EM: Drei deutsche Doppel greifen nach Medaille

    Bei den Europameisterschaften in Ljubljana haben drei von vier deutschen Doppeln den Sprung ins Viertelfinale geschafft, wo sie am Donnerstag um eine sichere Medaille kämpfen. Das Duo Wim Verdonschot/Andre Bertelsmeier musste sich nach einer Niederlage in fünf Sätzen aus dem Doppelwettbewerb verabschieden.

    Nina Mittelham und Annett Kaufmann bestehen das Achtelfinale der EM mit 3:1(©ETTU)
    Nina Mittelham und Annett Kaufmann bestehen das Achtelfinale der EM mit 3:1(©ETTU)

    Stark waren die Deutschen in die Doppelkonkurrenzen gestartet, und beinahe genauso erfreulich ging es am Mittwoch in den Achtelfinalpartien weiter. Die Doppel Mittelham/Kaufmann, Winter/Han und Duda/Qiu spielten sich allesamt ins Viertelfinale und kämpfen dort am Donnerstag um eine sichere Medaille. Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier konnten derweil eine Aufholjagd nicht ins Ziel bringen.  

    Großer Jubel bei Nina Mittelham und Annett Kaufmann: Mit einem 3:1-Sieg gegen die Schwedinnen Christina Källberg und Filippa Bergand besiegelten die Deutschen den Einzug ins Viertelfinale. Obwohl das Ergebnis recht eindeutig aussieht, hatten die beiden Deutschen insbesondere in den ersten drei Sätzen (11:8, 11:7, 8:11) noch etwas zu kämpfen. Geplatzt ist der Knoten dann im vierten Durchgang. Die Deutschen pushten sich gegenseitig nach jedem Punkt, dominierten die offenen Rallyes und sicherten sich am Ende mit 11:5 im vierten Satz und einem 3:1-Gesamtsieg den Einzug ins Viertelfinale.

    „Wir haben echt gut gespielt und uns auch zu gestern auf jeden Fall gesteigert. Ich habe mich noch nicht wohlgefühlt, bin noch etwas mit mir am Hadern. Aber da hat Nina einen sehr guten Job als meine Doppelpartnerin gemacht, mich emotional und spielerisch zu unterstützen. Und das ist auch das, was unser Doppel jetzt auch ausgemacht hat. Der Zusammenhalt war da und entscheidend, warum wir dann auch in wichtigen Momenten die Sätze für uns gewinnen konnten“, sagte Annett Kaufmann nach dem gewonnenen Achtelfinale. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale stehen Kaufmann und Mittelham am Donnerstag den Serbinnen Sabina Surjan und Izabela Lupulesku gegenüber.

     „Für uns ist jedes Spiel noch anders“

    Auch Ying Han und Sabine Winter freuten sich nach einem 3:1-Sieg gegen die Luxemburgerinnen Sarah de Nutte und Xia Lian Ni über den Einzug ins Viertelfinale. Doch auch das neu formierte Damen-Doppel hatte über einige Strecken ordentlich zu kämpfen. 

    „Wir wussten schon, dass es wahrscheinlich ein sehr schwieriges und unangenehmes Doppel wird, weil auch eine dabei war, die selbst Material spielt und auch gegen Material und Abwehr sehr gut spielt, sodass wir immer wieder aus unserer Komfortzone raus und etwas anderes ausprobieren mussten“, analysierte Sabine Winter nach dem Match.

    Die Deutschen starteten mit einem 11:8 zunächst gut in die Partie, konnten einen Satzausgleich der Luxemburgerinnen aber nicht verhindern. Nachdem das Duo mit einem souveränen 11:2 im dritten Durchgang erneut in Führung gegangen war, drehten die Deutschen im vierten Durchgang noch einen 8:10-Rückstand in einen 13:11-Sieg und setzten damit den Deckel auf den Viertelfinaleinzug.

