WM 2016

Deutschland gescheitert! Schlechtestes Ergebnis seit 1985

Die DTTB-Herren haben das WM-Achtelfinale verpasst (©Stosik)

02.03.2016 - Die WM ist erst vier Tage alt - und doch kann man schon jetzt sagen, dass die deutschen Herren seit 31 Jahren schon nicht mehr so schlecht abgeschnitten haben wie bei dieser Team-WM in Kuala Lumpur. Alles hing am Ende am Gruppenspiel gegen Schweden, das mit einem furiosen Sieg von Bastian Steger begann. Zwei Einzel später stand jedoch fest, dass Deutschland den rettenden dritten Platz nicht mehr erreichen würde und im Kampf um Gold nicht mehr mitmischen darf.

Betretene Gesichter auf der deutschen Bank. Zu Recht. Der schlimmstmögliche Fall ist eingetreten: Vize-Weltmeister Deutschland, der ursprünglich auch bei dieser WM wieder um die Medaillen spielen wollte, blieb in der Vorrunde hängen und muss nun um die Plätze 13-24 spielen. Wie das passieren konnte? Nach Dimitrij Ovtcharovs verletzungsbedingter Absage schwächelte auch Timo Boll wegen einer Erkältung und stand dem Team nicht in der gewohnten Stärke zur Verfügung. Nach Niederlagen gegen Frankreich und England stand Deutschland vor dem letzten Gruppenspiel gegen Schweden bereits mit dem Rücken zur Wand und musste mindestens mit 3:1 gewinnen, um die Chancen zu wahren. Doch die Mannschaft scheiterte. Am Ende sprang 'nur' ein 3:2-Sieg heraus.

Dabei hatte alles ganz vielversprechend begonnen. Bastian Steger hatte gestern zwei Niederlagen einstecken müssen. Gegen Jon Persson spielte er jedoch wie ausgewechselt. Mit aggressiven, druckvollen Bällen ließ er dem Schweden keine Chance und sorgte für den ersten Punkt. Mit entscheidend war dabei der erste Satz, den Steger nach toller Aufholjagd noch in der Verlängerung gewinnen konnte. Als nächstes durfte die ‚Bank‘ der vergangenen Tage, Ruwen Filus, in die Box. Auch im Spiel gegen Kristian Karlsson spielte der Abwehrspezialist stark, musste die ersten beiden hart umkämpften Sätze allerdings abgeben. Als er den dritten für sich entschied, kam noch einmal Hoffnung auf, doch den Schwung konnte er nicht in den vierten Satz retten. Mit 11:2 machte Karlsson den Sack zu. "Ich habe noch nie gegen ihn gespielt, wusste aber vom Spielsystem her, dass es schwierig werden würde", erzählte Filus. "Im vierten Satz hat er die Fehler, die er vorher noch gemacht hatte, abgestellt und einfach sehr dominant gespielt."

Alle Hoffnung lag jetzt auf Steffen Mengel, der als Nummer drei auf den in der Weltrangliste neun Ränge vor ihm platzierten Mattias Karlsson traf. Wie die beiden Einzel zuvor begann auch dieses Match sehr ausgeglichen. Mengel vergab jedoch sowohl im ersten als auch im zweiten Satz seine Chancen und unterlag zweimal mit 12:14. Im dritten Satz musste also etwas passieren. Und tatsächlich schaffte es der Bergneustädter TTBL-Spieler, auch diesen Durchgang eng zu gestalten. Der eine Satzball, den er sich in der Verlängerung erspielte, reichte ihm allerdings nicht. Mit 13:11 schloss Karlsson das Spiel ab und warf Deutschland aus der Vorrunde.

Ein fast schon historischer Moment – zumal dies zuletzt 1985 in Göteborg passiert war. Da half es auch nichts mehr, dass Ruwen Filus und Bastian Steger ihre Spiele gegen Jon Persson und Kristan Karlsson im Anschluss daran im Entscheidungssatz gewinnen konnten. Denn im direkten Vergleich – Deutschland, Schweden und England haben jeweils 3:2 Spiele in der Gruppe B gewonnen – weist die DTTB-Auswahl in den Duellen der drei Teams gegeneinander die schlechteste Einzelbilanz auf und schließt die Gruppe damit auf dem undankbaren vierten Tabellenplatz ab. Schweden und England hingegen dürfen sich über die Qualifkation für das Achtelfinale freuen, Frankreich steht ungeschlagen als Gruppensieger bereits als Viertelfinal-Teilnehmer fest. Für die deutschen Herren dagegen geht es ab morgen in der Nebenhalle um die Ränge 13-24 weiter – eine bittere Tatsache für den Vize-Weltmeister.

"Wir haben es nicht verdient, weiterzukommen, weil wir eigentlich drei Spiele verloren haben", sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf. "Wir müssen uns jetzt hinten anstellen und können nicht davon ausgehen, dass wir bei den Olympischen Spielen eine Medaille holen. Das müssen wir uns hart erarbeiten." DTTB-Sportdirektor Richard Prause betonte, dass dieses Ergebnis richtig eingeordnet werden müsse. "Wir haben es nicht geschafft, dass sich, nach den Ausfällen von Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll, der Rest der Mannschaft in Topform präsentiert. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und sind nun ernüchtert, enttäuscht und werden dies als Weckruf ansehen. Aber man muss es auch nicht überdramatisieren. Ohne die Nummer eins und zwei sieht jede Mannschaft - außer China vielleicht - etwas anders aus." Der erkältete Timo Boll wird das Ende der WM wohl nicht mehr in Malaysia erleben. Bereits morgen tritt er voraussichtlich die Heimreise an.

Schweden - Deutschland 2:3
Jon Persson - Bastian Steger 0:3 (-10,-1,-4)
Kristian Karlsson - Ruwen Filus 3:1 (12,9,-7,2)
Mattias Karlsson - Steffen Mengel 3:0 (12,12,11)
Jon Persson - Ruwen Filus 2:3 (9,-8,15,-5,-6)
Kristian Karlsson - Bastian Steger 2:3 (-8,7,-5,7,-4)

(JS/DK)

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