Tina Acker: Ein bewegtes Tischtennisleben
Tina Ackers Leben ist vom Tischtennissport geprägt. Kein Wunder, dass sie in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge die Qualifikation zu den Series Finals geschafft hat, für die sie sich viel vorgenommen hat.

Als Tina Acker ohne Satzverlust das Landesfinale des VR-Cups gewann, war das nicht nur ein sportlicher Triumph, sondern auch das Ticket zu ihrer bereits dritten Teilnahme in Folge bei den Series Finals in Grenzau (30. Januar – 2. Februar 2026) – als einzige Spielerin, der dieses Kunststück gelang. Für Acker, die die VR-Cups vor allem als Vorbereitung auf die Saison betrachtet, ist diese erneute Qualifikation ein „schöner Nebeneffekt“.
Ambitioniertes Ziel
Bei den Series Finals freut sie sich besonders darauf, bekannte Gesichter wiederzutreffen. In den vergangenen beiden Jahren belegte sie die Plätze 12 und 14, doch in diesem Jahr hat sie sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Sie möchte es ins große Finale schaffen – und dann unter die Top 10 gelangen.
Ihr Weg im Tischtennis ist geprägt von früh erkennbarer Begabung, Disziplin und Entscheidungen, die ihr Leben nachhaltig prägten. 1974 geboren, begann Acker 1982 mit dem Tischtennissport und feierte bereits als Schülerin zahlreiche Erfolge. Sie gehörte zur hessischen Spitze und war Mitglied des Landeskaders, bis der Landesstützpunkt in Marburg geschlossen wurde. Viermal wöchentlich nach Kassel oder Frankfurt zu pendeln war nicht möglich – also wählte sie den Schritt, auf ein Sportinternat in Kaiserslautern zu gehen, wo sie blieb, bis sie ihr Fachabitur in der Tasche hatte. Mit dem Schritt nach Kaiserslautern konnte Acker ohne Pendeln im Landeskader bleiben.
Viele Jahre in der zweiten Bundesliga
Einer ihrer größten Erfolge in dieser Zeit: Platz fünf beim DTTB TOP 12 der Schülerinnen. Mit 17 Jahren spielte sie bereits in der zweiten Bundesliga bei Großen-Linden. 1993 musste die Mannschaft nach dem Rückzug eines Sponsors abgemeldet werden – ein Einschnitt, der Acker ins Rheinland führte. In Andernach gelang der Aufstieg aus der Regionalliga in die zweite Bundesliga, wo sie vier weitere Jahre aktiv blieb.
Nach einer Zwischenstation beim TTC Schönstadt spielte sie bis 2009 Regionalliga in Frohnhausen. Mit der Geburt ihrer Tochter Kati im Jahr 2009 kam schließlich der Wechsel in die Verbandsliga und nach einem Jahr die Entscheidung, in einer Herrenmannschaft zu spielen. „Am Ende ist die Entscheidung zugunsten der Nähe zum Wohnort gefallen. Bei uns im Landkreis gibt es keine Damenmannschaft mehr, geschweige denn eine hochklassige“, erklärt Acker. Tischtennis ist in ihrer Familie fest verankert. Ihr Vater spielte, sie selbst ist seit 43 Jahren aktiv, ihre Tochter ebenso, und auch ihr Lebensgefährte Frank greift zum Schläger.
Doppelte Verpflichtung am Series-Finals-Wochenende
Im weiblichen Spielbetrieb tritt sie bei den Seniorinnen an. Gemeinsam mit ihrer langjährigen saarländischen Freundin Nicola Jäckel gewann sie bereits den Titel bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Seniorinnen. Doch eine Regelung zur Turnierlizenz führte in der Saison 2024/2025 dazu, dass die eingespielte Paarung getrennt wurde – beide wollten weiter in ihrem jeweiligen Bundesland Turniere bestreiten. Durch glückliche Fügung fand Acker mit Verena Hartmann eine neue Partnerin, mit der sie auf Anhieb Vizemeisterin wurde. Inzwischen hat der Bundestag eine Wahlmöglichkeit der Turnierlizenz geschaffen, und Acker, Hartmann und Jäckel planen, künftig als Trio bei den Mannschaftsmeisterschaften erneut angreifen zu können.
Doch zunächst steht Grenzau im Fokus. Die Series Finals kollidieren allerdings mit den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften – deshalb wird Acker am Sonntagvormittag nach Selters fahren, um zumindest ein Spiel zu bestreiten und ihr Team zu unterstützen, bevor es zurück nach Grenzau geht. Beruflich arbeitet sie als Steuerfachangestellte, doch ihr Leben ist unübersehbar vom Tischtennis geprägt. „Mir ist ganz wichtig, meinen Eltern zu danken, die mich immer unterstützt haben. Ohne die beiden wäre vieles im Tischtennis nicht möglich gewesen. Und Tischtennis ist ein wichtiger Teil meines Lebens“, sagt Acker rückblickend. Ein bewegtes Tischtennisleben – und eines, das noch längst nicht zu Ende erzählt ist.
(HTTV)
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