Jugend-WM

JWM: Beide Teams im Viertelfinale! Mädchen schlagen Russland

Jennie Wolf sicherte ihrem Team den Sieg über Russland (©Steinbrenner)

28.11.2017 - Bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Riva del Garda haben die deutschen Mädchen und Jungen das Viertelfinale in der Team-Konkurrenz erreicht. Während die Schützlinge von Jungen-Bundestrainer Zhu Xiayong sich mit einem 3:0-Sieg über Italien das Ticket für die Runde der besten Acht sicherte, bezwangen die Mädchen Europameister Russland in einem nervenaufreibenden Match. Heute geht es gegen Rumänien und China weiter.

Wie hatte Franziska Schreiner noch nach den beiden souveränen 3:0-Erfolgen gegen Neuseeland und Ägypten bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Riva del Garda im Hinblick auf die Partien gegen Korea sowie Russland in der zweiten Stufe gesagt? „Wenn wir gut spielen, müssen unsere Gegner auch gut spielen, um an uns vorbei zu kommen.“ Korea spielte gut und gewann gegen die Schützlinge von Mädchen-Bundestrainerin Dana Weber mit 3:0. Und Russland? Der amtierende Europameister schaffte es nicht, den 3:1-Sieg bei der diesjährigen EM in Guimaraes zu wiederholen. Im Gegenteil: Das Quartett des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) triumphierte nach zwei Stunden und 45 Minuten mit 3:2. Am Dienstag wartet um 9.30 Uhr im Viertelfinale Rumänien.

Bundestrainerin Dana Weber glaubt bis zum letzten Ballwechsel an ihre Mannschaft

Als Jennie Wolf in der alles entscheidenden fünften Partie gegen Russland mit ihrem 3:1-Erfolg gegen Anastasia Kolish für den Siegpunkt sorgte, gab es für Franziska Schreiner, Sophia Klee und Anastasia Bondareva kein Halten mehr. „Jennie ist unsere Mama im Team“, hatte Bondareva noch vor dem Turnier gesagt. Und eben diese Mama war es dann auch, die mit ihrer Erfahrung von zuvor bereits zwei JWM-Teilnahmen für den noch fehlenden, dritten Zähler sorgte. Dass die Weber-Mädchen am Dienstag um eine Medaille und nicht um die Plätze neun bis zwölf spielen, hatte sich zunächst nicht abgezeichnet. Trotz einer sehr starken Leistung verlor Franziska Schreiner die erste Partie gegen Anastasia Kolish mit 1:3. Ohne Satzgewinn blieb anschließend Jennie Wolf gegen Mariia Tailakova. Doch dann kam Sophia Klee. Der Youngster im deutschen Team sorgte für die Wende. Die 14-Jährige, von Dana Weber liebevoll als „unser Küken“ bezeichnet, sorgte mit ihrem 14:12, 11:8 und 11:8-Erfolg gegen Kristina Kazantseva für die Wende. Schreiner ließ anschließend, trotz eines zwischenzeitlichen 1:2-Satzrückstandes, einen 3:2-Sieg gegen Tailakova folgen. Zum guten Schluss feierte Wolf ihren ersten Erfolg überhaupt gegen Kolish.

„Das ist der Hammer“, jubelte Schreiner, die schon in ihrer ersten Partie gegen Kolish „ganz nah am Sieg“ war. Das Erfolgsrezept von Klee klingt einfach. „Ich habe einfach ausgeblendet, dass wir zu Beginn meines Einzels mit 0:2 zurücklagen. Vielmehr habe ich mich ausschließlich auf mein Spiel konzentriert.“ Dana Weber strahlte nach der Partie und erinnerte sich noch an den diesjährigen Vergleich bei der EM. Damals gehörte der DTTB-Auswahl noch Luisa Säger, die krankheitsbedingt am Gardasee fehlt, an. „Diesmal hatten wir eine deutlich jüngere Mannschaft und gewinnen trotzdem.“ Sowohl in kämpferischer als auch in spielerischer Hinsicht habe die gesamte Mannschaft überzeugt.

