Buntes

Nachgefragt: Deshalb wurde auf elf Punkte verkürzt

Bis zum Jahr 2001 wurden Sätze bis 21 gespielt (©Roscher)

23.09.2013 - Können Sie sich noch an die Zeiten erinnern, als Sätze im Tischtennis bis 21 gespielt wurden? Das war bis zur Saison 2001/2002 gang und gäbe. Aber warum wurde das System schließlich auf 11 Punkte geändert und wie ging das ganze von statten? Wir haben mit Claude Bergeret, der damaligen ETTU-Vizepräsidentin und Vorsitzenden der Athletenkommission gesprochen und sie zu den Beweggründen und Umständen der Entscheidung befragt.

Im Jahr 2001 war es, da wurde beim "Annual General Meeting", dem jährlichen ITTF-Kongress, nur sechs Monate nach der Einführung des 40 mm-Balles eine weitere grundlegende Regeländerung beschlossen: Wurden Sätze bisher jeweils bis zum Punktestand von 21 gespielt, endete ein Satz ab der Saison 2001/2002 beim Spielstand von 11:x und statt bisher fünf, hatte der Spieler nur noch zwei Aufschläge. Eine Neuerung mehr, auf die sich die Tischtennis-Welt einzustellen hatte. Begründet wurde das Ganze damit, dass man die Spannung steigern wolle. Doch wie lief die Entscheidung letztlich ab und warum wurden gerade elf Punkte als neues Satzende ausgewählt?

Claude Bergeret, die damalige ETTU-Vizepräsidentin und Vorsitzende der Athletenkommission, stand uns Rede und Antwort. "Dass die Sätze auf elf Punkte verkürzt, war nicht von vornherein klar. Es waren Vorschläge im Rennen, die eine Verkürzung auf 15 und sogar auf sieben Punkte vorsahen", so die ehemalige französische Nationalspielerin. "Anhand von Umfragen unter Spielern, Trainern, Pressevertretern und Zuschauern der French Open 2000 einigte man sich dann jedoch, beim Annual General Meeting die Verkürzung auf elf Punkte als Vorschlag einzureichen." Die meisten Spieler innerhalb der Athletenkommission, der Claude Bergeret auch heute noch als Beraterin angehört, waren für  manche jedoch auch gegen die Neuerung.

Insgesamt wollte man die Punkteanzahl verkürzen, aber in gewissem Maße: "Mit 11 Punkten statt 21, dafür aber in der Regel einem Gewinnsatz mehr ist die Verkürzung überschaubar." Vor der Änderung sei besonders der Satzanfang für die Zuschauer uninteressant gewesen, berichtet Bergeret: "Vorher interessierten sich die Leute kaum für den Spielstand bis zehn eines Satzes. Da konnte man schon mal ruhig den Anfang eines Satzes verpassen – denn der erschien einem nicht besonders interessant. Die Verkürzung von 21 auf elf Punkte macht den ganzen Satz spannend",  sagt die 58-Jährige. So kam es, dass um die 65 Prozent der anwesenden Nationen damals beim Annual General Meeting für die Regeländerung stimmten und sich daran bis heute nichts verändert hat.

(DK)

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