Blog: Bekanntes Land, neue Rolle – mein erstes EM-Abenteuer

Zum ersten Mal berichtet Redakteurin Chiara Ullrich für myTischtennis von einer Tischtennis-Europameisterschaft. Slowenien ist für sie allerdings kein Neuland: Schon 2023 war sie als Touristin dort. Dieses Mal stehen statt Sightseeing Artikel, Interviews und jede Menge neue Eindrücke auf dem Programm. In ihrem Blog erzählt sie von ihrer anfänglichen Nervosität, den ersten Herausforderungen vor Ort und ihren Erwartungen an die EM.

Manchmal kommt es anders, als man denkt. Als ich 2023 durch Slowenien gereist bin und unter anderem auch in Ljubljana war, hätte ich nicht gedacht, dass ich drei Jahre später wieder hier sein würde – diesmal allerdings nicht als Touristin, sondern als Redakteurin für myTischtennis bei der Tischtennis-Europameisterschaft. Und schon seit einigen Wochen konnte ich mich nicht entscheiden, ob die Vorfreude oder die Nervosität überwiegt.
Für mich ist es das erste internationale Tischtennisturnier – privat und als Journalistin. Bisher war ich vor allem bei nationalen Veranstaltungen unterwegs. Eine EM ist da schon noch einmal eine andere Hausnummer – allein für die Redaktion vor Ort und mit jeder Menge neuer Eindrücke. Vor der Abreise war ich ehrlich gesagt schon etwas nervös. Nach einer ordentlichen Erkältung und Fieber nur zwei Wochen vor der Reise war ich zunächst vor allem froh, überhaupt wieder fit zu sein. Vor Ort hätte ich das wirklich nicht gebraucht.
Als ich dann am Flughafen in Ljubljana stand, ging das Kopfkino schon los: Wie werden die Bedingungen für die Presse sein? Hat es wirklich mit der Akkreditierung geklappt? Wie werden die ersten Gespräche mit den Spielern laufen (die mich ja noch gar nicht kennen)? Und, und, und … Wie so oft waren die Sorgen am Ende größer als die tatsächlichen Probleme. Nach kurzem Nachfragen hatte ich den etwas schlicht ausgeschilderten Presseeingang gefunden und auch das Pressezentrum schnell entdeckt. Nachdem dann auch das WLAN auf der Pressetribüne nach einigem Hin und Her einigermaßen funktionierte, war alles eingerichtet und die ersten Qualifikationsspiele konnten losgehen.
Ein Moment, der mir schon jetzt in Erinnerung geblieben ist, war der erste Gang in die Mixed Zone. Die befindet sich glücklicherweise direkt neben der Pressetribüne – kurze Wege sind gerade in stressigen Situationen Gold wert. Und nachdem die ersten Gespräche und Interviews geführt waren, hatte sich auch meine Nervosität schnell gelegt.
EM mit spannenden Geschichten?
Dass es in Ljubljana sportlich einiges zu erzählen geben dürfte, war schon vor meiner Anreise klar. Die EM hält für mich bereits jetzt spannende Geschichten bereit – aus deutscher und internationaler Sicht. Da ist einerseits Ricardo Walther, der nach der verletzungsbedingten Absage von Dimitrij Ovtcharov kurzfristig ins Aufgebot gerückt ist. Viel Zeit zur Vorbereitung blieb ihm nicht. Doch kann er vielleicht gerade deshalb viel befreiter aufspielen und für eine Überraschung sorgen?
Und auch wenn es mir für Dimitrij Ovtcharov wegen seiner verpassten EM-Teilnahme sehr leidtut und ich ihm eine schnelle Genesung wünsche, bin ich besonders auf das nachnominierte Doppel Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier gespannt. Die beiden sind bereits U21-Europameister und Verdonschot hat auch erst zuletzt gezeigt, dass er gegen starke Gegner bestehen kann – sein Sieg gegen den slowenischen Lokalmatador Darko Jorgic beim China Smash war dafür ein deutliches Ausrufezeichen.
Überhaupt ist der internationale Terminkalender ganz schön voll. Während in Ljubljana die EM beginnt, lief das China Smash in Peking noch bis zum 11. Oktober. Für einige Spieler geht es damit von einem großen Turnier direkt zum nächsten. Ob sich diese Belastung im Verlauf der EM bemerkbar macht? Ich bin gespannt!
Die ersten Hauptrunden im Doppel und Mixed starten am Dienstag, am Mittwoch folgt die Einzel-Hauptrunde. Spätestens dann dürfte auch in der Halle mehr Betrieb sein als während der Qualifikation. Auf die Atmosphäre bei meinem ersten EM-Abenteuer freue ich mich besonders.

Mittendrin statt nur dabei
Für mich ist diese Woche nicht nur eine Gelegenheit, hochklassiges Tischtennis zu erleben. Auch persönlich möchte ich herausfinden, wie ich mich in meiner neuen Rolle zurechtfinde. Und natürlich möchte ich euch bestmöglich mit Artikeln und Eindrücken direkt von vor Ort versorgen. Dass ich dafür ausgerechnet nach Ljubljana zurückkehre, eine Stadt, an die ich von 2023 nur positive Erinnerungen habe, macht die Sache für mich noch ein bisschen besonderer.
Die ersten Schritte sind gemacht, die anfängliche Nervosität ist ein Stück weit verflogen. Jetzt freue ich mich auf die kommenden Spiele, spannende Geschichten und alles, was sich abseits der Tische ergibt. Mal sehen, was Ljubljana und die EM alles an Überraschungen bereithalten.
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