STC-Bundesfinale: Vom Fotofinish bis zur Doppelschicht

Das Bundesfinale des Sommer-Team-Cups powered by TIBHAR steht vor der Tür. Vorher erzählen wir euch von besonders engen Zwischenrunden und speziellen Herausforderungen in Saarbrücken.

Durchmarsch nach Saarbrücken? Oder eher Bibbern und Bangen, ob man wirklich weiter ist? Die Qualifikation zum Bundesfinale des Sommer-Team-Cups 2026 powered by TIBHAR verlief so vielseitig wie die bunt durchmischten Mannschaften des Wettbewerbs. Ein Team, das besonders nervenstark sein musste, war die Schlägertruppe, die in der Leistungsklasse B in Bayern antritt. Die Vorrunde konnte die Mannschaft, die sich um die beiden Brüder Jannis und Dennis Baudler formiert hatte, mit einer lupenreinen Bilanz von 10:0 für sich entscheiden. In der Zwischenrunde wurde es jedoch so richtig brenzlig: Jedes der drei Spiele entwickelte sich zum wahren Krimi und ging nur mit 4:3 an die eine oder andere Mannschaft. „Wir hatten auch schon in der Vorrunde drei Matches nur mit 4:3 gewonnen und wussten, dass wir Spiele auch drehen können“, erzählt Mannschaftsführer Jannis Baudler. „Von daher habe ich uns schon zugetraut, dass in der Zwischenrunde was für uns drin sein kann.“
Schon im ersten Zwischenrundenspiel gegen ‚Hör mal, wer da schmettert‘ hatte die Schlägertruppe zurückgelegen, schaffte es durch ein starkes Finish der Jugendspieler Elina Meyer und Than Khang Chung aber, das Ruder noch herumzureißen. Das Duell zwischen ‚Hör mal, wer da schmettert‘ und den ‚ESN Fighters‘ war mit 4:3 an Erstere gegangen, somit kam es im entscheidenden, letzten Match in der heimischen Halle der Schlägertruppe in Lautertal zum Showdown. „Wir wussten, dass das sehr knapp wird, und hatten uns schon ausgerechnet, dass sogar eine 3:4-Niederlage reichen könnte, wenn das Satzverhältnis auch stimmt“, berichtet Baudler. Am Ende kam es dann auf das allerletzte Einzel von Elina Meyer an. „Sie hatte schon mit 1:2 und 5:7 zurückgelegen - und wir wussten, dass sie nur noch diesen einen Satz braucht, was wir ihr aber nicht gesagt haben, damit sie frei aufspielen kann.“ Meyer drehte diesen Durchgang noch zu ihren Gunsten und holte ihrem Team sogar auch noch den 4:3-Sieg. Damit ist die Schlägertruppe für das Bundesfinale am 29. und 30. August in Saarbrücken qualifiziert. „Gerade nach diesem Spielverlauf hat uns das natürlich sehr gefreut. Diese Chance kriegt man nicht so oft“, findet Baudler. „Wir reisen am Freitag schon an, weil wir über vier Stunden Fahrt haben, und wollen jetzt einfach Spaß haben.“
Zweimal hauchdünn weiter
Eine andere Art von Kopf-an-Kopf-Rennen erlebten die Ping Pong Pandas, die in der Leistungsklasse C in Baden-Württemberg antreten, gleich zweimal. Schon in der Vorrunde war das Feld so ausgeglichen, dass drei Mannschaften die Runde mit einem Punkteverhältnis von 8:4 abschlossen. Mit einem einzigen gewonnenen Spiel mehr setzte sich das an Position vier gesetzte Sextett, das aus vier verschiedenen Vereinen stammt und zum ersten Mal am Sommer-Team-Cup teilnimmt, am Ende durch. „Das war super knapp“, erzählt der 16-jährige Mannschaftsführer Leonard Richter von TURA Untermünkheim. „Ich bin morgens aufgewacht und habe direkt auf dem Handy nachgeschaut. Und da stand, dass das Spiel am Vorabend so ausgegangen war, dass wir weiter waren.“
