Fabians Blog: Zehn Spiele in vier Wochen - überspielt oder motivierend?

myTischtennis.de-Redakteur Fabian Kleintges-Topoll erlebt derzeit ein Punktspielpensum, wie nie zuvor. Der 30-Jährige berichtet von einer Rückrunde, die für ihn und seine Mannschaft zum echten Kraftakt geworden ist.

Die Winterpause im Tischtennis ist bekanntlich kurz. Meist liegt nur etwa ein Monat zwischen dem letzten Spiel der Hinrunde Anfang Dezember und dem Start ins neue Jahr am zweiten Januar-Wochenende. Soweit die Theorie. In der Praxis sah es bei mir in der 1. Bezirksklasse Rhein-Ruhr (WTTV) allerdings ganz anders aus.
Ich möchte nicht von einer Seuchensaison sprechen. Doch das Verletzungspech, das meine Mannschaft – den TuS Borth II – in dieser Spielzeit erwischt hat, habe ich so auch noch nicht erlebt. Ohne die Unterstützung unserer Ersatzspieler aus der dritten Mannschaft hätten wir das stramme Programm kaum bewältigen können.
Der Auslöser war die Knieoperation unserer Nummer drei. Weil lange unklar war, wann er wieder einsatzfähig sein würde, mussten wir zahlreiche Spiele möglichst weit nach hinten verlegen. Kaum ein Spieltag fand am ursprünglichen Termin statt. Entsprechend häufig vibrierte zu Jahresbeginn mein Telefon, um neue Termine mit den Gegnern zu koordinieren. Zum Glück zeigten sich die meisten Teams kooperativ.
Kurioserweise führte das dazu, dass die Tabelle lange ziemlich verzerrt aussah. Einige Mannschaften hatten deutlich mehr Spiele absolviert als wir. Ich bin mir sicher: Wären wir über die Saison hinweg komplett gewesen, hätten wir im Aufstiegsrennen durchaus ein Wörtchen mitreden können. Doch es kam anders. Nach nur einem Einsatz erlitt unser Dreier einen Rückschlag – die Saison war für ihn endgültig beendet.
Damit ging es personell so weiter, wie es begonnen hatte. Spätestens nach der Auftaktniederlage gegen Meisterschaftskandidat Orsoy wurde klar, dass mehr als ein Platz im Tabellenmittelfeld wohl kaum drin sein würde – was angesichts der Situation auch absolut in Ordnung ist. Durch die vielen Wochenspieltage blieb zudem kaum Zeit zum Trainieren oder Durchatmen, weil wenig später schon wieder das nächste Meisterschaftsspiel anstand. Ein ungewohnter Rhythmus, auf den man sich erst mal einstellen musste.
Ausnahmesaison: Hoffen auf Normalität
Immerhin: Auch wenn es eine schwere Geburt war, holten wir im Bundessystem mit unserer Vierermannschaft noch die nötigen, wichtige Punkte. Beim Tabellenletzten und designierten Absteiger aus Menzelen gelang ein Sieg, und durch den Erfolg gegen Wesel machten wir schließlich den Klassenerhalt perfekt. Auch den Tabellenvierten aus Hamborn besiegten wir zweimal. Die vermeintlichen Top-Teams konnten wir zwar nicht so sehr ärgern, wie ich es mir erhofft hatte. Aber unter den Umständen wird die Endabrechnung absolut akzeptabel ausfallen.
Besonders heftig war der Zeitraum zwischen dem 20. Februar und dem letztmöglichen Spieltermin Ende März. Zum Glück bemerkten wir rechtzeitig, dass wir in unserer Zehnerliga laut Rastervorgabe in der Wettspielordnung nicht mehr bis in den April verlegen dürfen, wie es beispielsweise in einer Zwölferliga der Fall ist.
In diesen vier Wochen kam ich allein mit meiner Mannschaft auf zehn Einsätze. Plus noch drei Spiele für unsere erste Mannschaft der Bezirksoberliga, weil dort ebenfalls Ersatz benötigt wurde und die personelle Situation nicht besser aussah. In einer Woche ging es für mich sogar donnerstags, freitags und samstags in die Halle. Während selbst die Amateurfußballer längst wieder im Spielbetrieb waren, hatten wir zuvor noch Pause und mussten danach plötzlich alles nachholen.
Ich muss zugeben: So gern ich Tischtennis spiele. Das war dann doch eine ganze Menge. Überspielt fühle ich mich dennoch nicht, im Gegenteil: Die hohe Dichte motiviert mich eher, es im Falle einer Niederlage schnell besser machen oder andersherum sofort bestätigen zu können. Trotzdem hoffe ich, dass ab der kommenden Saison wieder etwas mehr Normalität einkehrt. Ein Spiel pro Woche am Wochenende reicht mir persönlich vollkommen aus.
Habt ihr schon mal einen ähnlichen Marathon erlebt? Wie sind eure Erfahrungen? Berichtet darüber gerne in der Kommentarzeile.
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