Buntes

24:0 - Unschlagbarer Fan Zhendong lässt alle hinter sich!

Fan Zhendong ist schon lange kein Geheimtipp mehr (©STIGA)

30.07.2015 - Wenn wir dieser Tage nach China schauen, gilt unsere Aufmerksamkeit vor allem Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll, die dort als Gastspieler in der Super League aktiv sind. Es lohnt sich allerdings auch ein Blick ins Team Bayi Dashang, wo aktuell der 18-jährige Fan Zhendong einen Coup nach dem anderen landet. Vor der nun beginnenden zweiwöchigen Ligapause konnte der Youngster noch in keinem seiner 24 Spiele besiegt werden.

Wir schreiben den 17. November 2013: Ein 16-jähriger Chinese besiegt Deutschlands Nummer eins, Dimitrij Ovtcharov, im Finale der German Open und sorgt für Sprachlosigkeit in den Zuschauerrängen der Berliner Max Schmeling-Halle. „Vor einem Jahr kannte ich ihn noch gar nicht und jetzt kann er schon bald Herren-Weltmeister werden“, beschrieb der Deutsche an diesem Tag den kometenhaften Aufstieg des Wunderknaben, der sich zuvor in Polen zum jüngsten Einzelsieger der World Tour gekürt und bei der Jugend-WM 2012 gleich drei Titel gewonnen hatte. Inzwischen ist Fan Zhendong aus der Weltspitze kaum mehr wegzudenken. Zum ersten Mal tauchte er im August 2012 in der Weltrangliste auf, im Juli 2013 zog er in die Top 10 ein, im Herbst 2014 war er der Zweitbeste der Welt und aktuell nimmt er den dritten Platz hinter seinen Landsmännern Ma Long und Xu Xin ein. 

24 Siege, keine Niederlage in der besten Liga der Welt

Und die Formkurve zeigt nach oben. In der besten Tischtennisliga der Welt, der Chinese Super League, lässt der 18-Jährige in dieser Saison alle hinter sich. An den 13 Spieltagen, die bereits ausgetragen wurden, konnte Fan Zhendong noch nicht besiegt werden, so dass er mit einer beeindruckenden Bilanz von 24:0 das Spielerfeld anführt. Zum Vergleich: In der vergangenen TTBL-Spielzeit bestritt Timo Boll als bester Spieler insgesamt nur 18 Partien und beendete seine Saison nach den Playoffs mit einer Bilanz von 16:2. Fan Zhendong ist bei Bayi Dashang, wo außer ihm noch Zhou Yu, Xu Chenhao und Zhou Kai spielen, der absolute Leistungsträger, der bei jedem Match mindestens einmal, aber meistens sogar zweimal gefordert ist. So ist es kein Wunder, dass kaum ein anderer Spieler in der Super League an seine 24 Partien herankommt. Unter seinen Gegnern waren in dieser Saison übrigens nicht nur Kollegen aus der zweiten Reihe, sondern mit Xu Xin und Ma Long auch zwei der ‚großen Vier‘, zu denen Fan selbst auch zählt. Sowohl Xu als auch Ma, die in der Weltrangliste beide vor ihm platziert sind, schickte er jeweils mit einem 3:1- und 3:2-Sieg aus der Box. 

Auf internationalem Terrain sieht das anders aus: Zwar verzeichnete der Weltranglistendritte 2015 bereits 20 Siege, jedoch scheiterte er stets, wenn es gegen Ma Long oder Xu Xin ging, was ihm vier Niederlagen einbrachte. So zum Beispiel bei der Heim-WM in Suzhou, als er nach seinem Triumph über Timo Boll Ma Long zum Einzug ins Finale gratulieren musste. Für den Shootingstar war dies zwar erst die zweite Individual-WM, so dass ein dritter Platz auch für chinesische Verhältnisse durchaus als Erfolg zu werten war. Fan Zhendong hatte an dieser Niederlage allerdings doch ein wenig zu knabbern. Noch viel ärgerlicher verlief sein Endspiel im Asian Cup gegen Xu Xin. Hier hatte er bereits mit 3:1 geführt, als ihm der Penholderspieler den Titel noch vor der Nase wegschnappte. 

Revanche bei den China Open?

In der Super League bekommt er aktuell die Gelegenheit, sich für diese Niederlagen zu revanchieren. Aber auch seine internationale Bilanz kann der Youngster bald aufpolieren. Bei den China Open, die in der nächsten Woche auf dem World Tour-Programm stehen, sind nicht nur Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov am Start, sondern auch die Topchinesen inklusive Fan Zhendong, Xu Xin, Ma Long und Zhang Jike. Für den 18-Jährigen, der aus einer armen Familie in Guangzhou stammt, kann es nur ein Ziel geben: seine guten Leistungen in der Liga in der internationalen Manege zu wiederholen. Nur, wenn er auch bei diesen Gelegenheiten genug Biss und Nervenstärke zeigt, um vor allem seine nationalen Konkurrenten zu schlagen, kann er bei Liu Guoliang die wichtigen Punkte auf dem Weg nach Rio sammeln. „Seine Ansprüche an sich selbst und seine Ziele sind hoch“, sagte der Nationalcoach nach der WM über seinen jungen Schützling. „Ich hoffe, er bleibt auf seinem Weg nach oben mit den Füßen auf dem Boden.“ 

(JS)

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