Blog: Neue Möglichkeiten eröffnet, bitte weiter so!
Beim Mixed Team World Cup in Chengdu hat das deutsche Team nicht nur Bronze, sondern auch dringend nötige Erfahrungen gewonnen. Das erläutert myTT-Redakteurin Janina Schäbitz in ihrem Blog.

Dang Qiu und Annett Kaufmann im Mixed? Oder Benedikt Duda und Patrick Franziska im Doppel? Beim Mixed Team World Cup in Chengdu wurde in der vergangenen Woche nicht nur mit vereinten Kräften um Medaillen gekämpft, sondern es wurden auch fleißig alle denkbaren Kombinationen zwischen den deutschen Nationalspielern im Mixed und Doppel ausprobiert, was ansonsten laut Bundestrainer Jörg Roßkopf im üblichen Turnierkalender nur selten möglich ist. In meinen Augen ein spannender, unbedingt nötiger und fälliger Schritt.
Erkenntnisreich für Trainer, spannend für Zuschauer
Denn die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dass die Disziplinen bei den Olympischen Spielen ab 2028 umgestellt werden und bereits in Los Angeles statt der beiden Teamwettbewerbe Damen- und Herren-Doppel sowie ein Mixed-Teamwettbewerb gespielt werden, ist bereits seit dem Frühjahr bekannt. Während andere Nationen ihre Top-Doppel- und -Mixed-Kombinationen schon gefunden haben und bereits daran feilen, stehen wir noch recht am Anfang und haben seit der Verkündung zumindest auf Turnierebene wenig in Sachen Mixed und Doppel angestoßen. Somit wurde es nun höchste Zeit, in Chengdu die Initiative zu ergreifen, auch wenn das Timing für den einen oder anderen durchaus wieder herausfordernd war. Doch auch wenn für Benedikt Duda und Dang Qiu direkt im Anschluss die WTT Finals in Hongkong anstehen und sie ein solch langes und intensives Turnier im Vorfeld vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätten, trat Deutschland erstmals in Bestbesetzung beim Mixed Team World Cup an und nutzte die Chance, die geboten wurde, in vollen Zügen.
In den elf Mannschaftsspielen, die das deutsche Team in drei Turnierphasen bestritt, wurde ordentlich durchgemischt, wurden Partner getauscht, neue Konstellationen probiert - und das alles unter Wettkampfbedingungen und gegen starke Gegner. Die Erkenntnisse dürften für die Trainer sehr erquicklich gewesen sein, aber auch für die Zuschauer war es spannend, zu sehen, wie der eine mit der anderen klarkommt. Zudem war es äußerst wichtig, sich einmal mit dem Wettkampfmodus vertraut zu machen. Noch steht zwar nicht fest, nach welchem System genau in Los Angeles gespielt wird. Aber da dieses Turnier in Chengdu bislang das einzige Mixed-Team-Event auf internationalem Niveau ist, das nun auch schon im dritten Jahr ausgetragen wird und langsam als etabliert gelten darf, liegt die Vermutung nahe, dass sich das Olympische Komitee daran orientieren wird.
Diesen Weg weitergehen
Nach anfänglichem Fremdeln mit dem ungewöhnlichen Modus muss ich auch ehrlich sagen, dass mir das Spielsystem als Zuschauer unheimlich Spaß gemacht hat. Der Team-Spirit zwischen Damen und Herren, die Bedeutung jedes einzelnen Satzes und dadurch die Spannung, die bis zum letzten Durchgang gegeben ist, stehen dem Wettbewerb unheimlich gut. Dadurch, dass Deutschland zum ersten Mal mit den besten Leuten dabei war und somit auch mit den guten asiatischen Mannschaften mithalten konnte, hat man auch mal einen ersten Eindruck erhalten, wie sich das DTTB-Team schlägt, wenn es sowohl auf die Damen als auch die Herren ankommt.
Die ersten Schritte sind gemacht, nun hoffe ich darauf, dass auf diesem Weg weitergegangen wird und Deutschland auch wieder öfter in den Mixed- und Doppelwettbewerben auf der WTT-Tour vertreten ist. Dass sich die schon länger bestehenden Duos wie Kaufmann/Franziska oder Qiu/Duda in der Weltrangliste nach vorne arbeiten oder dass nach den Erfahrungen des World Cups neue Konstellationen weiter ausprobiert und etabliert werden. In dreieinhalb Wochen beginnt das Jahr 2026 und Olympia ist wieder ein Stück nähergerückt.
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