Korea lässt dem DTTB-Quartett beim 3:0-Sieg keine Chance

Gegen Korea steckte Deutschland jedoch eine Niederlage ein. „Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Korea ist schließlich auch an Position drei gesetzt“, analysierte Dana Weber das 0:3 zum Auftakt der zweiten Stufe. Jennie Wolf fand gegen Abwehrspielerin Kimi Youjin überhaupt nicht in die Begegnung und blieb ohne Satzgewinn. Deutlich ausgeglichener verlief das Duell zwischen Franziska Schreiner und Kim Jiho. Die Drittligaspielerin aus Hofstetten gewann den ersten Satz mit 11:5, musste die nachfolgenden Durchgänge jedoch abgeben. „Ich habe gut angefangen. Anschließend stellte meine Gegnerin ihre Taktik um. Am Ende war sie besser.“ Ihr JWM-Debüt feierte Anastasia Bondareva. Die Mädchen-Bundestrainerin hatte die diesjährige, dreifache EM-Medaillengewinnerin bewusst für Sophia Klee auf die dritte Position gestellt, „da sie zuvor bereits zweimal gegen Shin Yubin gespielt und nur knapp verloren hatte“. Auch diesmal hatte die 15-Jährige ihre Chancen, unterlag am Ende jedoch mit 1:3. „In den ersten zwei Sätzen war ich noch nervös. Mir sind viele leichte und dumme Fehler unterlaufen.“ Das änderte sich zwar anschließend, doch zum Sieg reichte es trotzdem nicht.

Jungen fordern China heraus

„Wir sind an Position acht gesetzt und wollen in das Viertelfinale kommen“, hatte Gerrit Engemann vor dem Abflug der Jungen-Mannschaft gesagt. Das Vorhaben der Schützlinge von Bundestrainer Zhu Xiaoyong ging in Erfüllung. Nach der 1:3-Auftaktniederlage gegen die an Position eins gesetzte Auswahl Japans setzte sich das DTTB-Quartett in der alles entscheidenden Partie gegen Gastgeber Italien mit 3:0 durch. In der Runde der letzten Acht wartet nun am Dienstag ab 11.30 Uhr Titelmitfavorit China. Auch wenn die erste Begegnung am Gardasee gegen Japan mit 1:3 verloren wurde, zog sich der Europameister sehr achtbar aus der Affäre. Tobias Hippler hatte gleich zu Beginn mit einem 3:1-Sieg gegen Yukiya Uda, der für den TTC GW Bad Hamm in der 2. Bundesliga aufschlägt, für die Führung gesorgt. Anschließend verloren jedoch Gerrit Engemann, Kay Stumper und Tobias Hippler ihre Partien. „Ich bin mit meinen Leistungen zufrieden“, sagte Hippler anschließend, der in seiner zweiten Partie gegen Yuto Kizukuri beim Zwischenstand von 1:1 im dritten Durchgang vier Satzbälle ungenutzt ließ. „Ich habe zwei sehr gute Spiele abgeliefert und gesehen, dass ich gegen diese Topspieler mithalten kann.“ Auch der Bundestrainer war mit den Leistungen seiner Akteure zufrieden. „Das 1:3 ist für uns ein gutes Ergebnis. Japan war im Aufschlag-Rückschlag-Spiel besser. Es wäre auf jeden Fall mehr möglich gewesen.“

