STC-Drama: Unverhoffter Gruppensieg für Kantentanten

Eigentlich war klar: Um noch den Sommer-Team-Cup-Gruppensieg zu holen, mussten die "Kantentanten" ihre letzten Spiele jeweils mit 7:0 gewinnen. Die Überraschung war groß, als es dann auch mit einem 6:1-Sieg klappte.

Zwei Dinge hat Jugendtrainer Gunter Lemke vom Hamburger Verein Meiendorfer SV aus der Vorrunde der Sommer-Team-Cup-Saison 2026 powered by TIBHAR mitgenommen: Zum einen sollte man wirklich um jeden Punkt und Satz kämpfen - zum anderen lohnt sich in bestimmten Situationen die Lektüre der Wettspielordnung. Hätte Lemke vor dem Vorrunden-Showdown seines STC-Teams „Kantentanten“ nachgeschaut, wie bei Tabellen-Gleichstand der Gruppensieger ermittelt wird, hätte ihm das sicherlich einige Aufregung erspart. Auf der anderen Seite wäre ihm das letzte Vorrunden-Match gegen die "Schmetterlinge" wohl auch nicht in so nachhaltiger Erinnerung geblieben.
Bundesfinale vor Augen
Lemke ist ein erfahrener STC-Spieler - fast bei allen Ausgaben war der 55-Jährige in der Sommerpause am Start, 2023 erreichte er sogar das Bundesfinale. Allerdings setzten sich seine Teams bislang immer aus erwachsenen Spielern zusammen. Als nun zwei seiner jungen Schützlinge, Clemens Heinze und Mara Johannes, auf ihn zukamen und vorschlugen, sich gemeinsam beim Sommer-Team-Cup anzumelden, war der Jugendtrainer nichtsdestotrotz sofort im Boot. Das Ziel der beiden Meiendorfer Nachwuchskräfte war dabei von Beginn an etwas höher gesteckt als das des Trainers. „Wir waren in unserer Gruppe an Position drei gesetzt, von daher habe ich nicht geglaubt, dass wir stark genug für den Gruppensieg sind“, räumt Lemke ein. „Aber Clemens und Mara sind sehr selbstbewusst an die Sache gegangen und hatten von Beginn an das Bundesfinale vor Augen.“
Ganz unbekannt war die Situation, in einem deutschlandweiten Vergleich anzutreten, zumindest für Clemens Heinze auch nicht: Der Zwölfjährige hatte sich schon einmal für das Bundesfinale der mini-Meisterschaften qualifiziert. Keine Frage, dass auch in der STC-Leistungsklasse C im Hamburger Umfeld der Gruppensieg angepeilt wurde. Die ersten beiden Spiele konnten die Kantentanten dann auch direkt gewinnen, gegen die topgesetzten Finanzballprofis mussten sie jedoch eine knappe 3:4-Niederlage einstecken. Da diese aber ebenfalls ein 3:4 gegen „Aufschlag ins Glück“ kassiert hatten, blieb Lemke, Heinze und Johannes im Showdown eine kleine Chance: „Vor den letzten beiden Begegnungen führten die Finanzballprofis die Tabelle mit einem Spielverhältnis von +22 an, wir lagen bei +10. Ich ging davon aus, dass wir die letzten beiden Partien jeweils 7:0 gewinnen mussten, um auf +24 zu kommen, da wir ja den direkten Vergleich verloren hatten“, erläutert Lemke.
Überraschung nach Ergebniseingabe
Mit der Unterstützung vieler Meiendorfer Vereinskameraden fuhren die Kantentanten gegen „Schupfstabil“ dann tatsächlich den ersten erforderlichen 7:0-Sieg ein, so dass es nun im letzten Match gegen die „Schmetterlinge“ noch einmal um alles ging. „Clemens verlor jedoch gleich das erste Einzel gegen deren Nummer eins. Für mich war klar: Das wird jetzt nicht mehr für den Gruppensieg reichen“, erinnert sich Lemke. „Clemens war sehr, sehr enttäuscht und es flossen auch ein paar Tränchen.“ Als Heinze/Lemke direkt im Anschluss dann auch noch den ersten Satz im Doppel verloren, war es Zeit für ein neues Ziel: Nun wollte man in der Tabelle wenigstens den Gleichstand mit den Finanzballprofis erreichen und durch einen 6:1-Sieg ebenfalls auf +22 Punkte kommen. Und das gelang: Alle weiteren Partien gingen an die Kantentanten. „Ich bat den Mannschaftsführer des Gegners, doch den Spielbericht online sofort zu erfassen“, erzählt der Trainer. „Als er auf den Bestätigungsknopf klickte, schaute ich mich verdutzt um, weil sofort lauter Jubel aufbrauste. Ich hatte mich geirrt: Das Satzverhältnis war entscheidend!“

Und hier waren die Kantentanten tatsächlich drei Sätze besser als die Finanzballprofis, was ihnen den Gruppensieg einbrachte. Ob dieser direkt zum Bundesfinale nach Saarbrücken führt oder ob man noch den Umweg über die Entscheidungsrunde machen muss, steht zwar noch nicht fest. Die STC-Teilnahme war aber schon jetzt ein voller Erfolg. „Unsere Vereins-Whats-App-Gruppe hat geglüht, alle sind komplett begeistert, zumal es bei der Ausgangsposition wirklich unwahrscheinlich war, dass wir das noch schaffen“, erzählt Lemke. „Es kann gut sein, dass wir im nächsten Jahr sogar mit zwei oder drei Teams am STC teilnehmen.“ Wie bei Punkt-Gleichstand der Gruppensieger ermittelt wird, muss man dann wohl keiner Meiendorfer Mannschaft noch einmal extra erklären.
Wichtige Fristen
Während die Kantentanten bereits auf das Bundesfinale am 29. und 30. August in Saarbrücken schielen, läuft in anderen Gruppen noch das Vorrundenfinale. Bis zum 26. Juli 2026 wird noch gespielt, am 27. Juli (Montag) müssen alle Ergebnisse eingetragen sein, damit sie rechtzeitig erfasst werden. Wer noch Spieler nachmelden möchte, muss dies bis zum 31. Juli tun - danach ist das nicht mehr möglich.

2 Kommentare
Um einen Kommentar abzugeben, musst du mit deinem myTischtennis.de-Account eingeloggt sein.
