Jugend-EM

Jugend-EM: Gold für Klee/Bondareva im Schülerinnen-Doppel!

Gold! Anastasia Bondareva und Sophia Klee jubeln über den Titel im Schülerinnen-Doppel (©Steinbrenner)

23.07.2017 - Zur Goldmedaille im Jungen-Teamwettbewerb gesellt sich bei der Jugend-EM in Guimaraes ein weiterer Titel für die deutsche Mannschaft: Anastasia Bondareva und Sophia Klee, bereits Deutsche Meisterinnen der Schülerinnen und Mädchen, sicherten sich Gold im Doppel. Über Silber durften sich Wenna Tu im Einzel und Cedric Meissner im Doppel freuen, während Jennie Wolf/Luisa Säger sowie Bondareva im Einzel die dritte Treppenstufe auf dem Siegerpodest erklimmen durften.

„Ich bin sprachlos“, sagte Anastasia Bondareva. Die Linkshänderin hatte soeben an der Seite von Sophia Klee das Doppel-Finale gegen Arina Slautina/Nataliya Malinina mit 9:11, 11:2, 11:7 und 11:8 gewonnen. „Wir wollten unbedingt eine Medaille holen. Jetzt ist es sogar Gold geworden. Ich bin überglücklich.“ Klee verriet, „dass ich vor dem Endspiel schon sehr nervös war“. Trotz der Anspannung reichte es am Ende zum Gewinn der Goldmedaille. „Wir vertrauen uns blind. Das ist ein großer Vorteil im Doppel“, so Sophia Klee weiter. Anastasia Bondareva zeigte sich „unfassbar stolz. Wir haben gekämpft und uns gegenseitig aufgebaut. Jetzt haben wir als Belohnung dafür die Goldmedaille gewonnen.“ Im Halbfinale drehten Klee/Bondareva gegen Ekaterina Zironova/Elizabet Abraamian (ebenfalls Russland) eine schon fast verlorene Begegnung. Mit 9:11 und 8:11 lag die DTTB-Paarung bereits zurück. „Wir haben um jeden Ball gekämpft. Zum Glück hat alles gepasst und wir konnten nach zuletzt drei Niederlagen endlich gegen Zironova/Abraamian gewinnen“, stellte Bondareva fest. Für die neuen Europameisterinnen war es auf internationaler Ebene der erste große Titel. Bei DTTB-Veranstaltungen hatten sich Klee/Bondareva in der abgelaufenen Saison bereits die Goldmedaillen bei den Mädchen sowie Schülerinnen gesichert. Außerdem hatte es bei den Damen zum dritten Platz gereicht.

Wenna Tu ist trotz der Endspiel-Niederlage zufrieden

Auch im Einzel trumpften die deutschen Schülerinnen auf. Hier war es Wenna Tu, die sich über das gewonnene Silber freute und nicht dem verlorenen Gold hinterhertrauerte. Die 15-Jährige spielte sich bei ihrer dritten Teilnahme an den Jugend-Europameisterschaften bis in das Finale vor. Erst die Russin Elizabet Abraamian stoppte die Siegesserie durch einen Sechs-Satz-Erfolg. „Ich bin ohne Druck in das Spiel gegangen, denn allein schon mit dem Erreichen des Endspiels war ich schon zufrieden“, verriet Tu, die nach der Begegnung ehrlich zugab, „dass ich mit den Aufschlägen meiner Gegnerin einige Probleme hatte. Trotzdem hatte ich teilweise meine Chancen.“ Die Enttäuschung über das 7:11, 11:7, 7:11, 3:11, 13:11 und 6:11 hielt sich in Grenzen. „Mit Silber bin ich sehr zufrieden.“ Mädchen-Bundestrainerin Dana Weber, die Wenna Tu betreute, lobte ihren Schützling und sah „von Spiel zu Spiel eine Leistungssteigerung“. Gegen Abraamian habe Tu jedoch im Kurz-Kurz-Spiel einige Probleme gehabt. Lara Broich (Schüler-Bundestrainerin) beobachtete die Vorstellung ihres Schützlings ganz genau von der Tribüne aus. „Nach dem neunten Platz in der Mannschaft hat sich Wenna sehr fokussiert und professionell auf jedes Spiel vorbereitet. Mein Respekt für das Erreichen des Endspiels.“

Zuvor hatte Tu gegen ihre Teamkollegin Anastasia Bondareva an den Tisch gemusst. „Wer den besseren Kopf hat, wird dieses Spiel gewinnen“, hatte sie vor dem Halbfinale noch gesagt. Nach der Begegnung sah Tu „ein Spiel auf Augenhöhe. Ich habe direkt gut in die Partie hinein gefunden.“ Dass die spätere Silbermedaillengewinnerin die Sätze eins und zwei mit 11:8 sowie 11:5 gewann, „war sicherlich vorentscheidend. Außerdem hatte ich gute Nerven.“ Bondareva entschied zwar anschließend zwei der vier Durchgänge für sich, doch zur Wende reichte es nicht mehr. Unmittelbar nach der Niederlage war die Linkshänderin „sehr enttäuscht. Ich hatte mir mehr erhofft. In dieser Partie habe ich nicht gut gespielt.“ Bei der Siegerehrung einige Stunden später strahlte die dreifache Medaillengewinnerin von Guimaraes aber schon wieder über beide Backen. „Ich bin nicht traurig. Vielmehr freue ich mich, dass ich dreimal auf dem Podest stehen durfte.“ Broich beobachtete bei Anastasia Bondareva, „dass sie ihr großes Temperament bei diesem Turnier sehr gut kontrollieren konnte“. Als ein „super Ergebnis“ bezeichnete die Schülerinnen-Bundestrainerin die Medaillen-Ausbeute der 15-Jährigen. „Und das, obwohl sich Bondareva zu Beginn des Team-Wettbewerbs noch verletzt hatte.“

