Pokal

Pokal: Favoriten schaffen Sprung ins Final Four

Patrick Franziska war mit Saarbrücken gegen Bergneustadt erfolgreich. (©Roscher)

20.10.2019 - Die großen Überraschungen sind ausgeblieben im Viertelfinale des Deutschen Tischtennis-Pokals, stattdessen haben die Favoriten den Sprung ins Final Four geschafft. Jeweils mit 3:0 setzten sich am Sonntagnachmittag Titelverteidiger TTF Liebherr Ochsenhausen und der 1. FC Saarbrücken TT durch, während Borussia Düsseldorf ein 3:1 gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell holte. Komplettiert wird das Feld durch den ASV Grünwettersbach, der beim TuS Celle konzentriert blieb.

Wettbewerbsübergreifend den siebten Sieg in Serie haben sich die TTF Liebherr Ochsenhausen gesichert – das 3:0-Ergebnis allerdings ist trügerisch, der Post SV Mühlhausen lieferte dem Titelverteidiger starke Gegenwehr. Das bekam im ersten Duell Hugo Calderano zu spüren: Gegen Steffen Mengel war es ein Duell auf Augenhöhe, das bis in die Verlängerung des Entscheidungssatzes spannend blieb. Nach 8:11, 11:7, 11:9 und 9:11 schien Calderano im fünften Satz angesichts von drei Matchbällen bereits als Sieger festzustehen, Mengel jedoch wehrte dreimal ab. Ein leichter Fehler des Mühlhäusers brachte den Brasilianer jedoch erneut in Front, und seinen vierten Matchball nutzte Calderano dann zum 12:10. „Es war sehr knapp, in jedem Satz ging es hoch und runter. Mal hat er geführt, mal habe ich geführt“, sagte Mengel nach dem Spiel. „Im fünften Satz habe ich leider die eine oder andere Chance nicht gut zu Ende gespielt.“

Ebenfalls umkämpft ging es zwischen Simon Gauzy und Daniel Habesohn zu. Keiner der Spieler konnte sich entscheidend absetzen, hin und her wogte auch das zweite Einzel des Nachmittags. Nach 13:11, 9:11, 4:11 und 11:8 ging es erneut in den Entscheidungssatz, Gauzy machte es allerdings nicht so spannend wie Calderano. Rasch erspielte sich der Franzose eine komfortable Führung, die er zum 11:6 und damit zum 2:0 für die TTF ins Ziel brachte. Punkt Nummer drei steuerte Stefan Fegerl bei, der sich mit 3:1 gegen Lubomir Jancarik durchsetzte. „Nachdem wir bereits 2:0 führten, war es für mich einfacher“, sagte Fegerl, „im Endeffekt denke ich, dass wir verdient gewonnen haben."

Karlsson mit wichtigem Comeback gegen Filus

Wieder einmal Verlass war für Borussia Düsseldorf auf Timo Boll, der mit zwei Siegen für das 3:1 des Rekordpokalsiegers gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell sorgte. Der 38-Jährige setzte sich zunächst zum Auftakt erwartungsgemäß gegen Fan Bo Meng durch, mit 11:5, 11:6 und 11:8 war das Generationenduell schnell entschieden. Immerhin durfte sich der 19 Jahre alte Fuldaer, der am Freitag seinen ersten Sieg in der TTBL gefeiert hatte, im dritten Satz über eine 8:6-Führung freuen. Für mehr reichte es aber nicht. „Es war eine schöne Erfahrung“, sagte Meng trotz der Niederlage, „ich denke, ich habe ordentlich gespielt.“ Auch das zweite Einzel, das Duell der beiden Einser, entschied Boll für sich. Nach einem 9:11 im ersten Satz gegen Tomislav Pucar drehte der Düsseldorfer den wichtigen zweiten zum 13:11, anschließend folgten 11:1 und 11:9 zum 3:1-Endstand.

Das Schlüsselduell für die Borussia allerdings war ein anderes: Kristian Karlsson bekam es mit Ruwen Filus zu tun, und das Duell auf Position drei war eingangs ein mächtig enges. Nach 10:12 im ersten Satz vergab Karlsson im zweiten zunächst drei Satzbälle, ehe Filus mit einem Sensationsball seinerseits 12:11 in Führung ging – das drohende 0:2 aber wehrte Karlsson ab, stattdessen sorgte er mit 14:12 für das 1:1. Die weiteren Sätze liefen trotz einer kurzen Verletzungspause klar zugunsten des Schweden, der sich mit 11:3 und 11:5 den 3:1-Sieg sicherte. Zuvor hatte sich Pucar gegen Ricardo Walther durchgesetzt, wie schon bei diesem Duell am 3. Spieltag der TTBL gab es ein 3:1. „Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben“, sagte Karlsson. „Jetzt freuen wir uns auf das Final Four, das wir im letzten Jahr verpasst haben.“

Saarbrücken „sehr happy“ nach Sieg gegen Bergneustadt

Auch der dritte Titelfavorit hat sich keine Blöße gegeben: Der 1. FC Saarbrücken TT setzte sich 3:0 gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt durch. Die härteste Nuss hatte hier Patrick Franziska zu knacken. Der 27-Jährige, der am Freitag beim 3:0 gegen den TTC indeland Jülich geschont worden war, benötigte gegen Paul Drinkhall einen Satz, um in die Partie zu kommen. Nach 9:11 im ersten Satz reduzierte Franziska seine Fehlerquote und entschied die folgenden beiden mit 11:4 und 11:6 für sich. Zwar glich Drinkhall mit einem erneuten 11:9 noch einmal aus, Franziska aber holte sich im Entscheidungssatz zwei Matchbälle und nutzte den zweiten zum 11:9. „Bergneustadt hätte ebenfalls in Führung gehen können, dann wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen“, sagte Franziska zu seinem Duell mit Drinkhall.

