PPP-WM: „Größtes Parkinson-Event aller Zeiten“

    Mit der Krönung der neuen PingPongParkinson-Weltmeisterinnen und -Weltmeister ging am Mittwoch die PPP-WM in Hannover zu Ende. Dabei standen nicht allein der Sport und der Wettbewerb im Fokus.

    Melanie Jeska und Karlheinz Moxter freuen sich über Silber im Mixed in der Klasse 1 (©Pixel Media)

    Das war ein echtes Statement: für den Sport, für die Betroffenheit mit diesem Krankheitsbild und welche Unterstützung Tischtennis dabei liefert. Fünf Tage lang gab es hochklassigen Sport in Hannover. Die PingPongParkinson-Weltmeisterschaft (PPP) bot rund 4000 Matches an 90 Tischen, bei der mittlerweile 7. Auflage dieser Weltmeisterschaft waren rund 800 Sportlerinnen und Sportler aus 35 Nationen im Einsatz. Gespielt wurde in drei Sporthallen. Zum Abschlusstag standen die Endspiele auf dem Programm. Dabei gab es auch zahlreiche deutsche Erfolge. Das sind die neuen Weltmeisterinnen und Weltmeister aus den insgesamt drei Einschränkungsklassen in fünf verschiedenen Konkurrenzen:

    • Frauen-Einzel: Monika Hussmann (Deutschland, Klasse 1), Mariá Osorio (Spanien, Klasse 2), Petra Heidemann (Deutschland, Klasse 3). 
    • Männer-Einzel: Dorin Gabudean (Rumänien, Klasse 1), Sören Christensen (Dänemark, Klasse 2), Heiko Seebacher (Deutschland, Klasse 3)
    • Frauen-Doppel: Melanie Jeska/Agnes Jan (Deutschland/Österreich, Klasse 1), Mariá Osorio/Nuria Raspall Bernaus (Spanien, Klasse 2), Petra Heidemann/Judith Kleinebenne (Deutschland, Klasse 3)
    • Männer-Doppel: Dorin Gabudean/Jürgen Ludwig (Rumänien/Deutschland, Klasse 1), Christian Fleischer/Tom Schumann (Deutschland, Klasse 2), Thomas Bräumer/Klaus Glas (Deutschland, Klasse 3)
    • Mixed: Thorsten Flues/Silke Kind (Deutschland, Klasse 1), Jaroslaw Grzywacz/Ewa Kerntopf (Polen, Klasse 2), Andre Riedel/Petra Heidemann (Deutschland, Klasse 3)

    „Es ist das größte Parkinson-Event aller Zeiten. Wir haben es zusammen geschafft und zusammen aufgebaut“, sagte Thorsten Boomhuis. Er ist Gründer und Vorsitzender des Vereins PingPongParkinson Deutschland, der Verein war Ausrichter der Weltmeisterschaft für von Parkinson betroffene Sportlerinnen und Sportler. Der Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) sorgte als Gastgeber für den reibungslosen Ablauf. Insgesamt waren 250 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Abseits der Spiele erfolgten in der Akademie des Sports auch weitere Veranstaltungen. Das Rahmenprogramm beinhaltete Fortbildungen, Workshops, Vorträge, eine Kunstausstellung und weitere Informationen - immer rund um das Thema Parkinson und zum besseren Verständnis und Umgang mit der Krankheit im Alltag sowie im Sport. 

    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Tischtennis eine Unterstützung bei Parkinson darstellt. Davon berichtete auch Karo Farys aus Nordrhein-Westfalen, die als Betreuerin für ihren Vater Herbert Steinbrink in Hannover war. „Mein Vater kann alles allein machen, durch seine Medikamente ist es in Ordnung. Und durch Tischtennis ist vieles besser: Er ist mobiler, seine Hand ist ruhiger und der gesamte Verlauf von Parkinson milder geworden“, erzählt sie - und berichtete auch von der großen PPP-Familie. Und das war auch in den Sporthallen zu sehen und zu spüren. Die Atmosphäre war herzlich, nach den Matches umarmte man sich. Neue Freundschaften entstehen - und bei schon vorhandenen gab es ein Wiedersehen.

    Apropos Wiedersehen: Im Jahr 2027 findet vom 12. bis 17. Oktober die PPP-Weltmeisterschaft in Magglingen (Schweiz) statt. Vielleicht kann der Teilnehmerrekord aus Hannover dann geknackt werden? Ein Vergleich, der die rasend schnelle Entwicklung zeigt: Die ersten World Championships im PingPongParkinson hatten 2019 noch 61 Teilnehmende, bei der sechsten Auflage im Jahr 2025 war es die damalige Rekordzahl von 324 Aktiven.

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    (TTVN)

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