Pokal

Simon Gauzy vor Final Four: "Die Erleichterung war riesengroß!"

Im TTBL-Interview spricht Simon Gauzy u.a. über die laufende Saison und das anstehende Liebherr Pokal-Finale (©Roscher)

22.12.2017 - Im dritten Anlauf gelang den TTF Liebherr Ochsenhausen in diesem Jahr der Einzug ins Liebherr Pokal-Finale 2017/18 in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm. Im Interview mit der Tischtennis Bundesliga spricht Simon Gauzy über das Final Four am 6. Januar, die schwierige Saison der Oberschwaben und sein persönliches Jahr.

Simon, am 6. Januar stehen Sie mit den TTF Liebherr Ochsenhausen erstmals im Liebherr Pokal-Finale. Hand aufs Herz: Wie groß war die Erleichterung, es im dritten Anlauf endlich geschafft zu haben?

Simon Gauzy: Um ehrlich zu sein, riesengroß! Es war schwer zu akzeptieren, dass nur 40 Kilometer von Ochsenhausen entfernt das Final Four stattfindet und wir nicht dabei sind. Allerdings hatten wir in den letzten Jahren auch eine Menge Los-Pech. Vor zwei Jahren hieß unser Gegner Grenzau mit Andrej Gacina und Masaki Yoshida, letztes Jahr Bremen. Dort hatten wir drei Matchbälle, um in die nächste Runde zukommen. Deshalb ist  die Erleichterung riesig – für uns Spieler, aber auch für die Trainer, den Verein und unsere Sponsoren.

Das Final Four findet in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm und damit quasi vor Ochsenhausens Haustür statt. Erhoffen Sie sich dadurch einen kleinen Heimvorteil?

Simon Gauzy: Wir haben in den letzten Jahren schon das ein oder andere Mal in dieser Arena gespielt. Zwar haben wir nicht immer gewonnen, aber jedes Mal tolle Matches gespielt. Wahrscheinlich werden wir dort deshalb mehr Fans haben als die anderen Teams. Allerdings sind Saarbrücken und Düsseldorf es mittlerweile ebenso gewohnt, dort zu spielen. Und Timo Boll wird sowieso immer mehr Fans haben als wir.

Ochsenhausens Halbfinal-Gegner ist der 1. FC Saarbrücken TT, den Sie in der Liga mit 3:0 bezwingen konnten. Allerdings waren die Einzelergebnisse sehr knapp. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Simon Gauzy: Saarbrücken hat eine tolle Mannschaft. Als wir in der Liga gegen sie gespielt haben, hätte es zur Pause genauso gut 2:0 für sie stehen können. Es ist immer schwer gegen sie, da sie drei nahezu gleich starke Spieler haben, die jederzeit vermeintlich bessere Spieler schlagen können. Das macht sie so gefährlich.

Im Finale könnte Titelverteidiger Borussia Düsseldorf warten, eine Mannschaft, die Ochsenhausen in der Vergangenheit teilweise ganz gut gelegen hat – auch mit Timo Boll. Könnte es am 6. Januar zum Titel reichen?

Simon Gauzy: Gegen Timo habe ich in den letzten zwei Jahren tatsächlich ein paar Mal gewinnen können. Zurzeit spielt er allerdings absolut herausragend. Deshalb wäre es sicherlich nicht das gleiche Spiel wie vor ein, zwei Jahren, obwohl auch ich mich zuletzt verbessert habe. Aber ich denke, wir haben definitiv eine Chance gegen Düsseldorf, auch wenn sie natürlich der große Favorit auf den Titel sind.

In der Liga hat Ihre Mannschaft einen eher schwachen Saisonstart hingelegt, dann aber eine grandiose Aufholjagd gestartet. Zuletzt schwankten die Ergebnisse allerdings wieder etwas. Worauf führen Sie diese Leistungsunterschiede zurück?

