Jugend-WM

JWM: DTTB-Teams verlieren im Viertelfinale deutlich

Tobias Hippler sicherte dem deutschen Team den Sieg gegen die USA (©Steinbrenner)

29.11.2017 - Bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Riva del Garda haben die Mädchen und Jungen des Deutschen Tischtennis-Bundes in der Team-Konkurrenz den Sprung auf das Siegerpodest verpasst. Der weibliche Nachwuchs unterlag im Viertelfinale Rumänien mit 1:3, während sich die Schützlinge von Bundestrainer Zhu Xiaoyong China 0:3 geschlagen geben mussten. Für beide Teams stehen heute noch Spiele der Platzierungsrunde an, bevor es mit dem Mixed-Wettbewerb weitergeht.

„China hat ein anderes Niveau“, sagte Bundestrainer Zhu Xiaoyong nach dem Viertelfinale der Jungen-Auswahl des DTTB bei der Jugend-WM in Italien. Tobias Hippler, Gerrit Engemann, Cedric Meissner und Kay Stumper waren gegen das an Position zwei gesetzte Team aus Asien im Viertelfinale ohne Chance. Nach 75 Minuten war die Partie mit 0:3 verloren. „Uns ist es nicht gelungen, China unter Druck zu setzen“, sagte Zhu anschließend. „Meine Mannschaft hat Lehrgeld bezahlen müssen.“

Deutliche Niederlage

Trotz der Niederlage hatte Hippler seinen trockenen Humor nicht verloren. „Es ist bekannt, dass China ein vernünftiges Niveau besitzt.“ Mit Xue Fei und Wang Chuqin schickte der morgige Finalist (3:0-Sieg im Halbfinale gegen Rumänien) zwei Akteure in die Box, die in der heimischen Super League aufschlagen. So musste Tobias Hippler die Überlegenheit seines Gegners Xue Fei neidlos anerkennen. „Meine Leistung war in Ordnung, während Xue Fei sehr gut gespielt hat. Es war ganz schwierig, etwas zu machen.“ So habe der 18-Jährige im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht, „dagegenzuhalten“. Engemann gewann gegen Wang Chuqin immerhin einen Satz, doch zu mehr reichte es nicht. „Ich habe zu lange gebraucht, um in die Partie zu finden“, gab der Zweitligaspieler anschließend selbstkritisch zu. „Ab dem dritten Durchgang wurde es besser, jedoch war mein Gegner in vielen Bereichen überlegen.“ Nach seiner sehr starken Leistung am Tag zuvor in der alles entscheidenden Partie im Kampf um den Viertelfinal-Einzug gegen Italien (3:0) erhielt Meissner vom Bundestrainer erneut seine Chance auf der dritten Position. Allerdings erwies sich auch Xu Haidong als eine Nummer zu stark. „Im Vergleich zur Italien-Begegnung habe ich nicht so gut gespielt. Xu servierte zudem sehr stark.“

Platz fünf noch möglich

Die Niederlage gegen China verdrängten die Zhu-Schützlinge sehr schnell und fanden zum Auftakt der Platzierungsrunde wieder in die Erfolgsspur zurück. Allerdings war der 3:1-Sieg gegen die USA, die zuvor im Viertelfinale mit 2:3 gegen Rumänien das Nachsehen hatten, hart erkämpft. Und das, obwohl bei den US-Boys Spitzenspieler Kanak Jha verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte. „Durch den Ausfall von Kanak haben meine Spieler wohl gedacht, dass die Begegnung damit automatisch gewonnen wäre“, fand der Bundestrainer deutliche Worte. „Dem war nicht so. Ich bin insgesamt von den Leistungen in diesem Spiel enttäuscht.“

Gerrit Engemann befand sich gegen Sharon Alguetti schon auf der Siegerstraße. Nach dem 11:7, 11:4 sowie 7:11 hatte der Schüler des Deutschen Tischtennis-Internats im vierten Durchgang bereits drei Matchbälle, konnte diese jedoch nicht nutzen und verlor die gesamte Partie. „Ich bin gut gestartet, jedoch anschließend zu passiv geworden.“ Besser machte es Tobias Hippler, der sowohl gegen Nikhil Kumar als auch später gegen Sharon Alguetti ohne Satzverlust blieb. „Meine Leistung war in Ordnung, allerdings war es kein herausragendes Niveau.“ Im Kopf habe sich Deutschlands Nummer eins „gut gefühlt und deshalb auch die knappen Sätze gewonnen“. Trotz seines 3:2-Erfolgs gegen Adar Alguetti war Cedric Meissner mit seiner Vorstellung nicht zufrieden. „Ich habe mich nach dem 1:2-Rückstand in das Spiel hineingekämpft.“ Am Mittwoch wartet ab 10 Uhr im Spiel um Platz fünf Frankreich, dass im Viertelfinale gegen die topgesetzte Auswahl Japans mit 2:3 verlor und anschließend gegen Taiwan 3:1 siegte. „Frankreich ist der Favorit“, sagt Gerrit Engemann. Cedric Meissner erinnert sich noch an den letzten Vergleich vor wenigen Wochen bei den Hungarian Open, „den wir klar verloren haben“.

