Blog: Umgang mit Hitze muss geregelt werden

Am Wochenende lagen die Temperaturen bei rund 40 °C. Tischtennis gespielt wurde vielerorts trotzdem. In ihrem Blog plädiert Redakteurin Janina Schäbitz für eine Temperatur-Obergrenze.

Was habt ihr am Wochenende gemacht? Ich habe versucht, mich bei knapp 40 °C möglichst wenig zu bewegen und mich nah an Gewässern oder in klimatisierten Räumen aufzuhalten. An Sport habe ich persönlich unter diesen Umständen nicht denken können. Aber wie geht man mit dieser Hitze um, wenn man Sportler oder Turnierveranstalter ist, seit Monaten auf dieses Wochenende hingearbeitet hat und nun das Ganze durch die Wetterlage unerträglich zu werden droht? Durchforstet man das Internet, liest man sportartübergreifend von vielen Wettkämpfen, die am Wochenende abgesagt oder zumindest angepasst wurden. Andere haben wie geplant stattgefunden. Ich finde: Da es wegen des Klimawandels und Co. künftig wahrscheinlich immer häufiger zu Hitzewellen kommen wird, sollten wir uns mehr damit beschäftigen, wie man im Fall der Fälle damit umgeht, und klare Richtlinien aufstellen, an denen man sich orientieren kann.
Beim Damen-Bundesliga-Finale schon einmal Thema
In der Wettspielordnung des DTTB ist zwar eine Temperatur-Untergrenze zu finden. Wie warm es maximal sein darf, ist jedoch nicht festgelegt. Das kam zum Beispiel beim Damen-Bundesliga-Finale zwischen Weinheim und Berlin im vergangenen Jahr auf den Tisch, das die Hauptstädterinnen wegen zu hoher Temperaturen abschenkten. Am vergangenen Wochenende fanden die deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend 15 und 19 in Bietigheim-Bissingen und Osterburg statt. Über Erstere ist auf der TTBW-Webseite zu lesen, dass alle Beteiligten bei gemessenen 35 °C in der Halle an ihre Grenzen stießen, der TSV Korntal berichtet auf Instagram, dass eine Spielerin einen Hitzschlag erlitten habe. Die Verantwortlichen der ebenfalls für das Wochenende geplanten badischen Nachwuchsmeisterschaften in Walldorf hatten sich derweil für eine Absage entschieden, weil man es den Spielern und Spielerinnen nicht zumuten wolle, unter solchen extremen Bedingungen über mehrere Stunden in der Halle Tischtennis zu spielen. Keine Frage: Die Kinder und Jugendlichen, die in Bietigheim-Bissingen und Osterburg im Einsatz waren, haben gezeigt, dass sie selbst unter solchen Umständen zu Höchstleistungen im Stande sind. Aber sollte man es nicht einfach zum Schutz jener, die schlechter damit klarkommen, aber ihre Mannschaft nicht im Stich lassen oder sich diese Chance nicht entgehen lassen wollen, einheitlich regeln?
Ich denke, um dieses Thema kommen wir in Zukunft nicht mehr herum. Wenn es nicht möglich ist, wichtige Turniere dauerhaft in kühlere Monate zu schieben oder die Ausrichtung der Sommerwettkämpfe auf klimatisierte Hallen zu beschränken, braucht es klare Regelungen, wann ein Turnier abgebrochen oder abgesagt werden muss. Für Wettkämpfe, die bei hohen Temperaturen stattfinden, können konkrete Tipps helfen - das Bundes-Gesundheitsministerium liefert einige Anregungen in seinem Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport. Die Veranstalter in Bietigheim-Bissingen fanden selbst Ideen, um es den Aktiven und Zuschauern so erträglich wie möglich zu machen: So durften die Spieler etwa in den Handtuchpausen auch an ihre Trinkflaschen und im Publikum wurde kostenlos Wasser verteilt. Es wird Zeit, sich mehr mit diesem Thema zu beschäftigen. Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.
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