Jugend-EM

Jugend-EM: DTTB-Mädchen holen Gold!

Anastasia Bondareva (l.) kann es kaum glauben, dass sie den entscheidenden Punkt geholt hat (©Steinbrenner)

12.07.2019 - Gold für Deutschland! Das DTTB-Mädchenteam sicherte sich am Donnerstagabend bei der Jugend-EM in Ostrava die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb. Dafür bewiesen Bundestrainerin Dana Webers Schützlinge Nervenstärke in einem spannenden Finalkrimi gegen Russland. Mit 3:2 und einer guten Mannschaftsleistung gewannen Anastasia Bondareva, Franziska Schreiner und Sophia Klee die begehrten Medaillen.

Anastasia Bondareva sank zu Boden und hielt sich die Hände vor das Gesicht. Was war passiert? Nichts Schlimmes, denn soeben hatte die Mädchen-Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei den 62. Jugend-Europameisterschaften in Ostrava überraschend das Endspiel gegen Russland mit 3:2 siegreich beendet und damit die Goldmedaille gewonnen. Laura Tiefenbrunner, Yuki Tsutsui, Sophia Klee und Franziska Schreiner stürmten die Box, um „Bond“ zu beglückwünschen. Nur wenige Meter dahinter eilte Bundestrainerin Dana Weber herbei. Das Sextett lag sich in den Armen. Es flossen Tränen. Emotionen pur nach einem grandiosen Drei-Stunden-Krimi.

Überragender Teamgeist führt die DTTB-Mädchen zur Goldmedaille

Das Endspiel gegen den Topfavoriten aus Russland war nichts für schwache Nerven. Bondareva verlor zunächst klar das erste Spiel gegen Mariia Tailakova in drei Sätzen. „Ich war sehr nervös und habe viel zu hektisch gespielt“, gestand die 16-Jährige anschließend. Doch dann standen die zahlreichen deutschen Fans auf der Tribüne immer wieder auf und applaudierten lautstark. Franziska Schreiner setzte sich gegen Anastasia Kolish durch und glich mit ihrem 3:1-Erfolg aus. „Ich hatte mich vor der Partie sehr gut auf meine Gegnerin vorbereitet. Das hat sich ausgezahlt“, sagte das Talent aus Kleinwallstadt. Mitentscheidend für den Gesamtsieg war die von Sophia Klee gewonnene Partie gegen Elizabet Abraamian. Obwohl die deutsche Jugendmeisterin Satz eins sowie zwei chancenlos mit jeweils 4:11 abgeben musste, verließ die Deutsche am Ende noch die Box als Gewinnerin. Mit 12:10 ging der fünfte Satz an Klee. „Nach dem schnellen und deutlichen Rückstand hatte ich mir fest vorgenommen, mich nicht abschlachten zu lassen und meine Gegnerin nochmals ärgern zu wollen“, verriet die Nord-Hessin. Eine Taktik, die von Erfolg gekrönt war. Deutschland lag mit 2:1 in Führung. „Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir erstmals, dass wir es tatsächlich schaffen können, Gold zu gewinnen“, verriet die Bundestrainerin nach der Siegerehrung. Doch es wurde noch einmal spannend. Franziska Schreiner stand gegen Mariia Tailakova auf verlorenem Posten und hatte mit 0:3 das Nachsehen. „Meine Gegnerin war stärker. Fertig“, so der kurze und knappe Kommentar. Wie schon beim 3:2-Erfolg im Viertelfinale gegen Polen musste erneut Anastasia Bondareva die letzte Partie bestreiten und wieder behielt die Schülerin des Deutschen Tischtennis-Internats die Oberhand. Auch die Linkshänderin musste einem 0:2-Satzrückstand nachlaufen und kämpfte sich in den fünften Abschnitt. „Was ab dem dritten Satz bis zur 10:7-Führung im letzten Durchgang passierte, weiß ich gar nicht genau“, sagte Bondareva. „Ich habe einfach für die Mannschaft gekämpft. Es hat sich gelohnt und jetzt bin ich überglücklich."

