EM 2017

EM: Damen greifen nach viertem Titel in Folge – Herren heiß auf die Krone

Mit Petrissa Solja (l.) und Irene Ivancan (r.) gewannen die Damen 2015 den Titel (©Stosik)

12.09.2017 - An diesem Mittwoch ist es soweit: Dann fällt in Luxemburg der Startschuss für die 36. Tischtennis-Europameisterschaften. Während die deutschen Damen nach dem vierten EM-Gold in Folge und dem achten der DTTB-Historie greifen, wollen die deutschen Herren nach zwei Finalniederlagen 2014 und 2015 endlich wieder ganz oben auf dem Treppchen landen.

Die Marschroute für die topgesetzten deutschen Herren in diesem Jahr ist klar: Das DTTB-Team, von 2007 bis 2013 sechsmal in Folge Europameister, will den Titel nach Finalniederlagen in den Jahren 2014 (gegen Portugal) und 2015 (gegen Österreich) zurückerobern und seine Vormachtstellung in Europa unter Beweis stellen. Dabei überlässt die deutsche Delegation nichts dem Zufall und schickt mit Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll, Ruwen Filus, Ricardo Walther und Patrick Franziska die beinahe bestmögliche Besetzung nach Luxemburg. Einzig dem 36-jährigen Bastian Steger wird bei den Kontinentalmeisterschaften wieder eine Pause gegönnt. Anders als bei den Finalniederlagen 2014, als Dimitrij Ovtcharov nach einer Weisheitszahn-OP ohne Vorbereitung erst spät zur Mannschaft stieß, und 2015, als Timo Boll fehlte, sind die beiden besten Spieler Deutschlands diesmal also an Bord – und das in guter Verfassung: Während Ovtcharov bei den China Open im Juli und den Bulgaria Open im August auf der World Tour zwei Turniersiege feiern konnte, landete Boll bei eben jenen China Open auf dem zweiten Platz, genau wie bei den Czech Open im August.

Deshalb sagt Ovtcharov selbstbewusst: "Wenn wir die Form der letzten Monate aufrufen können, Timo wie auch ich, dann sollte der Titel doch irgendwie nur über uns gehen." Portugal, Österreich, Schweden und Frankreich schätzen sowohl der 29-Jährige als Bundestrainer Jörg Roßkopf als härteste Konkurrenten um Europas Krone ein. "Natürlich gibt es immer Überraschungen, aber wir wollen am Ende oben stehen", bekräftigt Roßkopf. Das Auftaktspiel bestreiten die deutschen Herren am Mittwoch um 13 Uhr gegen Spanien, ehe am Donnerstag um 10 Uhr Kroatien und um 19 Uhr Weißrussland warten. Im Viertelfinale der 16 Teams umfassenden Championship Division würde es Deutschland im Falle des Gruppensieges am Freitag mit dem Zweiten der Gruppe B, C oder D zu tun bekommen – darüber würde das Los entscheiden. 

Vierter Titel in Folge für die deutschen Damen?
Besser als für die deutschen Herren lief es bei den beiden vergangenen Kontinentalmeisterschaften für die deutschen Damen. Sowohl 2015 in Jekaterinburg als auch 2014 in Lissabon aber auch schon 2013 in Schwechat beherrschte die DTTB-Auswahl die Konkurrenz und greift nun nach dem vierten EM-Gold in Folge, dem achten in der deutschen Historie. In Gruppe A trifft das topgesetzte DTTB-Team am Mittwoch um 10 Uhr zunächst auf Schweden, um 19 Uhr dann auf Ungarn. Am Donnerstag um 13 Uhr steht schließlich das letzte Gruppenspiel gegen Kroatien auf dem Programm. 