Mädchen aus Rumänien zeigen sich in den entscheidenden Phasen erfahrener

Einen Tag nach dem überraschenden 3:2-Sieg gegen den amtierenden Europameister Russland hat das Mädchen-Team des DTTB die nächste Überraschung verpasst. Die Schützlinge von Bundestrainerin Dana Weber unterlagen im Viertelfinale der an Position vier gesetzten Auswahl Rumäniens mit 1:3. Damit fehlte Jennie Wolf, Franziska Schreiner, Sophia Klee und Anastasia Bondareva nur ein Sieg zum Gewinn einer Medaille. Die Enttäuschung nach der Niederlage gegen den späteren Bronzemedaillengewinner aus Rumänien hielt sich in Grenzen. „Wir waren nah dran“, sagte Klee und schaute sich noch einmal ganz genau die Ergebnisse an. Auch wenn die drei verlorenen Spiele ohne einen gewonnenen Durchgang beendet wurden, „waren wir keinesfalls chancenlos. Viele Sätze haben sich unsere Gegnerinnen vielmehr geklaut.“ Die 14-Jährige selbst gewann die einzige Partie in diesem Spiel gegen Tania Plaian mit 11:5, 12:10 und 11:8. „Was soll ich zu meiner Leistung großartig sagen? Ich habe einfach gut gespielt“, freute sich die amtierende Deutsche Einzelmeisterin bei den Mädchen und Schülerinnen. Obwohl Jennie Wolf, die am Vorabend gegen Russland noch den entscheidenden dritten Punkt geholt hatte, gegen Adreea Dragoman und Adina Diaconu das Nachsehen hatte, „bin ich ganz zufrieden. Leider habe ich einige Chancen nicht genutzt.“ Franziska Schreiner, die ebenfalls Diaconu zum Sieg gratulieren musste, machte gar kein Geheimnis daraus, „dass ich heute nicht zu 100 Prozent meine Leistung abrufen konnte. Ich habe nicht so gut gespielt wie noch gestern gegen Russland.“

Die Bundestrainerin machte ihrer sehr jungen Mannschaft nach dem verpassten Sprung in die Vorschlussrunde überhaupt keinen Vorwurf. „Ich bin nicht unzufrieden. Die gesamte Mannschaft hat gut gespielt und gekämpft.“ In den entscheidenden Phasen seien die Spielerinnen aus Rumänien erfahrener und abgeklärter gewesen.

Im Spiel um Platz sieben warten die USA

Fünf Stunden nach der Rumänien-Partie ging es schon in der Platzierungsrunde um die Positionen fünf bis acht weiter. Das DTTB-Team unterlag Serbien 1:3. „Wir haben drei Spiele im fünften Satz verloren – zwei davon sogar noch mit 9:11. Das ist natürlich sehr ärgerlich“, sagte Dana Weber. Trotz des Sieges einen Tag zuvor gegen Russland sei Serbien als Favorit in das Spiel gegangen und spielte mit der bestmöglichen Aufstellung. Die Bundestrainerin ließ diesmal Jennie Wolf draußen, denn Anastasia Bondareva, die bis zu diesem Zeitpunkt lediglich in der zweiten Stufe gegen Korea eingesetzt worden war, sollte Spielpraxis bekommen und Erfahrungen sammeln. Die 15-Jährige rechtfertigte ihre Nominierung und gewann gegen Tijana Jokic mit 11:7, 11:4, 7:11 sowie 11:8. „Ich war nervös und bin am Anfang überhaupt nicht in die Partie gekommen.“ Die dreifache EM-Medaillengewinnerin konnte sich aber steigern und war insgesamt mit ihrer Leistung zufrieden. „Allerdings habe ich mit der Vorhand nicht das gespielt, was ich eigentlich kann.“ Sophia Klee ärgerte sich nach ihrer 2:3-Niederlage gegen Izabela Lupulesku über verspielte Führungen in den einzelnen Sätzen. Franziska Schreiner, die sowohl gegen Sabina Suirjan als auch gegen Izabela Lupulesku zwischenzeitlich mit 2:1-Sätzen vorne lag und am Ende noch in fünf Abschnitten verlor, sprach Klartext: „Gegen Surjan habe ich enttäuscht und war teilweise neben der Spur. Anschließend konnte ich mich gegen Lupulesku zwar steigern, doch taktisch habe ich einige Dinge falsch gemacht.“

