DTTB testet neue Mixed-Paare: Das sind die Schwierigkeiten

Beim WTT Feeder in Düsseldorf nutzte der DTTB die Gelegenheit für zwei Mixed-Versuche. Welche sportlichen Eindrücke diese lieferten und warum es weiterhin problematisch bleibt, international konkurrenzfähige Paarungen zu formen.

Wer das Feeder-Heimspiel im DTTZ vergangene Woche verfolgt hat, der konnte zwei Kombinationen im Teilnehmerfeld beobachten, die auf der WTT-Tour zuvor noch nicht gemeinsam am Tisch standen: Ricardo Walther spielte mit Ying Han, außerdem trat Dimitrij Ovtcharov gemeinsam mit Annett Kaufmann an. Beide Duos erhielten eine Wildcard für das Hauptfeld, Ovtcharov und Han gingen sogar ausschließlich im Mixed-Wettbewerb an den Start.
Kaum gemeinsame Vorbereitung
Dass beide Paare noch nicht perfekt eingespielt waren, überraschte kaum. „Ying und ich wollten schon im November zusammen spielen, aber da war ich verletzt. Wir dachten, wir probieren es einfach mal. Trainiert haben wir nur am Montag davor“, erklärte Walther zur geringen Eingewöhnungszeit mit seiner Abwehrpartnerin. „Der Rhythmus und die Abläufe waren noch nicht da – das braucht Zeit. Aber wir wollen uns weiter verbessern.“
Das neu formierte Duo schied im Achtelfinale nach fünf Sätzen gegen die späteren Finalisten Connor Green und Tin-Tin Ho aus England aus. Auch Ovtcharov und Kaufmann mussten sich bereits in der Auftaktrunde geschlagen geben – gegen die Polen Maciej Kubik und Natalia Bajor (2:3).
Schwierige Planung im internationalen Kalender
Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf hatte in der Vergangenheit in seinen Turnieranalysen mehrfach betont, neue Doppel- und Mixed-Kombinationen ausprobieren zu wollen. Beim Turnier in Düsseldorf war die Situation allerdings kompliziert, weil mehrere deutsche Topspieler bereits auf dem Weg zum WTT Champions Chongqing in China waren, das in dieser Woche stattfindet.
„So kamen diese Konstellationen zustande“, erklärte Roßkopf. Gleichzeitig machte er noch einmal deutlich, dass die Zusammenstellung von Mixed-Paaren oft schwieriger sei, als es von außen wirkt. „Es ist nicht so einfach. Wir sind froh über jedes Paar, das wir stellen können.“ Die Fragen, die bei den Verantwortlichen immer wieder auftauchen: Wer ist gerade verfügbar? Wer passt zusammen und bei welchen Events ist eine Teilnahme überhaupt möglich bzw. sinnvoll?

Mixed gewinnt weiter an Bedeutung
Andere Nationen setzen schon seit Jahren stärker auf eingespielte Doppel- und Mixed-Paarungen. Das derzeit bestplatzierte deutsche Mixed bilden Dang Qiu und Sabine Winter, die in der aktuellen Weltrangliste (Stand: 9. März) auf Rang 28 stehen. Ende Februar erhielten beide eine Chance beim Singapore Smash und erreichten dort das Viertelfinale, ehe sie an den Südkoreanern Lim Jonghoon und Shin Yubin scheiterten. Auch Kaufmann sammelte zuletzt einiges an Mixed-Erfahrung – in erster Linie an der Seite von Patrick Franziska. Seit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Individual-EM 2024 in Linz standen beide mehrfach gemeinsam in der Box, zuletzt auch beim Mixed Team World Cup im Dezember 2025.
Fest steht: Die Bedeutung des Mixed wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles werden bekanntlich Mixed-Teams anstelle der bisherigen Damen- und Herren-Teamwettbewerbe gespielt. Der Mixed Team World Cup hat sich inzwischen etabliert und steigt Ende 2026 bereits zum vierten Mal. „Wir probieren vieles aus – auch im Training“, sagt Roßkopf. „Aber am Ende müssen wir uns auch auf zwei oder drei feste Mixed-Paare festlegen“, weiß der Bundestrainer.
Ergebnisse (noch) nicht entscheidend
Die Ergebnisse in Düsseldorf waren deshalb nur bedingt aussagekräftig. Viel wichtiger war es für den DTTB, neue Konstellationen auf internationaler Bühne zu testen und Erfahrungen zu sammeln. Langfristig wird entscheidend sein, eingespielte Kombinationen zu formen, die bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen um die Medaillen mitspielen können. Der bislang letzte große deutsche Mixed-Erfolg bleibt der EM-Titel von Dang Qiu und Nina Mittelham im Jahr 2021 in Warschau.
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