Zu den Kontinentalmeisterschaften tritt Deutschland in der Besetzung Han Ying, Shan Xiaona, Sabine Winter, Nina Mittelham und Yuan Wan an. Verzichten muss das DTTB-Team auf Kristin Lang (Schwangerschaftspause) und Petrissa Solja. Die 23-Jährige zog sich bei den Czech Open einen Muskelfaserriss im Schlagarm zu und fällt vorerst aus. Ohne große Vorbereitung ins Turnier geht unterdessen Sabine Winter, die nach ihrer Blinddarm-OP im Sommer einige Wochen pausieren musste. Erst am Wochenende beim Bundesliga-Spiel gegen Aufsteiger Anröchte feierte die Kolbermoorerin ihr Comeback, konnte dabei prompt beide Einzel gewinnen. Bundestrainerin Jie Schöpp: "Natürlich denken viele Mannschaften aufgrund unserer Situation, dass sie mehr Chancen gegen uns haben. Nach außen ist das vielleicht auch so, aber warten wir erst einmal die Spiele ab", so die 49-Jährige, die definitiv wieder Rumänien als härtesten Konkurrenten einschätzt, aber auch über Österreich, Polen, Ungarn und Schweden sagt, dass es "Mannschaften sind, die wir nicht unterschätzen dürfen, gerade durch unsere spezielle Situation. Deshalb werden wir immer von Spiel zu sehen und um jeden Ball kämpfen müssen." 

Der EM-Zeitplan in der Championships Division der Damen und Herren
 
Mittwoch, 13. September 
10 Uhr, Damen-Mannschaft, Gruppe A
Deutschland - Schweden, Ungarn – Kroatien

13 Uhr, Herren-Mannschaft, Gruppe A
Deutschland - Spanien, Weißrussland – Kroatien

19 Uhr, Damen-Mannschaft, Gruppe A
Deutschland - Ungarn, Schweden - Kroatien
 
Donnerstag, 14. September
10 Uhr, Herren-Mannschaft, Gruppe A
Deutschland – Kroatien, Spanien - Weißrussland

13 Uhr, Damen-Mannschaft, Gruppe A
Deutschland – Kroatien, Ungarn – Schweden

19 Uhr, Herren-Mannschaft, Gruppe A
Deutschland – Weißrussland, Kroatien - Spanien
 
Freitag. 15. September 
10 Uhr: Damen-Mannschaft, Viertelfinale 1 und 2
13 Uhr, Damen-Mannschaft: Viertelfinale 3 und 4
16 Uhr, Herren-Mannschaft: Viertelfinale 1 und 2
19 Uhr, Herren-Mannschaft, Viertelfinale 3 und 4

Samstag, 16. September 
10 Uhr, Damen-Mannschaft: 1. Halbfinale
13 Uhr, Damen-Mannschaft: 2. Halbfinale
16 Uhr, Herren-Mannschaft: 1. Halbfinale
19 Uhr, Herren-Mannschaft: 2. Halbfinale

Sonntag, 17. September 
14 Uhr, Damen-Mannschaft: Finale
17 Uhr, Herren-Mannschaft: Finale

Gruppeneinteilung der Championships Division der Herren

Gruppe A
Deutschland, Kroatien, Spanien, Weißrussland
Gruppe B
Portugal, Österreich, Slowenien, Slowakei
Gruppe C
Schweden, Griechenland, Russland, Luxemburg
Gruppe D
Frankreich, Rumänien, Ukraine, Polen

Gruppeneinteilung der Championships Division der Damen

Gruppe A
Deutschland, Ungarn, Schweden, Kroatien
Gruppe B
Rumänien, Tschechien, Niederlande, Luxemburg
Gruppe C
Österreich, Portugal, Ukraine, Spanien
Gruppe D
Polen, Russland, Frankreich, Weißrussland

Austragungsmodus und Wettbewerb

Mannschaftswettbewerb
Im Mannschaftswettbewerb treten insgesamt 38 Teams bei den Damen sowie 42 Teams bei den Herren an. Nur die jeweils Mannschaften aus der obersten Division, der Championships Division, haben die Chance auf den EM-Titel. Alle übrigen Auswahlteams treten in der Challenge bzw. der Standard Division an.  

Championships Division         
In der Championships Division, in der die beiden deutschen Nationalmannschaften an Position eins gesetzt sind, spielen die 16 Herren- und Damen-Teams zunächst in der Vorrunde in je vier Vierergruppen jeder gegen jeden an. Die ersten beiden jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale. Ab dort wird der Titel im K.-o.-System ausgespielt. Die Gruppendritten- und Vierten spielen die Positionen 9 bis 16 aus.

Das Spielsystem 
Gespielt wird im Mannschaftswettbewerb mit maximal fünf Einzeln bis zum dritten Gewinnpunkt eines Teams (Spielreihenfolge: A-X, B-Y, C-Z, A-Y, B-X). Alle Begegnungen werden auf 3 Gewinnsätze gespielt.

(DK/DTTB)

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