Zum Abschluss des Team-Wettbewerbs wartet nun am Mittwoch um 10 Uhr die USA. „Wir wollen versuchen, das bestmögliche Ergebnis herauszuholen“, sagt Dana Weber, die mit ihrer Mannschaft schon für viele positive Schlagzeilen am Gardasee gesorgt hat. Denn: Mit Sophia Klee und Anastasia Bondareva sind zwei Spielerinnen in der Mannschaft, die vor vier Monaten bei den Jugend-Europameisterschaften noch bei den Schülerinnen mitwirkten. In dieser Altersklasse darf Klee im nächsten Jahr auch noch aufschlagen. Franziska Schreiner befindet sich in ihrem ersten Mädchenjahr. Lediglich Jennie Wolf wird nach dem Turnier in Riva del Garda altersbedingt nicht mehr an Jugend-Turnieren teilnehmen dürfen.
 

Die Ergebnisse im Überblick:

Jungen

Finale
Japan/Korea - China, Mittwoch 19 Uhr

Halbfinale
Japan - Korea
Rumänien - China 0:3

Spiel um Platz 5/6
Deutschland - Frankreich, Mittwoch 10 Uhr

Spiel um Platz 5 - 8
Frankreich - Taiwan 3:1

Deutschland - USA 3:1
Gerrit Engemann - Sharon Alguetti 2:3 (7,4,-7,-12,-9)
Tobias Hippler - Nikhil Kumar 3:0 (12,13,1)
Cedric Meissner - Adar Alguetti 3:2 (-5,10,-12,4,8)
Tobias Hippler - Sharon Alguetti 3:0 (5,9,8)

Viertelfinale
Japan - Frankreich 3:2
Korea - Taiwan 3:1
Rumänien - USA 3:2

Deutschland - China 0:3
Tobias Hippler - Xue Fei 0:3 (-9,-6,-7)
Gerrit Engemann - Wang Chuqin 1:3 (-2,-8,6,-3)
Cedric Meissner - Xu Haidong 0:3 (-3,-5,-8)
 

Mädchen

Finale
Japan - China, Mittwoch 17 Uhr

Halbfinale
Japan - Korea 3:0
Rumänien - China 0:3

Spiel um Platz 7/8
Deutschland - USA, Mittwoch 10 Uhr

Spiel um Platz 5 - 8
Taiwan - USA 3:0

Deutschland - Serbien 1:3
Franziska Schreiner - Sabina Surjan 2:3 (-6,9,11,-3,-9)
Sophia Klee - Izabela Lupulesku 2:3 (-9,2,-10,7,-9)
Anastasia Bondareva - Tijana Jokic 3:1 (7,4,-7,8)
Franziska Schreiner - Izabela Lupulesku 2:3 (-7,8,10,-7,-8)

Viertelfinale
Japan - Taiwan 3:0
USA - Korea 0:3

Deutschland - Rumänien 1:3
Jennie Wolf - Andreea Dragoman 0:3 (-9,-4,-6)
Franziska Schreiner - Adina Diaconu 0:3 (-10,-4,-11)
Sophia Klee - Tania Plaian 3:0 (5,10,8)
Jennie Wolf - Adina Diaconu 0:3 (-10,-9,-8)

Serbien - China 0:3
 

Mixed

Qualifikation
Sophia Klee/Cedric Meissner – Laura Lai/Jorge Paredes CAN/CHI, Mittwoch 12 Uhr
Franziska Schreiner/Kay Stumper – Holly Nicolas/Rohan Dhooria AUS, Mittwoch 12.30 Uhr

1. Runde
Anastasia Bondareva/Gerrit Engemann – Lee Yu-Peng/Li Hsin-Yang TPE, Mittwoch 14 Uhr
Jennie Wolf/Tobias Hippler – Qualifikant, Mittwoch 14.30 Uhr

Weitere Infos finden Sie auf der ITTF-Webseite!

(Marco Steinbrenner/DTTB)

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