Jungen: Cedric Meissner holt bei der Premiere mit Simon Soderlund die Silbermedaille

Cedric Meissner machte nach dem Doppel-Wettbewerb gar kein Geheimnis daraus, „dass ich sehr überrascht war, wie gut wir gleich beim ersten Mal zusammen harmonierten“. Der Linkshänder feierte mit dem Schweden Simon Soderlund eine mehr als gelungene Premiere. Die Siegesserie der Links-Rechts-Kombination endete erst im Finale gegen Cristian Pletea (Rumänien) und Denis Ivonin (Russland). Nach der 7:11, 8:11 und 9:11-Niederlage stellte Meissner fest, „dass wir nicht schlau genug gespielt haben“. Bundesstützpunkttrainer Lars Hielscher, der die deutsch-schwedische Paarung betreute, analysierte, „dass die beiden mit einem zu hohen Risiko spielten. Sie wollten es zu kompliziert machen und hätten besser einfach spielen sollen.“ Den zweiten Platz von Meissner/Soderlund bezeichnete der Ex-Nationalspieler als „Wahnsinn. Dass sie so gut harmonieren, hatte ich vor dem Turnier nicht gedacht.“

Mädchen: Enttäuschung nach Halbfinal-Niederlage hält sich bei Wolf/Säger in Grenzen

Auch wenn Jennie Wolf und Luisa Säger den Einzug in das Doppel-Endspiel verpassten, hielt sich die Enttäuschung bei den zukünftigen Zweitligaspielerinnen des TTC 1946 Weinheim in Grenzen. Im Halbfinale unterlag das DTTB-Duo den späteren Überraschungs-Europameisterinnen Maria Yovkova/Fanni Harasztovich (Bulgarien/Ungarn) mit 11:8, 6:11, 8:11 sowie 7:11. „Wir haben keinen Ball auf den Tisch gespielt“, stellte Säger fest. „Natürlich freuen wir uns über Bronze, denn im Vorfeld hatten wir nicht gedacht, so weit zu kommen.“ Doch unmittelbar nach der Niederlage in der Vorschlussrunde war schon eine Portion Enttäuschung aus den Gesichtern der beiden abzulesen. „Wir hätten gewinnen können, doch dafür haben wir heute minus ein Prozent unserer Leistung gezeigt.“


Die Titelträger im Überblick:
Jungen-Einzel: Ioannis Sgouropoulos GRE
Mädchen-Einzel: Jing Ning AZE
Jungen-Doppel: Cristian Pletea ROU/Denis Ivonin RUS
Mädchen-Doppel: Maria Yovkova BUL/Fanni Harasztovich HUN
Jugend-Mixed: Jules Rolland/Lucie Gauthier FRA
Schüler-Einzel: Vladimir Sidorenko RUS
Schülerinnen-Einzel: Elizabet Abraamian RUS 
Schüler-Doppel: Truls Moregardh/Martin Friis SWE
Schülerinnen-Doppel: Sophia Klee/Anastasia Bondareva GER
Schüler-Mixed: Vladimir Sidorenko/Ekaterina Zironova RUS
Jungen-Team: Deutschland
Mädchen-Team: Russland
Schüler-Team: Russland
Mädchen-Team: Russland
 

Die Spiele der Deutschen im Überblick

Jungen-Doppel

Finale
Cedric Meissner/Simon Soderlund SWE - Cristian Pletea/Denis Ivonin ROU/RUS 0:3 (-7, -8, -9)

Halbfinale
Cedric Meissner/Simon Soderlund SWE - Patrik Juhasz/Norbert Nagy HUN 3:0 (8,7,11)


Mädchen-Doppel

Halbfinale
Jennie Wolf/Luisa Säger - Maria Yovkova BUL/Fanni Harasztovich HUN 1:3 (8,-6,-8,-7)


Schülerinnen-Einzel

Finale
Wenna Tu - Elizabet Abraamian RUS 2:4 (-7, 7, -7, -3, 11, -6)

Halbfinale
Anastasia Bondareva - Wenna Tu 2:4 (-8,-5,7,-6,8,-4)
 

Schülerinnen-Doppel

Finale
Sophia Klee/Anastasia Bondareva - Arina Slautina/Nataliya Malinina RUS 3:1 (-9, 2, 7, 8)

Halbfinale
Sophia Klee/Anastasia Bondareva - Ekaterina Zironova/Elizabet Abraamian RUS 3:2 (-9,-8,6,8,9)
 

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(DTTB)

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