Simon Gauzy: Wir hatten einen sehr schweren Start. Ich möchte mich jetzt nicht in irgendwelche Ausreden flüchten, aber im ersten Spiel gegen Fulda war ich krank, Muramatsu hatte Probleme mit seinen neuen Belägen, Dyjas war verletzt, dazu hatte ich einige Zeit lang private Probleme. Als wir langsam besser wurden, haben sich Muramatsu und Geraldo ebenfalls verletzt. Deshalb mussten Hugo (Calderano) und ich eine Menge Spiele bestreiten, was es schwer gemacht hat, im Rhythmus zu bleiben. Die Champions League und die Bundesliga sind sowohl mental als auch körperlich sehr anstrengend und wenn du nicht fit bist, kann plötzlich alles sehr schnell gehen. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und die Köpfe frei bekommen. Wenn wir alle zur gleichen Zeit topfit sind, hoffe ich, dass wir noch konkurrenzfähiger sein können.

Ihr Trainer und andere Vereinsverantwortliche haben zuletzt häufig betont, dass die Akkus der Mannschaft ziemlich leer sind. Reichen die kurzen Weihnachtsferien, um sie wieder aufzuladen?

Simon Gauzy: Seit September habe ich allein für Ochsenhausen 21 Spiele bestritten! Dazu spielen wir alle auch noch international. Da ist es fast unmöglich, sowohl für unseren Verband als auch für unseren Verein konstant gute Leistungen zu bringen. Klar sind wir am Limit, aber wir versuchen unsere Grenzen immer weiter zu verschieben. Wir hoffen, dass die Weihnachtszeit erholsam wird.

Der Kampf um die Play-offs ist in dieser Saison so spannend wie selten. Was glauben Sie, welche Teams schaffen es unter die besten Vier?

Simon Gauzy: Wer es am Ende ins Halbfinale schafft und wer nicht, kann ich nicht sagen. Klar ist aber, dass die Bundesliga in dieser Saison um einiges stärker geworden ist. Jedes Team ist besser; der Letzte kann den Ersten jederzeit schlagen. Anders als bisher ist es den Vereinen nicht mehr möglich, ihre besten Spieler auch mal zu schonen. Ich denke, hinter Düsseldorf wird es fünf Teams geben, die um die übrigen drei Plätze kämpfen. Und ich hoffe, dass wir am Ende einen dieser Plätze belegen werden.

2017 war ein tolles Jahr für Sie. Zur Belohnung wurden Sie im November erstmals in Ihrer Karriere unter den besten zehn Spielern der Welt geführt. Was haben Sie sich für das Jahr 2018 vorgenommen?

Simon Gauzy: Das war definitiv das beste Jahr meiner bisherigen Karriere. Zu den zehn besten Spielern der Welt zu gehören, war einer meiner Kindheitsträume. Gleichzeitig war das Jahr aber körperlich auch sehr anstrengend, besonders gegen Ende. Derzeit bin ich am Rücken verletzt, hoffe aber, dass ich im neuen Jahr wieder hundertprozentig fit bin. Einen Titel mit Ochsenhausen würde ich mir wirklich wünschen. Das wäre ein toller Lohn für die harte Arbeit. Und persönlich warte ich noch auf meinen ersten Einzeltitel. Also wer weiß... 

Tickets sichern
Jetzt Tickets sichern und dabei sein, wenn am 6. Januar 2018 vor tausenden Zuschauern in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm der Deutsche Pokalsieger 2017/18 gekürt wird. Mit dem Promotion-Code Weihnachtsmann sparen Sie noch bis Heiligabend 20 Prozent!

Bestellen Sie sich Ihr Ticket einfach und unkompliziert über das Internet. Mit print@home können Sie sich Ihre Karten sogar direkt zuhause ausdrucken.

Zum Online-Ticketshop

Oder einfach per Telefon (0180 60 50 400) bestellen und sich die Karten nach Hause liefern lassen. (0,20 €/Anruf inkl. MwSt. aus den Festnetzen, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt. aus den Mobilfunknetzen)

(TTBL)

Ähnliche Artikel

Kommentar schreiben

* Pflichtfeld

Sicherheitsabfrage Bitte geben Sie die untenstehende Zeichenfolge im Feld darunter ein.

Copyright © 2018 myTischtennis GmbH. Alle Rechte vorbehalten.