Blog: Ein bisschen mehr Einheitlichkeit, bitte

    Redakteurin Janina Schäbitz denkt in ihrem Blog über den neuen Modus der Damen-Champions-League nach, der sich nicht nur von dem der Herren unterscheidet, sondern auch von Runde zu Runde wechselt.

    Tischtennistisch, Damen-Champions-League, 1. Phase
    In der ersten Phase der Damen-Champions-League wurde bis zum achten gewonnenen Satz gespielt (©ETTU)

    Veränderungen ist man im Tischtennis gewöhnt. Ob es nun um die Zählweise, die erlaubte Farbe der Beläge oder die Größe und das Material der Bälle ging, hat die Tischtennisszene schon so manche Reform mitgemacht. Auch die großen Events der Verbände werden kontinuierlich weiterentwickelt, lassen mal mehr, mal weniger Teilnehmer zu oder probieren neue Modi aus, wie zum Beispiel erst in diesem Jahr bei der Team-WM in London, wo die topgesetzten Mannschaften ihren finalen Setzplatz vorab untereinander ausspielten. Prinzipiell bin ich Veränderungen gegenüber auch durchaus positiv eingestellt - wenn sie sinnvoll, einleuchtend und einheitlich sind. Und das sehe ich gerade beim neuen Modus in der Damen-Champions-League noch nicht.

    Neuer Modus für die Damen

    Wer es noch nicht mitbekommen hat: Die Champions League der Damen wird in dieser Saison nach einem neuen Modus gespielt. Prinzipiell gilt - wie auch im ITTF Mixed Team World Cup und ausländischen Ligen wie Ultimate Table Tennis in Indien -: Jedes Einzel geht genau über drei Sätze und jeder gewonnene Satz zählt für das Endergebnis der Mannschaft. In der ersten Phase des Wettbewerbs, die bereits stattgefunden hat, werden im Rahmen eines dreitägigen Events in zwei Vierergruppen zwei Plätze für die zweite Phase ausgespielt. Dabei gilt: Das Spiel endet, sobald eine Mannschaft acht Sätze gewonnen hat. In der zweiten Phase, in der auch die gesetzten Teams wie der ttc berlin eastside dazustoßen, bildet man eine große Achtergruppe, in der über mehrere Wochen verteilt jeder gegen jeden spielt. Hier werden allerdings alle 15 möglichen Sätze ausgespielt. Ein Spiel kann also 15:0, aber auch 8:7 ausgehen.

    Danach geht es ab der dritten Phase im K.-o.-Modus weiter. Während sich die besten zwei Teams der zweiten Phase direkt für das Final Four qualifizieren, spielen die Dritt- bis Sechstplatzierten noch die letzten beiden Startplätze unter sich aus. Hier gilt aber wieder - aufgepasst! -, dass das Spiel nach dem achten von einer Mannschaft gewonnenen Satz endet. Auf diese Weise wird dann schließlich auch der Champions-League-Sieger im Final Four gefunden.

    Wer blickt da noch durch?

    Fangen wir mal vorne an: Ich finde das Prinzip, dass jeder Satz für das Endergebnis zählt, gar nicht schlecht. Ich mag Ultimate Table Tennis und fand auch den letzten ITTF Mixed Team World Cup spannend. Die Reform der ETTU erschließt sich mir jedoch aus mehreren Gründen nicht: Warum führt sie diesen Modus nur bei den Damen und nicht bei den Herren ein? Es handelt sich bei beiden Geschlechtern um die ETTU Champions League. Wie soll man jemandem verklickern, dass bei den Damen manchmal bis acht, manchmal bis 15 und bei den Herren immer bis drei gespielt wird? Bei den Herren gibt es dann auch noch so Dinge wie das Golden Match, wenn nach Hin- und Rückspiel noch keine Entscheidung gefunden wurde. Und während die Damen zwei Nicht-Europäerinnen einsetzen dürfen, sind die Herren weiterhin auf einen Spieler, der keinen europäischen Pass hat, beschränkt.

    Okay, die Damen und Herren spielen in der Champions League also mit zwei komplett unterschiedlichen Spielsystemen, verstanden. Aber warum muss auch innerhalb des Damen-Wettbewerbs ständig hin und her gewechselt werden? Warum entscheidet man sich dann nicht für einen Modus und spielt durchgängig bis acht - oder eben bis alle 15 Sätze absolviert wurden? In den ETTU-Regularien werden als Grund dafür die unterschiedlichen Gegebenheiten in den verschiedenen Phasen genannt - also, dass die erste Phase etwa mit vielen Mannschaften an einem Ort gespielt wird und die zweite bei den Teams zu Hause. Aber es kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein, dass man vor Beginn des Spiels gefühlt noch mal in den Regeln nachschlagen muss, wann eine Mannschaft eigentlich gewonnen hat. Wie gesagt: Ich habe kein Problem mit einem neuen Modus. Aber ein bisschen mehr Einheitlichkeit würde ich mir schon wünschen.

    4 Kommentare

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