisterschaften! In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana kämpfen Europas beste Spielerinnen und Spieler im Einzel, Doppel und Mixed um die begehrten Medaillen. Kurz vor Turnierbeginn hat die European Table Tennis Union (ETTU) nun die offizielle Setzliste veröffentlicht – und die hält aus deutscher Sicht eine Überraschung bereit. Denn ein prominenter Name fehlt plötzlich im Aufgebot: Dimitrij Ovtcharov. Wie der DTTB nun bekanntgab, musste der Fuldaer seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen.

    Eigentlich sollte der zweimalige Olympia-Bronzemedaillengewinner und zweifache Einzel-Europameister bei der EM direkt im Hauptfeld antreten. Noch im Vorfeld hatte der 38-Jährige bei einer Pressekonferenz seine Medaillenambitionen unterstrichen: „Die EM ist ein Turnier, das ich sehr gerne spiele, sich mit den Besten des Kontinents zu messen. Und das ist auch dieses Mal das Ziel, eine Medaille zu erringen und zu probieren, eine schöne Farbe draus zu machen.“

    Ricardo Walther rückt für Dimitrij Ovtcharov nach

    Ovtcharov klagte laut DTTB bereits beim China Smash über Probleme im rechten Oberarm. Da die Beschwerden im weiteren Turnierverlauf zunahmen, entschieden der ehemalige Weltranglisten-Erste und das DTTB-Trainer-Team in Abstimmung mit der medizinischen Abteilung des Deutschen Tischtennis-Bundes, dass Ovtcharov vorsorglich eine zehntägige Wettkampfpause einlegt.

    „Die Absage tut richtig weh. Ich war zuletzt sehr gut in Form und hatte mir für die EM einiges vorgenommen. Umso bitterer ist es, dass ich jetzt nicht dabei sein kann“, sagt Ovtcharov. „Der Turnierkalender ist extrem voll, und manchmal muss man dem Körper die nötige Erholung geben. Gemeinsam mit den Ärzten haben wir entschieden, kein Risiko einzugehen. Jetzt geht es darum, schnell wieder vollständig fit zu werden.“

    An der Spitze des deutschen Aufgebots steht Benedikt Duda, der auf Position fünf gesetzt ist. Dahinter folgen der Einzel-Europameister von 2022, Dang Qiu (7*), und Patrick Franziska (8). U21-Europameister Andre Bertelsmeier ist auf Rang 18 gesetzt. Nachrücker Ricardo Walther ist Nummer 61 auf der Setzliste und startet damit neben Wim Verdonschot (38) und Kay Stumper (72) in der bereits am Sonntag beginnenden Qualifikation.

    „Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet und hatte fürs Wochenende und für nächste Woche ganz andere Pläne. Die sage ich natürlich gerne ab. Diese EM ist das Turnier, auf das ich mich in meiner Karriere am wenigsten vorbereitet habe, aber es ist eine Challenge, auf die ich mich sehr freue. Es kann nur gut werden!", so der Grünwettersbacher gegenüber dem DTTB.

    Auch Veränderungen im Herren-Doppel

    Ovtcharovs Ausfall hat zudem Auswirkungen auf die Doppelkonkurrenz. Das ursprünglich vorgesehene Duo Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov wird nicht an den Start gehen. Stattdessen bilden Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier die zweite deutsche Paarung, die auf Rang acht der Setzliste geführt wird. Dass die beiden Youngster gut harmonieren, bewiesen sie bereits 2026, als sie gemeinsam sowohl den U21-Europameistertitel als auch den deutschen Meistertitel im Doppel gewannen.

    Noch aussichtsreicher gehen Dang Qiu und Benedikt Duda ins Rennen. Das deutsche Duo ist hinter den französischen Brüdern Alexis und Félix Lebrun an Position zwei gesetzt und zählt damit zu den größten Medaillenkandidaten.

    Winter und Han auf Medaillenrängen gesetzt

    Auch bei den deutschen Damen verspricht die Setzliste gute Medaillenchancen. Allen voran Sabine Winter darf sich Hoffnungen auf Edelmetall machen. Die aktuelle Weltranglistenachte führt die Setzliste an und geht damit als topgesetzte Spielerin ins Turnier.

    Ebenfalls weit vorne findet sich ihre Teamkollegin Ying Han, die auf Position drei gesetzt ist. Damit zählen zwei deutsche Spielerinnen zu den heißesten Medaillenkandidatinnen im Einzel.

    Auch im Doppel treten Winter und Han gemeinsam an. Obwohl die beiden bislang noch kein offizielles Doppel zusammen bestritten haben, werden sie auf Rang sechs der Setzliste geführt. Noch besser sind Nina Mittelham und Annett Kaufmann positioniert, die als zweitgesetztes Duo ins Rennen gehen. Die Favoritenrolle haben allerdings die Rumäninnen Bernadette Szocs und Elizabeta Samara inne, die die Setzliste anführen.


    Die Setzlistenpositionen der Deutschen im Überblick:

    Herren:
    Benedikt Duda (5), Dang Qiu (7), Patrick Franziska (8), Andre Bertelsmeier (18), Wim Verdonschot (38/Quali), Ricardo Walther (61/Quali), Kay Stumper (72/Quali)

    Damen:
    Sabine Winter (1), Ying Han (3), Nina Mittelham (6), Annett Kaufmann (11), Franziska Schreiner (39/Quali)

    Herren-Doppel:
    Dang Qiu/Benedikt Duda (2), Wim Verdonschot/Andre Bertelsmeier (8)

    Damen-Doppel:
    Nina Mittelham/Annett Kaufmann (2), Sabine Winter/Ying Han (6)

    Mixed-Doppel:
    Patrick Franziska/Annett Kaufmann (13), Benedikt Duda/Nina Mittelham (16)

    *Die Zahlen geben die Positionen in der EM-Setzliste auf Grundlage des ETTU-Rankings und der offiziellen ETTU-Seite an (Stand: 09.10.2026).

    Alle Informationen zur Setzliste, den Auslosungen und den Ergebnissen gibt es auf der Website der ETTU.

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