Jugend-EM

Jugend-EM: Sechs DTTB-Talente im Einzel-Achtelfinale

In Runde drei gelang Fanbo Meng die Überraschung gegen Cristian Pletea (©Steinbrenner)

23.07.2018 - Auf einmal war es ganz still in der Sporthalle von Cluj-Napoca. Und das nicht ohne Grund, denn soeben hatte Fanbo Meng bei den 61. Jugend-Europameisterschaften den an Position drei gesetzten rumänischen Lokalmatadoren Cristian Pletea aus dem Einzel-Wettbewerb geschmissen. Mit Franziska Schreiner, Mike Hollo, Hannes Hörmann, Sophia Klee und Annett Kaufmann haben fünf weitere DTTB-Starter das Einzel-Achtelfinale erreicht. Zu einer Mixed-Medaille hat es dagegen am Sonntag für Franziska Schreiner/Cedric Meissner und Sophia Klee/Mike Hollo nicht gereicht.

Jungen: Fanbo Meng nach seinem Achtelfinal-Einzug erschöpft und überglücklich
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist einfach überwältigend.“ Völlig erschöpft und ausgelaugt sitzt Fanbo Meng in der Umkleidekabine. Neben ihm steht eine Wasserflasche. Über dem Kopf liegt sein Handtuch. Wenige Minuten zuvor hatte der 17-Jährige für die erste große Überraschung aus deutscher Sicht in den Individual-Wettbewerben gesorgt und den Mitfavoriten Cristian Pletea in sieben Sätzen bezwungen. Nur drei Tage zuvor standen sich die beiden Akteure im „kleinen Finale“ des Team-Wettbewerbs schon einmal gegenüber. Beim ersten Aufeinandertreffen hatte Meng einen 2:0-Satzvorsprung nicht nach Hause bringen können und noch verloren. Diesmal holte er sogar einen zwischenzeitlichen 2:3-Rückstand auf. „Fanbo hat frecher und mit mehr Mut gespielt“, beobachtete Bundestrainer Zhu Xiaoyong. Der Schüler des Deutschen Tischtennis-Internats in Düsseldorf selbst kam bei dem Vergleich seiner Leistungen in den beiden Spiele zu dem Ergebnis, „dass ich viel konstanter, disziplinierter und strukturierter gespielt habe. Mir sind nur wenige leichte Fehler unterlaufen.“ Dies wird auch notwendig sein, um die nächste Runde zu überstehen. Es wartet mit Maksim Grebnev die Nummer drei des erneuten Vize-Europameisters Russland.

Cedric Meissner musste sich dagegen am Nebentisch dem Titelverteidiger und an Position zwei gesetzten Griechen Ioannis Sgouropoulos mit 1:4 geschlagen geben. „Ich wusste vorher, dass es ganz schwer werden würde. Mir sind zu viele einfache Fehler passiert“, haderte der deutsche Jugendmeister. „Vielleicht wäre noch was möglich gewesen, wenn ich den dritten Satz nach hohem Rückstand und Aufholjagd gewonnen hätte.“ Ebenfalls ohne Siegchance war Kay Stumper gegen Artem Dvoynikov (Russland). „Mein Gegner hat sehr gut gespielt . Er lag mir überhaupt nicht, denn ich kam mit seinen Aufschlägen und seiner Taktik gar nicht zurecht.“

Mädchen: Nur Franziska Schreiner übersteht die dritte Runde
„Ich habe meine Setzung bestätigt und bin deshalb erst einmal zufrieden“, sagte Franziska Schreiner, die als einziges DTTB-Mädchen am Montag in der Runde der letzten 16 steht. Nach einem Freilos befand sich die 16-Jährige jedoch gegen die international für Italien spielende Gaia Monfardini kurz vor dem Aus. Nach einem 1:3-Rückstand kehrte Schreiner aber noch einmal zurück und hatte am Ende mit 11:3 im siebten Satz die Oberhand behalten. „Mein Kopf war gut“, strahlte die Olympia-Teilnehmerin. Deutlich weniger Mühe hatte sie anschließend gegen Katarzyna Wegrzyn (Polen). Durch den 4:2-Sieg kommt es nun am Montag zum Duell mit der Schwedin Ellen Holmsten. „Ich rechne mir Siegchancen aus.“

Keine Überraschung schafften in Runde zwei Anastasia Bondareva und Sarah Mantz. Bondareva musste sich wie schon im Team-Wettbewerb der gebürtigen Chinesin und für Aserbaidschan startenden Ning Jing geschlagen geben, während Mantz gegen die an Position zwei gesetzte Anastasia Kolish (Russland) ohne Siegchance war. Laura Tiefenbrunner schaffte es durch einen 4:3-Erfolg (12:10 im letzten Abschnitt) gegen die Belgierin Natacha Koszulap immerhin bis in Runde drei, musste dann aber Andreea Dragoman (Rumänien) zum 4:0-Sieg gratulieren. Tu Wenna reichten zwei Satzgewinne gegen Anna Wegrzyn aus Polen nicht zum Erreichen des Achtelfinales.

