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Wettmanipulation in der Ukraine: Australischer Ex-Profi festgenommen

In der Ukraine sollen Tischtennisspiele manipuliert worden sein (©Fabig)

08.01.2021 - Während der ersten Coronawelle im Frühjahr wurde das weltweite Sportgeschehen stark heruntergefahren, alle ITTF-Veranstaltungen z. B. wurden abgesagt. In manchen Teilen der Welt fanden dennoch TT-Turniere statt, vor allem in osteuropäischen Ländern wie der Ukraine. Großen Anklang fanden Spiele bei diesen Turnieren auf Wettportalen, was offenbar auch Manipulationen nach sich gezogen hat. In Zusammenhang damit wurde im Dezember der ehemalige australische TT-Nationalspieler Adam Green festgenommen.

Dem 40-Jährigen, der als aktiver Spieler auch in Europa trainierte und dadurch über Kontakte in die Ukraine verfügt , wird u. a. vorgeworfen, in dem osteuropäischen Land innerhalb der letzten zwölf Monate für manipulierte Spiele gesorgt und dabei abkassiert zu haben. In den australischen Medien ist die Rede von 500.000 US-Dollar, die Green mit mehreren Wettaccounts als Kopf eines Wettsyndikats eingenommen haben soll. Davon sollen rund 250.000 US-Dollar an das Umfeld von Spielern in der Ukraine zurückgeflossen sein, wie eindeutig nachzuweisen sei. Nachdem ihm die Behörden im australischen Bundesstaat New South Wales auf die Schliche gekommen waren, wurde Green im Dezember festgenommen. Er muss bei einer Verurteilung wegen Wettbetrugs in diesem Ausmaße laut dem "Sydney Morning Herald" mit einer Strafe von bis zu 20 Jahren Gefängnis rechnen.

Lügendetektor-Tests für Teilnehmer am Setka Cup
Schon im Sommer waren angesichts des Wettbooms auf Tischtennisspiele in Osteuropa erste Spekulationen über Wettbetrug aufgekommen. In den US-amerikanischen Bundesstaaten New Jersey und Colorado wurde das Wetten auf Tischtennisspiele in der Ukraine daraufhin verboten. In Indiana waren sogar alle Tischtennis-Wettwerbe, die nicht der ITTF oder ETTU unterlagen, von Wetten ausgeschlossen worden. Zu den ukrainischen Turnieren, die in Zusammenhang mit Spielmanipulation stehen, zählt auch der Setka Cup. Um daran teilzunehmen, hatten Spieler Lügendetektor-Tests ablegen müssen. Dennoch wurden schon im Sommer sechs Teilnehmer der Spielmanipulation verdächtigt. Das amerikanische Sportportal ESPN führte damals die Namen Liliia Zaitseva, Ivan Gaysin, Karen Dzhanibekyan, Eduard Panichev, Anastasia Efimova und Gleb Zotov an. 

Am 19. Dezember äußerte sich auch die ITTF zum möglichen Wettskandal. In einem Statement wies der Weltverband auf die Integrität des Tischtennissports hin. Auch wenn es sich bei den manipulierten Partien nicht um solche bei ITTF-Turnieren handele, könnten auf die Schuldigen Strafen wie beispielsweise ein Teilnahmeverbot an ITTF-Veranstaltungen zukommen. Die ITTF werde in Zukunft noch stärker mit nationalen Verbänden, Kontinentalverbänden, dem Internationalen Olympischen Komitee und Behörden zusammenarbeiten, um solche Skandale, die dem Sport schadeten, zu verhindern. 

(DK)

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