750-Einwohner-Dorf plant verrückten TT-Weltrekord

Nicht alltäglich, dafür maximal kreativ: Der TTC 1952 Anzefahr aus Hessen hat sich zum 800-jährigen Dorfjubiläum etwas ganz Besonderes ausgedacht – einen spannenden Rekordversuch im Tischtennis. Das steckt dahinter.

Ein kleines Dorf möchte Großes erreichen! Anzefahr, ein 750-Einwohner-Ort der Kleinstadt Kirchhain in der Mitte von Hessen, geht auf Rekordjagd. Anlässlich des 800-jährigen Dorfjubiläums hat sich der ansässige Tischtennisverein etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
Statt einfach nur ein paar Tische aufzustellen und klassisch für den Verein zu werben, reifte an einem langen, geselligen Abend eine außergewöhnliche Idee: „Wir wollten etwas machen, das hängen bleibt“, erzählt Abteilungsleiter Oliver Groß, der den Rekordversuch mit organisiert. Da sich lange Ballwechsel am Stück schwierig gestaltet hätten, fiel die Wahl auf die längste Tischtennisstaffel am Stück. Die Recherche führte schnell zu bestehenden Bestmarken – und zu einer klaren Zielsetzung: 210 Stunden Tischtennis nonstop, also 8 Tage und 18 Stunden ohne Pause.
Von der Schnapsidee zum Großprojekt
Der Plan: Von Freitagabend (29. Mai, 19.30 Uhr) bis Sonntagmittag (7. Juni) soll rund um die Uhr gespielt werden – an einem Tisch, durchgehend, ohne Unterbrechung. Angemeldet ist der Rekordversuch beim Deutschen Rekordinstitut. Ein offizieller „Guinness World Record“ hätte den finanziellen Rahmen gesprengt.
Aktuell plant der Verein mit einem kleinen Kernteam, hat aber auch einen „Schattenplan“ in der Hinterhand, falls etwas nicht wie gewünscht läuft. Denn die Herausforderungen sind enorm: Für die Anerkennung als Rekord müssen zusätzlich durchgehend zwei unabhängige Zeugen vor Ort sein, die selbst nicht mitspielen dürfen.
Festzelt, Livestream und Wettbewerb
Eingebettet ist das Ganze in das zweite große, feierliche Jubiläums-Wochenende des Dorfes an Fronleichnam. Auf dem Festgelände entsteht ein Zelt mit Spielbereich, Aufenthaltszone und Livestream: Eine Firma bindet die Aktion per Video direkt auf der Vereins-Homepage ein – inklusive Rankings und Scoring.
Mitmachen kann jeder: Einzelspieler, Gruppen, Freunde, Arbeitskollegen, ganze Vereine. Spiel-Slots können flexibel gebucht werden. Und es gibt Anreize: Der Verein mit den meisten Teilnehmern und mit den meisten gespielten Stunden staubt Bierfässer oder Pokale ab. Zusätzlich werden unter allen Aktiven hochwertige Tischtennisartikel verlost.
Großes Interesse – aber auch Risiko
Das Projekt wächst stetig. Medieninteresse ist bereits vorhanden, sogar erste TV-Anfragen stehen im Raum. Gleichzeitig ist noch einiges zu tun: „Mehr als die Hälfte der Slots ist schon vergeben, aber wir brauchen noch weitere Teilnehmer. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen. Es wäre nur gut, wenn die Leute dann auch wirklich vorbei kommen“, appelliert Groß mit Blick auf das Risiko.
Auch im Dorf selbst wird mobilisiert: Alte Mannschaften aus der Vergangenheit sollen reaktiviert, Schulen eingebunden werden, Infoveranstaltungen sind organisiert. Der Verein, der mit 13 Mannschaften ohnehin zu den größten im Landkreis zählt, lebt diese Gemeinschaft.
Alles aus Spaß – mit offenem Ausgang
Trotz aller Vorbereitungen und Mühen soll am Ende der Spaß im Vordergrund stehen. „Wir versuchen unser Glück und wissen noch nicht, wo es hinführt. Wenn es klappt, freuen wir uns riesig. Wenn nicht, wird der Frust eben gemeinsam weggefeiert“, sagt Groß mit einem Lächeln.
Eines steht fest: Dieser Weltrekordversuch ist schon jetzt ein außergewöhnliches Projekt – und ein starkes Zeichen dafür, was in einem kleinen Dorfverein alles möglich ist.
Weitere Infos zu den Slot-Buchungen etc. findet ihr auf der Weltrekord-Homepage des TTC Anzefahr.
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