Schüler: Mike Hollo und Hannes Hörmann weiter im Rennen
Nach sehr ansprechenden Leistungen im Team-Wettbewerb weiß Mike Hollo auch im Einzel zu überzeugen. Auf dem Weg in das morgige Achtelfinale gab der deutsche Schülermeister nur einen Satz ab. Nach einem Freilos folgte ein 4:1-Sieg gegen Gabrielius Camara (Niederlande) sowie ein Vier-Satz-Erfolg gegen Jakub Goldir (Slowakei). „Bislang hat Mike die Spiele sehr souverän und gut nach Hause gebracht. In keinem Spiel bestand Zweifel an einem Sieg“, sagte Bundestrainerin Eva Jeler. Auch gegen den spanischen Linkshänder Arnau Pons habe der 14-Jährige „gute Siegchancen. Das heißt aber nichts, denn es ist alles möglich – sowohl nach oben als auch nach unten.“ 

Hannes Hörmann hatte gestern nach seinem Auftaktsieg gegen den Ungar Daniel Hogye gesagt, „dass ich zunächst noch sehr nervös war, weil ich nicht gleich das erste Spiel verlieren wollte. Schließlich reisten meine Eltern extra an.“ Mama und Papa sind auch weiterhin in Cluj-Napoca vor Ort und unterstützen ihren Filius. Bislang erfolgreich, denn am Sonntag schaltete der Oberligaspieler des TV 1879 Hilpoltstein Bastian Romanens (Schweiz) sowie David Bessa (Portugal) aus. „Die Leistungen von Hannes waren prima“, lobte Jeler ihren Schützling. Nächster Gegner ist am Montag der an Position eins gesetzte Maciej Kubik aus Polen. Das Duell gab es bereits im Rahmen des Team-Viertelfinales. Der Pole siegte zwar mit 3:1, doch verlief die Begegnung sehr ausgeglichen.

Schülerinnen: Sophia Klee und Annett Kaufmann kämpfen um den Viertelfinal-Einzug
Bundestrainerin Lara Broich hatte es bereits zehn Tage vor Beginn der Jugend-Europameisterschaften im Rahmen des letzten Vorbereitungslehrgangs in Düsseldorf gesagt: „Annett Kaufmann spielt sehr variabel und unberechenbar. Sie wird bestimmt für die eine oder andere Überraschung sorgen.“ Wenn am Montag die Achtelfinal-Partien durchgeführt werden, ist auch die Zwölfjährige noch mit im Rennen. Nach dem 4:0-Erfolg gegen Alina Vydruchenko (Ukraine) setzte sich Kaufmann gegen Emilija Riliskyte (Litauen) in fünf Sätzen durch und wiederholte gleichzeitig ihren Erfolg aus dem Platzierungsspiel der Team-Konkurrenz. „Annett hat sich selbst immer besser unter Kontrolle. Ihre Leistungen bislang waren super.“ Nun wartet die Serbin Radmila Tominjak.

Sophia Klee marschierte ebenfalls im Eiltempo in das Achtelfinale. Souverän wurden Ni Xiaojing (Luxemburg/4:0) und die Griechin Malamatenia Papadimitriou (4:1) ausgeschaltet. „Sophia hat nichts anbrennen lassen. Das waren zwei völlig ungefährdete Erfolge“, beobachtete die Bundestrainerin. Im Achtelfinale wartet nun Liubov Tentser. Auch wenn Leonie Berger (1:4 gegen die Niederländerin Emine Ernst) und Naomi Pranjkovic (0:4 gegen Reka Bezek aus Serbien) den Sprung unter die letzten 16 nicht geschafft haben, ist Broich mit den Leistungen trotzdem sehr zufrieden. „Die Vier haben sich bislang super verkauft und immer alles gegeben.“

Mixed: Sophia Klee und Mike Hollo lassen zwei Matchbälle liegen
Sie hatten ihre Hand schon an der Medaille: Nach einem anfänglichen 0:2-Satzrückstand starteten Sophia Klee und Mike Hollo im Viertelfinale gegen Prithika Pavade/Fabio Rakotoarimanana (Frankreich) eine tolle Aufholjagd. Durch ein 12:10 und 11:7 ging es in den Entscheidungsdurchgang. Allerdings reichten weder eine 6:2-Führung, noch ein 10:8-Vorsprung und damit zwei Matchbälle zum Einzug in die Vorschlussrunde und zum Gewinn der Bronzemedaille. Stattdessen siegte die französische Paarung mit 14:12. „In den ersten zwei Sätzen waren die beiden nicht da“, beobachtete Schüler-Bundestrainerin Eva Jeler. „Das Zurückkämpfen in die Partie hat viel Kraft gekostet.“ Dementsprechend groß war anschließend die Enttäuschung.

Eine ähnliche Gemütslage herrschte auch bei Franziska Schreiner und Cedric Meissner vor. Das deutsche Olympia-Mixed musste sich allerdings schon nach vier Abschnitten Natalia Malinina und Maksim Grebnev aus Russland geschlagen geben. „Wir haben das erste Mal zusammen gespielt und es hat schon ganz gut funktioniert“, bilanzierte Meissner. Allerdings sei das Viertelfinal-Ausscheiden „relativ bitter“ gewesen. Die DTTB-Paarung habe, so Meissner weiter, „mehrere Chancen gehabt. Oftmals haben wir jedoch zu lang aufgeschlagen, sodass die Russen direkt gut anfangen konnten“.

Die Ergebnisse finden Sie auf der zweiten Seite! 

(DTTB/DK)

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