„Fireflies“ und Wikinger: „Lange Nacht des Tischtennis“ lockte 1.000 Gäste
Am 4. September 2026 lockte in Hamburg die erste „Lange Nacht des Tischtennis" rund 1.000 Gäste an zwölf ganz unterschiedliche Tischtennis-Locations. Von Weltklasse-Showkampf, Tischtennistraining bis zum Rundlauf mit DJ war alles dabei.

Eine große Idee stand im Raum – neu und bestechend einfach: Eine ganze Nacht „soziales Tischtennis“ überall in Hamburg. Offen für wirklich jeden, bei freiem Eintritt und natürlich so vielfältig wie möglich. Die ganze Bandbreite zeigen, den Spieltrieb bei Jung und Alt wecken und ganz viel Begegnung schaffen. Sollten sich dabei auch neue Mitgliedschaften für die Vereine ergeben, wäre das ein toller Nebeneffekt, dachten sich die Vereinsrepräsentanten.
Ein wichtiger Grundsatz dabei: möglichst jede Facette unseres magischen Sports zu zeigen. Vom blutigen Anfänger bis zum Vollblutprofi, vom Outdoor-Tischtennis über das Vereinsleben bis hin zum Nachbarschaftstischtennis. Und natürlich sollten auch die „Auskenner“ nicht zu kurz kommen, die meinen, ohnehin schon alles gesehen zu haben.
Showkampf mit Ovidiu Ionescu zum Start
Als sich um 18 Uhr an zwölf Locations gleichzeitig die Türen öffneten, begrüßte Initiator Henrik Peschel (TH Eilbeck) 200 Gäste zum Showkampf zwischen Ovidiu Ionescu (Post SV Mühlhausen) und zwei Hamburger Lokalmatadoren. Die Zuschauer bejubelten jeden Punktgewinn gegen den agilen Weltklassespieler, Vizeweltmeister und Olympiateilnehmer von Paris 2024.
Danach kam es zu einer spontanen Aktion, die sinnbildlich für das ganze Event stand: Eine halbe Stunde lang spielte der äußerst sympathische TTBL-Profi mit jeder Menge Kindern und Jugendlichen im Centercourt einfach weiter. Alle wurden einzeln abgeklatscht, Autogrammkarten verschenkt – und weil es so schön war, kamen anschließend sogar die Erwachsenen dran.
Einer nach dem anderen stieg über die blaue Bande. Für viele Tischtennis-Enthusiasten ging damit ein Traum in Erfüllung: einmal gegen einen Bundesligaspieler antreten. Ovidiu schwitzte, bedankte sich höflich und versprach, den Kontakt zu anderen Profis herzustellen, damit genau so etwas bald wiederholt werden kann.

Von Startschuss bis Hammaburg - zwölf Locations für Tischtennis
Währenddessen füllten sich auch die Hallen der anderen teilnehmenden Vereine schnell. Beim SV GW Harburg südlich der Elbe hatten viele Familien mit leckeren Hotdogs und am Ballroboter ihren Spaß. In der großen Halle des HT 16 gab es ebenfalls tolles Catering gegen Spende, frische Melone, frittierte vietnamesische Frühlingsrollen – und ein Stelldichein vieler Parkspieler, die den technisch starken Vereinsmitgliedern so manchen unkonventionellen Ball um die Ohren schlugen. Die bunte Regenbogenfahne am Eingang wies den Weg zum queeren Tischtennis bei Startschuss e. V..
Ganz anders die Atmosphäre im unterirdischen Museum der Hammaburg, Hamburgs ältestem Gebäude und Ursprung der Hansestadt aus der Zeit um 800 n. Chr. Dort lief den zum Training erschienenen Senioren gerade ein ziemlich kalter Schauer über den Rücken.
Der rüstige Rentner Roland (BSG Lufthansa) aus Langenhorn, an diesem Abend als Co-Trainer dabei, glänzte mit Geschichtswissen: „Eines Morgens vor ca. 800 Jahren tauchten genau hier an der Elbe 600 Wikinger mit ihren Schiffen auf. Äxte in den Händen. Als sie zwei Tage später weiterzogen, hatten sie alles plattgemacht. Kein Stein war mehr auf dem andern. Die armen Menschen tot oder geflohen.“ Trotz dieser drastischen Einführung hatten die Oldies viel Spaß und genossen die mystische Atmosphäre der Ausgrabungsstätte.
Zur gleichen Zeit, nur wenige Kilometer weiter, sorgte der junge Kreisliga-Spieler und DJ Bo mit dem Indie-Hit „Fireflies“ von Owl City (Minnesota) für den Soundtrack zum lustigen Rundlauf im ehemaligen Recyclinghof am Fluss. Outdoor-Tischtennis – dank Überdachung trotz strömenden Regens kein Problem. Auch hier trafen Hamburger Landesligaspieler auf Anfänger, spielten miteinander und tauschten sich lebhaft aus.
Das einhellige Fazit der geschätzt 1.000 Teilnehmer lautete dann um 23 Uhr: „Ich hab heute eine ganze Menge Leute kennengelernt.“ Denn Tischtennis verbindet!
(Bericht: HaTTV)
0 Kommentare
Um einen Kommentar abzugeben, musst du mit deinem myTischtennis.de-Account eingeloggt sein.