Bundestrainerin Dana Weber zeigt sich stolz auf ihr Team

Den entscheidenden Grund für den Gewinn der Goldmedaille hatte Anastasia Bondareva auf der Heimfahrt mit dem Bus zurück in das Hotel schnell gefunden. „Wir haben den Titel aufgrund eines überragenden Teamgeistes und einer tollen Atmosphäre innerhalb der Mannschaft gewonnen.“ Franziska Schreiner gab nach dem Finalerfolg zu, „nicht mein bestes Tischtennis gezeigt zu haben. Doch das ist mir jetzt völlig egal. Wir haben Gold!“ Bundestrainerin Dana Weber beobachtete, „dass sich die Mädels von Spiel zu Spiel gesteigert haben“. Die einzige Niederlage - das zweite Gruppenspiel gegen den Gastgeber und späteren Dritten Tschechien wurde mit 1:3 verloren - sei für den weiteren Turnierverlauf „vielleicht gar nicht so schlecht gewesen. Mit diesem Ergebnis musste die Mannschaft umgehen und hat die Situation hervorragend gelöst.“ Auch der hart umkämpfte 3:2-Sieg gegen Polen habe, so Weber, „für einen zusätzlichen Schub gesorgt“. Der gebürtigen Tschechin standen nicht nur beim Jubelszenario in der Box, sondern auch bei der anschließenden Siegerehrung die Tränen in den Augen, denn ausgerechnet in ihrem Heimatland den EM-Titel zu gewinnen, ist schließlich etwas ganz Besonderes. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. So ein Team habe ich noch nicht gehabt. Die Spielerinnen waren füreinander da – einfach große Klasse!“ In der Stunde des Sieges vergaß Dana Weber nicht, dem gesamten deutschen Team und den Fans auf der Tribüne für die „super Unterstützung“ während des kompletten Turniers zu danken. „Meine Mädchen und ich haben die Atmosphäre genossen.“

Die deutschen Jungen hatten sich zuvor Bronze und damit einen WM-Startplatz gesichert.


Die Endrundenspiele in den Team-Wettbewerben

Jungen

Finale
Aserbaidschan - Russland 2:3

Spiel um Platz 3
Deutschland - Belgien 3:0

Dominik Jonack - Olav Kosolosky 3:1 (6,8,-11,9)
Kay Stumper - Adrien Rassenfosse 3:1 (9,9,-6,6)
Felix Wetzel - Nicolas Degros 3:0 (4,8,9)


Mädchen

Finale
Deutschland - Russland 3:2

Anastasia Bondareva - Mariia Tailakova 0:3 (-3,-12,-5)
Franziska Schreiner - Anastasia Kolish 3:1 (9,-5,5,8)
Sophia Klee - Elizabet Abraamian 3:2 (-4,-4,9,7,10)
Franziska Schreiner - Mariia Tailakova 0:3 (-5,-9,-7)
Anastasia Bondareva - Anastasia Kolish 3:2 (-12,-9,7,7,7)


Schüler

Finale
Rumänien - Russland 2:3

Halbfinale
Rumänien - Frankreich 3:2

Deutschland - Russland 1:3

Felix Köhler - Vladislav Makarov 0:3 (-12,-9,-8)
Mike Hollo - Denis Izumrudov 3:0 (10,7,16)
Mike Hollo/Felix Köhler - Vladislav Makarov/Sergey Ryzhov 1:3 (-6,10,-9,-2)
Mike Hollo - Vladislav Makarov 1:3 (9,-6,-6,-3)


Schülerinnen

Finale
Frankreich - Russland 3:1

Halbfinale
Rumänien - Frankreich 1:3

Deutschland - Russland 1:3

Annett Kaufmann - Vlada Voronina 3:1 (9,8,-11,11)
Naomi Pranjkovic - Alina Zavarykina 0:3 (-14,-6,-5)
Annett Kaufmann/Jele Stortz - Vlada Voronina/Alina Zavarykina 2:3 (-5,-5,11,10,-4)
Naomi Pranjkovic - Vlada Voronina 1:3 (9,-11,-9,-10)

(Marco Steinbrenner/DTTB)

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