EM-Qualifikation

Ohne Persson und Ovtcharov: DTTB-Herren siegen 3:0

Ricardo Walther durfte für Dimitrij Ovtcharov einspringen (©Butterfly)

14.07.2012 - Olympia kann kommen, Deutschland ist bereit. Nachdem die chinesischen Herren ihren letzten Test vor London mit Bravour bestanden haben, legte das DTTB-Team nach - wenn die Gegner auch kaum zu vergleichen waren. Am frühen Samstagabend besiegte das Trio von Bundestrainer Jörg Roßkopf den EM-Zweiten von 2011, Schweden, mit 3:0. Dabei musste kurzfristig Ricardo Walther für den verletzten Dimitrij Ovtcharov einspringen.

Die London-Generalprobe im Team ist gelungen. Vor 1300 Zuschauern in der Volkswagen Halle Braunschweig haben Deutschlands Herren Schweden mit 3:0 besiegt, allerdings in anderer Besetzung als geplant. Die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf musste den kurzfristigen Ausfall von Dimitrij Ovtcharov kompensieren, der sich beim Abschlusstraining am Freitag eine leichte Bänderdehnung im Knöchel zugezogen hatte. So kam B-Kader-Spieler Ricardo Walther unverhofft zu seinem ersten Länderspieleinsatz, weil zuvor schon sein Düsseldorfer TTBL-Teamkollege Patrick Baum wegen einer starken Erkältung ausgefallen war. Den Schweden fehlte Altmeister Jörgen Persson (Wadenzerrung).

Nach dem Verlust des ersten Satzes legte Timo Boll mit einer konzentrierten Leistung gegen den Weltranglisten-51. und Ex-Bremer Jens Lundquist den Grundstein zum Erfolg. Bastian Steger, der amtierende Deutsche Meister im Einzel und Doppel vom 1. FC Saarbrücken TT, erhöhte mit einer starken Leistung in drei Sätzen gegen Pär Gerell auf 2:0. Das Duell der 20-jährigen Youngster, Ricardo Walther gegen Kristian Karlsson, entschied der Deutsche für sich. Um 17:48 verwandelte er seinen dritten Matchball zum 13:11 gegen die Nummer 132 der Weltrangliste. Erst am Dienstag war Walther aus dem Urlaub zurückgekommen, am Freitag, ausgerechnet dem 13., erfuhr er von Jörg Roßkopf von seinem möglichen Einsatz. Keine Zeit, um lange aufgeregt zu sein. "Das war wohl ganz gut so, denn so konnte ich mir nicht viele Gedanken machen", sagte Walther, der Sieger des U21-Turniers bei den Swedish Open 2011, der seinen Gegner schon von zahlreichen Vergleichen in der Jugend kannte. "Das Spiel liegt mir, aber ich wusste, dass es nicht leicht werden würde. Der Erfolg gibt Selbstvertrauen auch für die nächste Saison bei Borussia Düsseldorf. Das war ein tolles Erlebnis. Es spielt sich einfacher, wenn so viele Zuschauer hinter einem stehen." In der vergangenen Spielzeit war Walther in der 2. Bundesliga für Jülich aktiv. Seine Trainingspause hat sich nicht  negativ ausgewirkt. "Ich war erstaunt, wie gut es ging, auch wenn ich ein paar leichte Fehler gemacht habe, zum Beispiel beim Blocken. Aber im Großen und Ganzen habe ich die Taktik gut umsetzen können."

Es war nicht das olympische Turnierformat, in dem auch ein Doppel gespielt wird, aber eine Veränderung des Modus‘ war nicht möglich, war die Partie doch gleichzeitig Auftakt der EM-Qualifikation, der JOOLA European Championships Qualification. In der obersten Kategorie, der Championships Division, spielen insgesamt zwölf Mannschaften, aufgeteilt in zwei Gruppen, jeweils einmal gegeneinander. Die fünf besten Teams qualifizieren sich für die Europameisterschaften 2013 im österreichischen Schwechat. Begehrt ist vor allem Platz eins in der Gruppe, denn die Sieger sind bei der EM direkt für das Viertelfinale gesetzt. Die nächste Partie in der EM-Quali ist ein Heimspiel am 4. September gegen Serbien. Parallel tragen Deutschlands Damen dann ihr Auftaktmatch gegen England aus.

Deutschland - Schweden 3:0
Timo Boll - Jens Lundquist 3:1 (-7, 4, 4, 7)
Bastian Steger - Pär Gerell 3:0 (7, 7, 11)
Ricardo Walther - Kristian Karlsson 3:1 (9, -5, 10, 11)

(DTTB/JS)

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