So aber konnten im Anschluss seine Saarbrücker Teamkollegen etwas befreiter aufspielen. Darko Jorgic zeigte sich im von vielen kurzen, schnellen Ballwechseln geprägten Duell mit Benedikt Duda etwas konstanter und siegte 3:1, ehe Shang Kun mit dem gleichen Ergebnis Alvaro Robles schlug. Nach 11:5 und 8:11 war der Bergneustädter zunächst im dritten Satz in Front, nach der Handtuchpause jedoch war Shang am Drücker, entschied diesen Satz mit 11:6 und den folgenden mit 11:7 für sich. „Saarbrücken hat verdient gewonnen, sie waren heute einen Tick besser“, sagte Duda. Franziska derweil zeigte sich „sehr happy“ über das Erreichen des Halbfinals: „Letztes Jahr haben wir das Final Four verpasst, dieses Mal wollten wir es unbedingt besser machen.“

Grünwettersbach macht Ernst

Völlig souverän gestaltete der ASV Grünwettersbach seinen Nachmittag: Bei Zweitligist TuS Celle zeigte der TTBL-Achte einen konzentrierten Auftritt und setzte sich 3:0 durch. Den Anfang machte Dang Qiu: Der deutsche Nationalspieler, der am Freitag nach dem 3:1 in Mühlhausen mit Blick auf Celle angekündigt hatte, keinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, ließ seinen Worten Taten folgen. Tobias Hippler hatte er zu jedem Zeitpunkt im Griff, auf ein 11:6 im ersten Satz folgte ein 11:1 im zweiten. Im dritten vergab der 22-Jährige dann zwar drei Matchbälle, das aber konnte er sich angesichts einer erneut komfortablen Führung leisten. Mit 11:8 holte Qiu schließlich den 3:0-Sieg zur 1:0-Führung Grünwettersbachs. „Danach war ich etwas entspannter“, sagte ASV-Trainer Joachim Sekinger anschließend, „das war unser Türöffner.“

Diesem Beispiel folgte Wang Xi mit einem nicht minder konzentrierten Auftritt, gegen Jiri Martinko setzte sich der 35-Jährige ebenfalls 3:0 durch. Schon etwas größerer Gegenwehr sah sich im dritten Einzel Sathiyan Gnanasekaran gegenüber. Nach einem 11:9 zum Auftakt gegen Andrei Putuntika ging der zweite Satz mit 11:9 an Celle. In Gefahr aber geriet der ASV-Sieg trotzdem nicht mehr, mit 11:8 und 11:5 sorgte Gnanasekaran für seinen letztlich ungefährdeten 3:1-Erfolg und damit für den 3:0-Endstand. Wie schon im Vorjahr fährt Grünwettersbach damit nach Neu-Ulm, wo am 4. Januar 2020 in der ratiopharm arena das Liebherr Pokal-Finale stattfindet. „Ich bin absolut zufrieden, schließlich haben wir damit unser erstes Saisonziel erreicht“, sagte Sekinger.
 

Das Viertelfinale in der Übersicht

1. FC Saarbrücken TT – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:0
Patrick Franziska – Paul Drinkhall 3:2 (9:11, 11:4, 11:6, 9:11, 11:9)
Darko Jorgic – Benedikt Duda 3:1 (11:8, 12:14, 11:9, 11:2)
Shang Kun – Alvaro Robles 3:1 (11:5, 8:11, 11:6, 11:7)

TuS Celle – ASV Grünwettersbach 0:3
Tobias Hippler – Dang Qiu 0:3 (6:11, 1:11, 8:11)
Jiri Martinko – Wang Xi 0:3 (6:11, 5:11, 7:11)
Andrei Putuntika – Sathiyan Gnanasekaran 1:3 (9:11, 11:9, 8:11, 5:11)

TTF Liebherr Ochsenhausen – Post SV Mühlhausen 3:0
Hugo Calderano – Steffen Mengel 3:2 (8:11, 11:7, 11:9, 9:11, 12:10)
Simon Gauzy – Daniel Habesohn 3:2 (13:11, 9:11, 4:11, 11:8, 11:6)
Stefan Fegerl – Lubomir Jancarik 3:1 (11:7, 9:11, 11:9, 11:5)

Borussia Düsseldorf – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:1
Timo Boll – Fan Bo Meng 3:0 (11:5, 11:6, 11:8)
Ricardo Walther – Tomislav Pucar 1:3 (11:8, 5:11, 7:11, 8:11)
Kristian Karlsson – Ruwen Filus 3:1 (10:12, 14:12, 11:3, 11:5)
Timo Boll – Tomislav Pucar 3:1 (9:11, 13:11, 11:1, 11:9)

(TTBL)

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