Tobias Hippler: „Zwischendurch habe ich blöd gespielt“

„Wir müssen uns auf ein sehr schweres Spiel einstellen“, hatte Zhu Xiaoyong seine Mannen im Vorfeld der zweiten Partie gegen den Gastgeber gewarnt. „Italien hat mit uns noch eine Rechnung offen.“ In der Tat, denn vor vier Monaten hatte sich das Zhu-Team auf dem Weg zum EM-Titel im Viertelfinale mit 3:2 gegen Italien durchgesetzt. Am Gardasee verlief das Wiedersehen deutlich entspannter für die deutschen Fans auf der Tribüne. Tobias Hippler entschied das Auftaktspiel gegen Antonino Amato nach einer Dreiviertelstunde mit 12:10 im letzten Abschnitt für sich. Bereits im dritten Durchgang hatte der Drittligaspieler des TuS 92 Celle beim Stand von 11:9, 11:9 und 10:9 einen Matchball, doch Amato wehrte diesen ab und kämpfte sich anschließend in den finalen Durchgang. Dort lag der Italiener sogar noch mit 8:5 in Führung. Am Ende jubelte aber der Deutsche. „Zwischendurch, speziell im dritten und vierten Satz, habe ich ein wenig blöd gespielt“, sparte Hippler anschließend nicht mit Selbstkritik. Trotzdem reichte es zum Sieg in einer Partie, die der Bundestrainer später als „Entscheidungsspiel“ bezeichnete. Mit einer 1:0-Führung im Rücken ließ es sich für Gerrit Engemann deutlich entspannter in die Box gehen, doch auch der Erfolg des 18-Jährigen gegen Matteo Mutti war umkämpft. Mit 11:9, 12:10, 7:11 und 12:10 behielt der Schüler des Deutschen Tischtennis-Internats in Düsseldorf die Oberhand und sprach von einer „richtig guten Leistung“. Cedric Meissner machte bei seinem JWM-Debüt kurzen Prozess und ließ Daniele Pinto nicht den Hauch einer Chance. „Ich war taktisch optimal eingestellt. Außerdem hatte Pinto große Probleme mit meinen Aufschlägen.“

Mit der an Position zwei gesetzten Auswahl Chinas wartet am Dienstag nun der nächste dicke Brocken. „Die Aufgabe wird schwierig“, sagt Tobias Hippler. „Wir können befreit aufspielen und brauchen uns nicht zu verstecken“, ergänzt Gerrit Engemann.


Die Ergebnisse der Deutschen im Überblick:

Mädchen

Viertelfinale (Dienstag, 9.30 Uhr)
Japan - Taiwan
USA - Korea

Deutschland - Rumänien 1:3
Jennie Wolf - Andreea Dragoman 0:3 (-9,-4,-6)
Franziska Schreiner - Adina Diaconu 0:3 (-10,-4,-11)
Sophia Klee - Tania Plaian 3:0 (5,10,8)
Jennie Wolf - Adina Diaconu 0:3 (-10,-9,-8)

Serbien - China

STUFE 2

Deutschland - Korea 0:3
Jennie Wolf - Kim Youjin 0:3 (-7,-1,-12)
Franziska Schreiner - Kim Jiho 1:3 (5,-2,-7,-3)
Anastasia Bondareva - Shin Yubin 1:3 (-7,-9,7,-6)

Deutschland - Russland 3:2
Franziska Schreiner - Anastasia Kolish 1:3 (8,-6,-7,-9)
Jennie Wolf - Mariia Tailakova 0:3 (-5,-6,-8)
Sophia Klee - Kristina Kazantseva 3:0 (12,8,8)
Franziska Schreiner - Mariia Tailakova 3:2 (5,-11,-4,9,9)
Jennie Wolf - Anastasia Kolish 3:1 (8,-9,3,8)


Jungen

Viertelfinale (Montag, 11.30 Uhr)
Japan - Frankreich
Korea - Taiwan
Rumänien - USA

Deutschland - China 0:3
Tobias Hippler - Xue Fei 0:3 (-9,-6,-7)
Gerrit Engemann - Wang Chuqin 1:3 (-2,-8,6,-3)
Cedric Meissner - Xu Haidong 0:3 (-3,-5,-8)


STUFE 2
Deutschland - Japan 1:3
Tobias Hippler - Yukiya Uda 3:1 (-10,7,5,9)
Gerrit Engemann - Yuto Kizukuri 0:3 (-4,-9,-4)
Kay Stumper - Masaki Takami 1:3 (-7,4,-2,-10)
Tobias Hippler - Yuto Kizukuri 1:3 (8,-3,-13-4)

Deutschland - Italien 3:0
Tobias Hippler - Antonino Amato 3:2 (9,9,-10,-10,10)
Gerrit Engemann - Matteo Mutti 3:1 (9,10,-7,10)
Cedric Meissner - Daniele Pinto 3:0 (6,5,7)

Weitere Infos finden Sie auf der ITTF-Webseite!

(Marco Steinbrenner/DTTB)

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