Vier Mal Sondermann: Familien-Mannschaft dominiert ihre Liga

Aus Spaß wurde Ernst: Was einst auf einer Familienfeier begann, könnte nun in der Meisterschaft gipfeln. Vier Sondermanns bilden beim SV Millingen ein Familien-Quartett – der Aufstieg in die 1. Bezirksklasse ist zum Greifen nah.

Im Amateur-Tischtennis sind sie keine Seltenheit: Vater-Sohn-Duos, Onkel und Neffe im Doppel oder Cousins, die gemeinsam auf Punktejagd gehen. Solche Familienkonstellationen und generationenübergreifenden Teams schreiben immer wieder besondere Geschichten, auch bei uns auf myTischtennis.de – doch es geht weit über das Ergebnis hinter der Bande hinaus. Ein aktuelles Beispiel liefert die Familie Sondermann aus Rheinberg am Niederrhein.
„Irgendwann spielen wir mal mit vier Sondermanns in einer Mannschaft“, hieß es schon vor Jahren auf Familienfeiern – halb im Scherz, halb als Wunschtraum, erinnert sich der Jüngste im Bunde. Tim Sondermann wuchs in einer klassischen Tischtennis-Familie auf. „Mein Opa hat schon gespielt“, sagt der 22-Jährige, der mit seinem Vater Sören, seinem Onkel Thorsten und seinem Cousin Daniel immer wieder mal über das Vorhaben sprach. Wirklich daran geglaubt, dass die Überlegung einmal Realität werden würde, hatte jedoch lange niemand.
Seit dieser Saison ist aus der Idee Wirklichkeit geworden. In der 2. Bezirksklasse sorgt das Sondermann-Quartett in der dritten Mannschaft des SV Millingen sportlich für Aufsehen – aktuell steht das Viererteam dort sogar an der Tabellenspitze.
Ein Wechsel machte das Familien-Team erst möglich
Vor zwei Jahren wechselte Tim von seinem Heimatverein TuS Borth zum Nachbarklub nach Millingen. „Als meine Jugendmannschaft auseinandergefallen ist, habe ich erst die Motivation verloren. Dann bin ich zu meinem Vater gegangen – seitdem habe ich mich deutlich verbessert“, erklärt der auszubildende Erzieher. Der Schritt zum SVM war damit nicht nur ein sportlicher Neuanfang, sondern erst der Startschuss für das Familien-Team.
Nach dem Training noch zusammensitzen, ein Kaltgetränk in der Hand – und das alte Thema kam wieder auf. Thorsten und Daniel, die früher höherklassig aktiv waren, hatten eigentlich bereits pausiert. Doch Sören und Tim überzeugten sie zur Rückkehr. Mit Erfolg: „Es läuft überraschend gut und macht vor allem Spaß. Wir hoffen, dass wir bis zum Saisonende oben stehen“, sagt Tim. Denn: Der Aufstieg ist das Ziel.
In drei von zwölf Saisonspielen standen bereits alle vier Sondermanns gleichzeitig an den Tischen, mindestens zwei sind es Woche für Woche. Und vielleicht wird bei der nächsten Familienfeier nicht mehr nur gescherzt, sondern schon gefeiert. Im April könnte der Sprung in die 1. Bezirksklasse perfekt sein. So oder so: Aus einer Schnapsidee ist eine echte Erfolgsgeschichte geworden.
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