Fabians Blog: Fluch und Segen im Doppel

Knapp zwei Wochen noch, dann beginnt im WTTV die neue Punktspielsaison. myTischtennis.de-Redakteur Fabian Kleintges-Topoll schlägt dann nach seinem kurzen Ausflug nach Düsseldorf wieder für seinen Heimatverein, den TuS Borth, auf. Derzeit befindet sich der 29-Jährige noch mitten in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit und hat vor allem im Hinblick auf die Doppel noch etwas Arbeit vor sich. Welche Schwierigkeiten es gibt, darüber schreibt er in seinem Amateur-Blog.

Die einen lieben es, die anderen hassen es, manche nehmen es mit Gleichgültigkeit einfach so hin: das Doppel. Auch ich war in den Anfängen meiner Laufbahn im Sommer 2008 lange kein großer Fan. Zwar durfte ich damals bei Stadt- und Kreismeisterschaften in der Jugend sogar den einen oder anderen Pokal abräumen, doch so richtig warm wurde ich mit dem Doppel nicht. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert – inzwischen spiele ich sogar richtig gerne.
Vor meinem Wechsel nach Düsseldorf im Sommer 2024 bildete ich jahrelang ein eingespieltes Duo mit meinem besten Kumpel. Die Umstellung auf einen neuen Partner war nicht leicht: Ich brauchte beinahe die komplette Hinrunde, um mich mit einem bis dato fremden Nebenmann neu einzufinden. Kaum hatten wir uns gefunden und erfolgreich gespielt, kehrte ich nach Borth zurück – und stand erneut vor derselben Herausforderung. Fast 14 Monate hatten mein alter Partner und ich nicht mehr zusammen am Tisch gestanden.
Zwischen Chaos und Harmonie: Der Spielstil ist entscheidend
Pünktlich zur Halleneröffnung in der zweiten Sommerferienhälfte in Nordrhein-Westfalen Anfang August war für uns beide klar: Wir müssen von Tag eins an dringend Doppel trainieren. Schließlich wollen wir in der 1. Bezirksklasse (Rhein-Ruhr) an die überzeugenden Leistungen von früher anknüpfen. Zum Glück dauerte es nur wenige Einheiten, bis die Abläufe wieder saßen. Schon jetzt, zwei Wochen vor Saisonbeginn, fühle ich mich gut gewappnet. Unser Vorteil: Ich spiele eher passiv – Allround, Schupfen, Blocken, den Ball sicher im Spiel halten –, mein Partner geht konsequent mit schnellen und weichen Topspins ins volle Risiko. Zwei Rechtshänder, die sich gut ergänzen.
Dass es auch anders laufen kann, habe ich am vergangenen Wochenende bei den Vereinsmeisterschaften erlebt. Der TTR-Stärkste spielt dort immer mit dem Schwächsten usw., ich (knapp 1.400 Punkte) bildete mit einem Kollegen (1.450 Punkte) das mittlere und somit auf dem Papier stärkste Duo. Doch da wir beide defensiv agieren, lief es enttäuschend: Platz fünf von sechs. Ganz anders dagegen und überraschend positiv lief es dafür in der Leistungsklasse B der diesjährigen Sommer-Team-Cup-Runde. Mit einem 1.650er an meiner Seite lieferten wir zwei 1.700ern einen knapp verlorenen Fünf-Satz-Krimi, der Startschuss für danach mehrere Überraschungssiege. Als Links-Rechts-Kombination überlegen wir nun sogar, ein Zweier-Mannschaftsturnier zu spielen und weitere Duos zu ärgern.
Faszination Doppel, Überraschungen eher möglich als im Einzel
Was mich auch nach 17 Jahren Tischtennis immer wieder fasziniert: Die Spielweisen im Doppel und Einzel unterscheiden sich enorm. Im Einzel wären viele Partien gegen stärkere Gegner aussichtslos, im Doppel ist plötzlich alles möglich – selbst gegen Kontrahenten mit über 300 TTR-Punkten mehr. Kein Wunder, dass sich auch viele Profis inzwischen bewusst auf Doppel oder Mixed spezialisieren, wie zum Beispiel die WM-Bronze-Überraschung aus Frankreich (Florian Bourassaud/Esteban Dorr).
Am Ende kommt es auf Kleinigkeiten an. Das A und O: richtige Bewegung, einstudierte Laufwege, eine funktionierende Kommunikation mit richtigen Absprachen, klare Rollenverteilung - und möglicherweise auch mal Handzeichen, auch wenn ich davon kein großer Freund bin. Stimmen diese Punkte, greifen die Automatismen fast von selbst. Erst recht, wenn man sich lange und gut kennt. Ich hoffe, dass sich unser starkes Doppel aus alten Zeiten auch in der neuen Saison wieder durchsetzt. Der erste Schritt ist jedenfalls getan.
Welche Erfahrungen haben Sie im Doppel gemacht? Berichten Sie darüber gerne in der Kommentarzeile.
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