Vor dem Bundesfinale wurden die Nerven der Ping Pong Pandas jedoch noch ein weiteres Mal strapaziert: Denn auch die Zwischenrunde entpuppte sich als Ritt auf der Rasierklinge, bei dem schließlich alle drei Teams mit 2:2 Punkten in der Tabelle standen. Das erste Match verloren die Pandas nach längerer Spielpause mit 3:4 gegen ebm-papst, bei der zweiten Partie gegen die Crimebühler Schlägertruppe war man top in Form. „Nach dem Doppel stand es schon 3:1, was uns ganz optimistisch gestimmt hat“, erinnert sich Richter. „Wir wussten, bei einem 5:2-Sieg sind wir weiter, bei 4:3 zählt die Bilanz.“ Am Ende durfte man über einen 5:2-Triumph jubeln, was die Qualifikation zum Bundesfinale bedeutete. „Wir wollen vor allem Spaß haben, die Zeit genießen und uns so gut schlagen, wie es geht“, erzählt der 16-Jährige. „Wir sind alles Leute, die Tischtennis sehr lieben. Einer von uns kommt sogar extra früher aus dem Urlaub zurück.“
Zur Doppelschicht beim Bundesfinale
Ebenfalls mit einer Terminkollision während des Bundesfinales muss Gute Käse aus der saarländischen Leistungsklasse A klarkommen. Das Team mit einer Q-TTR-Summe von 5589 Punkten der Top-3-Spieler hatte sich in der Vorrunde super geschlagen und mit 10:2 Punkten unerwarteter Weise direkt für Saarbrücken qualifiziert. Hier hat Gute-Käse-Mitglied Stefan Guilpain nun aber die Qual die Wahl: Unterstützt er sein STC-Team im Bundesfinale oder bestreitet er das erste Saisonspiel der zweiten Mannschaft der DJK Heusweiler, die nach dem Aufstieg in der vergangenen Saison den Klassenerhalt schaffen will? Zum Glück geht beides! Da das saarländische Heusweiler nur eine knappe halbe Stunde mit dem Auto von Saarbrücken entfernt liegt, kann Guilpain auf beiden Partys tanzen. „Wir haben bei myTischtennis nachgefragt und werden am Samstag in der 19:30-Uhr-Runde nicht spielen müssen“, erzählt Mannschaftsführer David Seitzer. „So kann Stefan abends zu dem Match fahren - und wir kommen wahrscheinlich mit und feuern ihn an.“
Eine weitere Teilnahme am Sommer-Team-Cup können sich übrigens sowohl Seitzer als auch Richter und Baudler gut vorstellen. „Für mich war es das erste Mal und es hat viel Spaß gemacht“, erzählt Seitzer von Gute Käse. „Wir haben nicht damit gerechnet, uns fürs Bundesfinale zu qualifizieren - und jetzt gucken wir mal, was wir in Saarbrücken für eine Gruppe kriegen, und versuchen, da rauszukommen.“ Auch Leonard Richter von den Ping Pong Pandas würde auf jeden Fall noch mal am STC teilnehmen. „Oft gammelt man in der Sommerpause ja nur so rum, bis die nächste Runde beginnt. Es ist echt toll, dass man beim Sommer-Team-Cup Punkte sammeln kann und so nicht aus dem Rhythmus kommt.“ Da schließt sich auch Jannis Baudler von der Schlägertruppe an: „Es hat viel Spaß gemacht und war schön, im Sommer Spiele zu haben. Die Entfernungen waren kurz, das Niveau ausgeglichen. Ich würde noch mal mitmachen - und die anderen in meiner Mannschaft bestimmt auch.“

0 Kommentare
Um einen Kommentar abzugeben, musst du mit deinem myTischtennis.de-Account eingeloggt sein.