    Im Kampf um eine sichere Medaille fordert das Material-Abwehr-Duo am Donnerstag die Rumäninnen Bernadette Szocs und Elizabeta Samara heraus. Respekt vor ihren Gegnerinnen zeigten die beiden Deutschen schon im Vorfeld: „Die sind ein sehr gutes Doppel. Für uns ist jedes Spiel noch anders und neu. Wir müssen uns immer noch mehr an unser Spiel gewöhnen. Aber ich denke, dass wir eine Chance haben, aber hart kämpfen müssen“, so Ying Han mit Blick auf das Viertelfinale.

    Dang Qiu und Benedikt Duda nach 11:0 im Entscheidungssatz im Viertelfinale

    Deutlich mehr zu Arbeiten hatten derweil Dang Qiu und Benedikt Duda, ehe sie sich den Einzug ins Viertelfinale sichern konnten - denn mit einem Bein standen die Deutschen schon fast im Aus. Die ETTU1-Athleten präsentierten sich von Beginn an hellwach und eilten direkt auf eine 2:0-Satzführung. Auch im dritten Durchgang gerieten Dang und Duda mit 1:3 in Rückstand und nahmen eine Auszeit, um sich noch einmal zu sammeln. Und das mit Erfolg: Mit 5:4 setzte sich das eingespielte Doppel in Führung und rette sich mit 11:9 in den vierten Durchgang. Und auch dort sollte es für die Deutschen reichen, mit 11:7 erzwangen sie noch den Entscheidungssatz. Und dieser entwickelte sich zu einer wahren Machtdemonstration. Von den anfänglichen Schwierigkeiten war nichts mehr zu merken. Qiu und Duda marschierten unaufhaltsam zum Sieg und gewannen den Satz ohne Punktverlust mit 11:0.

    Dang Qiu zeigte sich nach dem Arbeitssieg sichtlich erleichtert: „Es war ein erwartet schweres Spiel. Die zwei haben echt gut gespielt. Ich glaube das Niveau war die ganze Zeit sehr hoch. Am Ende hieß es einfach kämpfen und der Kampf wurde auch belohnt. Im fünften haben wir dann gut dominiert, 11:0, das gibt es auch nicht so häufig. Aber da haben wir echt im Flow gespielt. Ich bin total froh, dass wir das noch drehen konnten.“

    Das Doppel trifft am Donnerstag auf die Schweden Anton Källberg und Kristian Karlsson, die ihre Achtelfinal-Hürde mit 3:1 meisterten.

    Nach Fünf-Satz-Match: Verdonschot und Bertelsmeier scheitern im Achtelfinale

    Bei Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier lief es gegen die Moldauer Andrei Putuntica und Vladislav Ursu anfangs recht gut: Die nach Dimitrij Ovtcharovs Absage in den Wettbewerb gerückten deutschen Doppelmeister gewannen den ersten Satz mit 11:8, merkten aber schon im zweiten, dass mit Gegenwehr zu rechnen war. Putuntica und Ursu holten den Ausgleich deutlich mit 11:4 und hatten auch schon zwei Satzbälle zur 2:1-Führung, als Verdonschot und Bertelsmeier einen Vier-Punkte-Durchmarsch aufs Parkett legten und sich den Satz noch ‚klauten’. Das Spiel ging jedoch noch in den Entscheidungssatz, der ausgeglichen begann, dann aber schnell in die Moldauer Richtung kippte. Nach ihrem Timeout bei 4:5 machten Verdonschot und Bertelsmeier keinen Punkt mehr und schieden mit 2:3 aus dem Wettbewerb aus.

    „Es war ein knappes Spiel. Die beiden haben es sehr gut gemacht. Haben den Auf- und Rückschlag sehr gut gestaltet, haben eine extrem gute Banane, was uns ein bisschen unter Druck gesetzt hat. Und dann haben wir natürlich auch ein, zwei einfache Fehler in der Rallye gemacht", analysierte Bertelsmeier nach dem Match.

    Alle Spiele der Deutschen in der Hauptrunde:

    Herren-Einzel:

    Runde der letzten 64:
    Patrick Franziska GER - Ovidiu Ionescu ROU 4:0 (10,8,10,5)
    Benedikt Duda GER - Maciej Kolodziejczyk AUT 4:0 (11,4,6,8)
    Andre Bertelsmeier GER - Robert Gardos AUT 4:3 (-11,12,6,-5,8,-9,5)
    Ricardo Walther GER - Iulian Chirita ROU 1:4 (7,-6,-9,-7,-13)
    Dang Qiu GER - Dimitrije Levajac SRB 4:0 (5,9,4,7)
    Wim Verdonschot GER - Jonathan Groth DEN 1:4 (-9,8,-7,-7,-9)
    Kay Stumper GER - Kristian Karlsson SWE 1:4 (-4,-5,9,-8,-8)

    Runde der letzten 32:
    Patrick Franziska GER - Deni Kozul SLO, Donnerstag (Uhrzeit offen)
    Benedikt Duda GER – Tom Jarvis ENG, Donnerstag (Uhrzeit offen)
    Andre Bertelsmeier GER – Truls Moregard SWE, Donnerstag (Uhrzeit offen)
    Dang Qiu – Jonathan Groth DEN, Donnerstag (Uhrzeit offen)

    Herren-Doppel:

    Achtelfinale:
    Wim Verdonschot/Andre Bertelsmeier GER – Vladislav Ursu/Andrei Putuntica MDA 2:3 (8,-4,10,-6,-4)
    Dang Qiu/Benedikt Duda GER – Evgeny Tikhonov/Vladimir Sidorenko ETTU2 3:2 (-8,-8,9,7,0)

    Viertelfinale:
    Dang Qiu/Benedikt Duda GER – Kristian Karlsson/Anton Källberg SWE, Donnerstag 9:30 (Tisch 2)

    Damen-Einzel:

    Runde der letzten 64:
    Sabine Winter GER – Valeriia Kotsiur ETTU2 4:0 (5,5,7,8)
    Ying Han GER – Katarzyna Wegrzyn POL 4:0 (3,9,9,6)
    Franziska Schreiner GER – Tatiana Kukulikova SVK 2:4 (8,-7,7,-5,-5,-6)
    Annett Kaufmann GER – Mariia Tailakova ETTU2 4:1 (7,-5,10,6,7)
    Nina Mittelham GER – Ema Labosova SVK, Mittwoch 4:0 (2,7,9,8)

    Damen-Doppel:

    Achtelfinale:
    Sabine Winter/Ying Han GER – Sarah de Nutte/Xi Lian Ni LUX 3:1 (8,-9,2,11)
    Nina Mittelham/Annett Kaufmann GER – Christina Kallberg/Filippa Bergand SWE 3:1 (8,7,-8,5)

    Viertelfinale:
    Sabine Winter/Ying Han GER – Bernadette Szocs/Elizabeta Samara ROU, Donnerstag 10:05 Uhr (Tisch 2)
    Nina Mittelham/Annett Kaufmann GER – Sabina Surjan/Izabela Lupulesku SRB, Donnerstag 10:40 Uhr (Tisch 1)

    Mixed-Doppel:

    Achtelfinale:
    Patrick Franziska/Annett Kaufmann GER – Thibault Poret/Prithika Pavade FRA 1:3 (11,-2,-8,-7)
    Benedikt Duda/Nina Mittelham GER – Alvaro Robles/Maria Xiao ESP 3:0 (7,8,8)

    Viertelfinale:
    Benedikt Duda/Nina Mittelham GER – Vladislav Ursu/Alexandra Chiriacova MDA 3:0 (10,5,9)

    Halbfinale:
    Benedikt Duda/Nina Mittelham GER – Eduard Ionescu/Bernadette Szocs ROU, Donnerstag 12:40 Uhr (Tisch 1)

    Zur Seite der ETTU mit Ergebnissen, Zeitplan und Auslosungen.

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